Reisemedizinische Länderinformationen des CRM Centrum für Reisemedizin
Stand: 01.07.2022

China

China

In diesem Dokument
Die nachstehenden Informationen geben Ihnen einen Überblick über notwendige und sinnvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei einer Reise in dieses Land.



 Klima 

Im Süden subtropisch bis tropisches Monsunklima (Sommermonsun) mit hohen Temperaturen; im Osten warm gemäßigt mit nach Norden hin zunehmend kalten Wintern; im Landesinnern Steppen- und Wüstenklima mit extremen Temperaturgegensätzen; in Tibet trockenkaltes Gebirgsklima; durchschnittliche Juli-Temperatur in Peking 26 °C, durchschnittliche Januar-Temperatur -4,7 °C.


 Einreise-Impfvorschriften 

Aktuelle Einreisevorschriften aufgrund der Corona-Pandemie siehe Corona-Einreise-Checker: www.crm.de/rc/corona

Bei Direktflug aus Europa: keine Impfungen vorgeschrieben

Bei einem vorherigen Zwischenaufenthalt (innerhalb der letzten 6 Tage vor Einreise) in einem der aufgeführten Länder (Gelbfieber-Endemiegebiete) wird bei Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt (ausgenommen Kinder unter 9 Monaten).
Die Impfung ist nicht erforderlich für die speziellen Verwaltungseinheiten Hongkong und Macao.

Qualifizierte Beratungsstellen

Gelbfieber-Impfbescheinigung auch erforderlich bei Zwischenstopp oder Umstieg (Transitverkehr) in einem der untenstehenden Länder.

Entsprechend Vorgaben der WHO sollten Einheimische und alle Reisenden, die sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben, bei der Ausreise eine Impfung gegen Polio vorweisen. Die Impfung muss zwischen 4 Wochen und einem Jahr vor der Abreise erfolgen und in einem international gültigen Impfausweis dokumentiert sein.

Ärztliche Bescheinigungen zur Befreiung von der Gelbfieber-Impfung ("exemption certificate", "waiver") werden bei der Einreise anerkannt.

Gemäß den geänderten International Health Regulations der WHO (am 11. Juli 2016 in Kraft getreten) ist die Gelbfieber-Impfbescheinigung nach einmaliger Impfung lebenslang gültig. Es ist möglich, dass abweichend von der offiziellen Regelung bei Einreise ein Impfnachweis verlangt wird, der nicht älter als 10 Jahre ist.

Impfbescheinigung erforderlich bei Einreise aus:
Angola · Äquatorialguinea · Argentinien · Äthiopien · Benin · Bolivien · Brasilien · Burkina Faso · Burundi · Ecuador · Elfenbeinküste · Franz. Guayana · Gabun · Gambia · Ghana · Guinea · Guinea-Bissau · Guyana · Kamerun · Kenia · Kolumbien · Kongo, Rep. · Kongo, Dem. Rep. · Liberia · Mali · Mauretanien · Niger · Nigeria · Panama · Paraguay · Peru · Senegal · Sierra Leone · Sudan · Südsudan · Suriname · Togo · Trinidad & Tobago · Tschad · Uganda · Venezuela · Zentralafr. Republik ·


 Empfohlener Impfschutz 

Allgemein zu empfehlender Impfschutz überprüfen, ggf. ergänzen bzw. auffrischen.

Je nach Reisestil und Aufenthaltsbedingungen im Lande außerdem zu erwägen:


Qualifizierte Beratungsstellen
Impfschutz Reisebedingung 1 Reisebedingung 2 Reisebedingung 3
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(d) bei Langzeitaufenthalten oder engerem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung
(e) bei vorhersehbarem Umgang mit Tieren
(g) bei besonderen Aufenthaltsbedingungen in bestimmten ländlichen Gebieten.
(h) bei engerem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung.
(i) (fernöstlicher Subtyp). Bekannte Endemiegebiete liegen im N mit den höchsten Fallzahlen in der Provinz Heilongyiang entlang des Amur, mit weiteren Herden in der Provinz Jilin, der Inneren Mongolei und der Xinjiang-Uygur Autonomen Region im NW. Hauptübertragungszeit Mai-Juni. Berichte aus Tibet (W) und Yunnan (SW) sind bisher nicht gesichert. Die Datenlage ist nicht flächendeckend.

