Reisemedizinische Länderinformationen des CRM Centrum für Reisemedizin
Stand: 15.01.2019


Pakistan

Pakistan
In diesem Dokument

Die nachstehenden Informationen geben Ihnen einen Überblick über notwendige und sinnvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei einer Reise in dieses Land.


 Klima 

Subtropisches trockenes Kontinentalklima; im Norden Gebirgsklima mit Monsunregen im Sommer, im Westen und Südosten Wüstenklima; durchschn. Temp. in Islamabad im Januar 10 °C, im Juni 30°C, in Karachi im Januar 19 °C, im Juni 31 °C.


 Einreise-Impfvorschriften 

Bei Direktflug aus Europa: keine Impfungen vorgeschrieben

Bei einem vorherigen Zwischenaufenthalt (innerhalb der letzten 6 Tage vor Einreise) in einem der aufgeführten Länder (Gelbfieber-Endemiegebiete) wird bei Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt (ausgenommen Kinder unter 1 Jahr).

Gelbfieber-Impfbescheinigung auch erforderlich bei Zwischenstopp oder Umstieg (Transitverkehr), der länger als 12 Stunden dauert, in einem der untenstehenden Länder. Abweichend von der offiziellen Bestimmung kann der Impfnachweis auch bei kürzerem Transit-Aufenthalt verlangt werden.

Bei Einreise aus Ländern in denen ein Infektionsrisiko besteht wird von allen Reisenden eine Polio-Impfung verlangt.

Ausreise: Von Reisenden, die sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben, kann lt. WHO bei der Ausreise der Nachweis einer Polio-Impfung verlangt werden; die Impfung sollte nicht länger als 1 Jahr zurückliegen.

Ärztliche Bescheinigungen zur Befreiung von der Gelbfieber-Impfung ("exemption certificate", "waiver") werden bei der Einreise nicht anerkannt.

Gemäß den geänderten International Health Regulations der WHO (am 11. Juli 2016 in Kraft getreten) ist die Gelbfieber-Impfbescheinigung nach einmaliger Impfung lebenslang gültig. Es ist möglich, dass abweichend von der offiziellen Regelung bei Einreise ein Impfnachweis verlangt wird, der nicht älter als 10 Jahre ist.


Qualifizierte Beratungsstellen

Gelbfieber-Impfbescheinigung erforderlich bei Einreise aus:
Angola · Äquatorialguinea · Argentinien · Äthiopien · Benin · Bolivien · Brasilien · Burkina Faso · Burundi · Ecuador · Elfenbeinküste · Franz. Guayana · Gabun · Gambia · Ghana · Guinea · Guinea-Bissau · Guyana · Kamerun · Kenia · Kolumbien · Kongo, Rep. · Kongo, Dem. Rep. · Liberia · Mali · Mauretanien · Niger · Nigeria · Panama · Paraguay · Peru · Senegal · Sierra Leone · Sudan · Südsudan · Suriname · Togo · Trinidad & Tobago · Tschad · Uganda · Venezuela · Zentralafr. Republik


 Empfohlener Impfschutz 

Allgemein zu empfehlender Impfschutz überprüfen, ggf. ergänzen bzw. auffrischen.

Je nach Reisestil und Aufenthaltsbedingungen im Lande außerdem zu erwägen:


Qualifizierte Beratungsstellen
Impfschutz Reisebedingung 1 Reisebedingung 2 Reisebedingung 3
x x x
x x x
x x x
x x
x x
x x
x

x

(d) bei Langzeitaufenthalten oder engerem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung
(e) bei vorhersehbarem Umgang mit Tieren
(g) bei besonderen Aufenthaltsbedingungen in bestimmten ländlichen Gebieten.
(h) bei engerem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung.

Reisebedingung 1:
Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich

Reisebedingung 2:
Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)

Reisebedingung 3:
Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)


Wichtiger Hinweis:

Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen für private Auslandsaufenthalte durch Ihre Krankenversicherung finden Sie in unserer Rubrik "Kostenerstattung" (www.crm.de/krankenkassen).

Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen (siehe Anschriften qualifizierter Beratungsstellen nach Postleitzahlgebieten sortiert: www.crm.de/beratungsstellen).


 Malaria 

Risiko:

ganzjährig

  • mittleres Risiko Gebiete unterhalb 2000 m im Grenzgebiet zum Iran und zu Afghanistan und im S;
  • geringes Risiko in den anderen Landesteilen, auch in den Städten

Mückenschutz
Vorbeugung:

Ein konsequenter Mückenschutz in den Abend- und Nachtstunden verringert das Malariarisiko erheblich (Expositionsprophylaxe).

Die wichtigsten Maßnahmen sind:

  • In der Dämmerung und nachts Aufenthalt in mückengeschützten Räumen (Räume mit aircondition, Mücken fliegen nicht vom Warmen ins Kalte)
  • Beim Aufenthalt im Freien in Malariagebieten abends und nachts weitgehend körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange Hosen).
  • Anwendung von insektenabwehrenden Mitteln an unbedeckten Hautstellen (Wade, Handgelenke, Nacken). Wirkungsdauer ca. 2-4 Std.
  • Im Wohnbereich Anwendung von insektenabtötenden Mitteln in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen.
  • Schlafen unter dem Moskitonetz (vor allem in Hochrisikogebieten)

Ergänzend ist die Mitnahme von Anti-Malaria-Medikamenten zur Notfallselbsttherapie zu empfehlen. Zu Art und Dauer der Behandlung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. informieren Sie sich in einer qualifizierten reisemedizinischen Beratungsstelle (s.unten). Malariamittel sind verschreibungspflichtig.



 Ratschläge zur Reiseapotheke 

Denken Sie daran, eine Reiseapotheke mitzunehmen, damit sie für leichtere Erkrankungen und kleinere Notfälle gerüstet sind.

Folgendes sollten Sie auf Reisen immer dabei haben: Medikamente gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber, Schmerzen sowie Wunddesinfektionsmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe bei Insektenstichen oder anderen Hautreizungen, Fieberthermometer und Verbandmaterial.

Je nach Reiseland und Reiseziel können weitere Medikamente (z.B. zur Malariavorsorge) oder Hilfsmittel (z.B. Spritzen) sinnvoll sein.

Nicht vergessen: Medikamente, die Sie ständig einnehmen müssen!

Wenn Sie spezielle Fragen zur Reiseapotheke haben, wenden Sie sich am besten an eine Apotheke mit reisemedizinisch qualifizierten Mitarbeitern.


 Aktuelle Meldungen 

Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Mit örtlichen Cholera-Ausbrüchen muss im ganzen Land gerechnet werden. Typhus kommt sporadisch vor. Hygiene und Impfschutz beachten.

Poliomyelitis: Seit Ende März 2018 wurden offiziell 8 Infektionen bestätigt, Presseberichten zufolge sind es 12 Erkrankungen. 2017 wurden landesweit 8 Infektionen durch Polio-Wildvirus gemeldet. Betroffen waren die Provinzen Sindh, Belutschistan, Punjab und Gilgit-Baltistan in der Region Kaschmir. Pakistan ist eines der wenigen Länder, in dem Poliomyelitis weiterhin endemisch ist. Impfprophylaxe durchführen! Entgegen den offiziellen Bestimmungen wird bei der Einreise beruflich Reisender der Nachweis eines Arztes über einen bestehenden Polioschutz verlangt. Entsprechend der Vorgaben der WHO müssen allen Reisenden (Einheimischen und Touristen), die sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben, bei der Ausreise eine Impfung gegen Polio vorweisen. Die Impfung muss zwischen 4 Wochen und einem Jahr vor der Abreise erfolgen und in einem international gültigen Impfausweis dokumentiert sein.