Reisebedingung 1:
Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich

Reisebedingung 2:
Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)

Reisebedingung 3:
Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)


Wichtiger Hinweis:

Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen für private Auslandsaufenthalte durch Ihre Krankenversicherung finden Sie in unserer Rubrik "Kostenerstattung" (www.crm.de/krankenkassen).

Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen (siehe Anschriften qualifizierter Beratungsstellen nach Postleitzahlgebieten sortiert: www.crm.de/beratungsstellen).


 Malaria 

China wurde im Juni 2021 von der WHO offiziell als malariafrei erklärt.

 Ratschläge zur Reiseapotheke 

Denken Sie daran, eine Reiseapotheke mitzunehmen, damit sie für leichtere Erkrankungen und kleinere Notfälle gerüstet sind.

Folgendes sollten Sie auf Reisen immer dabei haben: Medikamente gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber, Schmerzen sowie Wunddesinfektionsmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe bei Insektenstichen oder anderen Hautreizungen, Fieberthermometer und Verbandmaterial.

Je nach Reiseland und Reiseziel können weitere Medikamente (z.B. zur Malariavorsorge) oder Hilfsmittel (z.B. Spritzen) sinnvoll sein.

Nicht vergessen: Medikamente, die Sie ständig einnehmen müssen!

Wenn Sie spezielle Fragen zur Reiseapotheke haben, wenden Sie sich am besten an eine Apotheke mit reisemedizinisch qualifizierten Mitarbeitern.


 Aktuelle Meldungen 

Coronavirus: Ausgehend von der Millionenstadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei hat sich seit Anfang Januar 2020 die Infektion mit dem zuvor unbekannten Coronavirus SARS-CoV-2 ausgebreitet. Die ersten Patienten waren bereits Ende Dezember erkrankt. Seitdem ist die Zahl der bestätigten Fälle in China auf ca. 2.120.270 gestiegen, etwa 14.625 Menschen sind verstorben. Die Behörden haben mit strikten Maßnahmen über einen langen Zeitraum hinweg größere Ausbrüche verhindert. Seit Ende Februar sind die Fallzahlen und die Zahl der Todesfälle sprunghaft auf neue Höchstwerte gestiegen. Der Ende März über die Stadt Shanghai verhängte Lockdown wurde Anfang Juni aufgehoben. Anfang Juni wurde über Teile Pekings ein Lockdown verhängt, etwa 3,5 Millionen Menschen mussten sich testen lassen. Ausgehend von einer Bar war es zu einem Ausbruch mit mehr als 100 Infektionen gekommen. Mögliche offizielle Regelungen und persönliche Schutzmaßnahmen weiterhin beachten.

Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Cholera und Typhus kommen in China sporadisch vor. Betroffen sind die Küstenregionen einschließlich der Großstädte wie Hongkong und Shanghai. Infektionsquelle sind gewöhnlich unzureichend gegarte Meeresfrüchte. Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten, ggf. Impfung gegen Typhus.

Tollwut: China ist nach Indien das Land mit den zweithöchsten Fallzahlen bei Menschen und Tieren, speziell Hunden. Bei verdächtigen Tierkontakten ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Eine vorbeugende Impfung wird vor allem bei vorhersehbarem Risiko und bei längeren Aufenthalten dringend empfohlen. Eine Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt sollte rechtzeitig vor der Reise erfolgen.

Vogelgrippe: Ende April wurde erstmals eine Infektion mit Influenza A(H3N8) beim Menschen registriert. Ein 4-jähriger Junge aus der Provinz Henan wurde in einer Klinik behandelt. Nach Angaben der Behörden erfolgte die Infektion über Kontakt zu Vögeln. Ende Mai wurde ein weiterer Fall bekannt, der 5-jährige Junge aus der Provinz Hunan war bereits Anfang Mai erkrankt. Über die Infektionsquelle ist nichts bekannt. In diesem Jahr wurden 15 Infektionen mit Influenza A(H5N6) gemeldet, betroffen sind die Provinzen Fujian, Guangdong, Sichuan, Zhejiang, Guangxi, Jiangxi, Jiangsu und Henan. Ein Mensch ist verstorben. Seit Januar wurden 7 weitere Fälle gemeldet, die betroffenen Menschen sind bereits im November oder Dezember erkrankt. Im vergangenen Jahr waren es 39 Fälle, 9 Menschen sind verstorben. Betroffen waren u.a. die Provinzen Guangdong, Hunan, Guangxi, Zhejiang und Sichuan. Seit dem ersten Nachweis beim Menschen in 2014 wurden 79 Infektionen inklusive 32 Todesfällen registriert. Bis auf einen Fall in Laos (2021) wurden alle Erkrankungen in China verzeichnet. Ende April 2021 wurde erstmals eine Infektion mit Influenza A(H10N3) beim Menschen bestätigt. Ein 41-Jähriger aus der Provinz Jiangsu im Osten des Landes ist erkrankt. Seit 2003 hat die hochpathogene Vogelgrippe durch Influenza A(H5N1) in diversen Landesteilen immer wieder zu örtlichen oder regionalen Ausbrüchen bei Wildvögeln und Nutztieren geführt. Anfang Februar 2020 wurde ein Ausbruch mit ca. 18.000 betroffenen Tieren einer Geflügelfarm in der Provinz Hunan gemeldet. Infektionen beim Menschen wurden seit 2015 in China nicht gemeldet. Bei der Mehrzahl der Patienten konnte Kontakt zu Geflügel nachgewiesen werden. Influenza A(H9N2) ist in China in Geflügel weit verbreitet. Vereinzelt werden auch milde Infektionen beim Menschen beobachtet, meistens sind Kinder betroffen. Seit Anfang des Jahres wurden 10 Erkrankungen verzeichnet. Im vergangenen Jahr wurden 24 Infektionen in 9 Provinzen (Anhui, Fujian, Guangdong, Guizhou, Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi und Sichuan) bestätigt.


 Allgemeine Hinweise 

Medizinische Versorgung: Die medizinische Versorung ist mit der in Europa nicht zu vergleichen. Hinzu kommen gravierende Sprachprobleme, da auf dem Land und auch in größeren Städten oft keine englisch- oder französischsprachigen Ärzte anzutreffen sind. Im ganzen Land kursieren zahlreiche gefälschte Medikamente.

Luftqualität:  In den Großstädten des Nordes und Ostens erreicht die Luftverschmutzung v.a. im Herbst und Winter alarmierende Ausmaße. Prävention ist kaum möglich. Vor allem Vorerkrankte (z.B Asthma, COPD) sollten Notfallmedikation gegen Komplikationen mitführen.


 Botschaften 

Für Deutschland zuständige Vertretung:

Deutsche Vertretung:

(Quelle: Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland)


 Auslandskrankenversicherung 

Für die private Auslandsreise empfehlen wir Ihnen, grundsätzlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen.

Hinzu kommt, dass die Kosten für einen krankheits- oder unfallbedingten Rücktransport nach Deutschland nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt werden. Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden Rückführungskosten nicht erstattet.

Die Auslandskrankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Sie im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.

Den reisemedizinischen Ratgeber zum Thema "Krankenversicherung für Auslandsreisen" können Sie hier herunterladen (PDF).



 Beratungsstellen 

Wir empfehlen grundsätzlich, sich vor einer Reise aktuell, kompetent und individuell zu Gesundheitsfragen beraten zu lassen:

Apotheken mit qualifizierter Reise-Gesundheits-Beratung (nach Postleitzahlgebieten)

Impfstellen und Ärzte mit Spezialsprechstunde Reisemedizin (nach Postleitzahlgebieten)

Reisebüros , die Ihnen Ärzte und Apotheken in Ihrer Umgebung empfehlen können.



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