Tollwut: Hohes Risiko durch streunende Hunde und Mangel an guten Impfstoffen landesweit. Bei verdächtigen Tierkontakten zwecks adaequater Versorgung möglichst an die deutsche Vertretung wenden. Bei vorhersehbarem Risiko vorbeugende Impfung empfohlen.

Typhus: Seit November 2016 sind in der Provinz Sindh (S) 5.274 Menschen an antibiotikaresistentem Typhus erkrankt, mehr als 4.530 Infektionen wurden 2018 registriert. Die meisten Fälle wurden in den Städten Karachi und Hyderabad verzeichnet. Im vergangenen Jahr wurde die Infektion auch bei einem britischen und 5 amerikanischen Touristen bestätigt. Reisende sollten auf sorgfältige Nahrungs- und Trinkwasserhygiene achten, eine Impfung wird empfohlen.


 Allgemeine Hinweise 

HIV-Test: Für Langzeitaufenthalte wird ein HIV-Test in englischer Sprache verlangt.

Medizinische Versorung: Landesweit ist mit erheblichen Engpässen bei der medizinische Versorung zu rechnen. Adaequate Ausstattung der Reiseapotheke, Auslandkrankenversicherung mit Abdeckung des Rücktransport-Risikos für Notfälle dringend empfohlen.

Tollwut: Moderne Tollwutimpfstoffe und Immunglobulin sind allenfalls in Islamabad verfügbar. Eine komplette Grundimmunisierung sollte bei vorhersehbarem Risiko vor der Einreise durchgeführt werden.


 Sicherheitshinweise 

Sicherheitshinweis: Das Oberste Gericht Pakistans hat ein Todesurteil wegen Blasphemie gegen eine Christin am 31. Oktober 2018 aufgehoben. Verschiedene religiöse Gruppen haben landesweit zu Protesten gegen die Entscheidung aufgerufen. Es kommt dabei zu teilweise erheblichen Behinderungen durch Straßenblockaden. Gewalttätige Ausschreitungen können dabei nicht ausgeschlossen werden. Die Proteste könnten nach den Freitagsgebeten weiter eskalieren. Reisende werden gebeten, Reisen nach und in Pakistan derzeit sorgfältig abzuwägen, vor Ort besonders vorsichtig zu sein und sich durch die Medien informiert zu halten. Nicht unbedingt nötige Bewegungen im öffentlichen Raum sollten verschoben werden, bis sich die Lage beruhigt hat. Menschenansammlungen sollten gemieden und Anweisungen von Sicherheitsbehörden unbedingt befolgt werden (www.auswaertiges-amt.de).


 Botschaften 

Für Deutschland zuständige Vertretung:

Deutsche Vertretung:

(Quelle: Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland)


 Nicht vergessen: Auslandskrankenversicherung 

Für die private Auslandsreise empfehlen wir Ihnen, grundsätzlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen.

Hinzu kommt, dass die Kosten für einen krankheits- oder unfallbedingten Rücktransport nach Deutschland nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt werden. Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden Rückführungskosten nicht erstattet.

Die Auslandskrankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Sie im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.

Den reisemedizinischen Ratgeber zum Thema "Krankenversicherung für Auslandsreisen" können Sie hier herunterladen (PDF).



 Beratungsstellen 

Wir empfehlen grundsätzlich, sich vor einer Reise aktuell, kompetent und individuell zu Gesundheitsfragen beraten zu lassen:

Apotheken mit qualifizierter Reise-Gesundheits-Beratung (nach Postleitzahlgebieten)

Impfstellen und Ärzte mit Spezialsprechstunde Reisemedizin (nach Postleitzahlgebieten)

Reisebüros, die Ihnen Ärzte und Apotheken in Ihrer Umgebung empfehlen können.



Die Angaben in diesem Informationssystem wurden nach bestem Wissen und sorgfältiger Recherche zusammengestellt. Eine Gewähr oder Haftung kann nicht übernommen werden.

© Inhalte: Centrum für Reisemedizin 2019