Aktuelles zur Zeckensaison

Zeckenübertragene Erkrankungen

In Deutschland und den Nachbarländern kommen im Wesentlichen zwei Krankheiten in Betracht: Mit der Lyme-Borreliose ist flächendeckend zu rechnen. Die FSME kommt mit regional unterschiedlicher Dichte vor, besonders in weiten Teilen Bayerns, Baden-Württembergs und vereinzelt in Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Das Robert Koch-Institut hat am 3. Mai 2010 die aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete veröffentlicht. Sie haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Insgesamt 136 Kreise in 5 Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz) sind als FSME-Risikogebiete deklariert. Im Jahr 2009 wurden insgesamt 313 FSME-Erkrankungen gemeldet, 2008 waren es 289. Hinweis auf Schutz vor Zeckenstichen, bei Expositionsgefahr in FSME-Risikogebieten Impfung.

Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik: Während der wärmeren Jahreszeit läuft die "Zeckensaison" mit dem Risiko zeckenübertragener Krankheiten, darunter in bestimmten Landesteilen auch für die sog. "FSME", die zu einer Hirnentzündung führen kann. Fragen Sie Ihren Arzt, ob ihr Reiseziel in einem solchen Infektionsgebiet liegt und ob eine vorbeugende Impfung zu empfehlen ist.
Kroatien: In Nordkroatien werden aktuell 6 Personen mit schwer verlaufender FSME behandelt, 5 der 6 Patienten befinden sich im Koma.

Estland, Lettland, Litauen: Die baltischen Staaten melden seit Jahren europaweit die höchsten Fallzahlen dieser mit Hirnentzündung einhergehenden, zeckenübertragenen Erkrankung. In Lettland sind auch die Grünanlagen in den Stadtgebieten gefährdet. Eine Infektion durch unpasteurisierte Milch ist ebenfalls möglich. Schutz vor Zecken beachten, bei Risiko Impfung.

Russland: Die Monate Mai und Juni gelten als saisonaler Gipfel. Zu den zeckenübertragenen Erkrankungen gehört in Russland die FSME/RSSE im gesamten eurasischen Waldgürtel bis zum fernen Osten. Im letzten Jahr wurden 36.000 Zeckenbisse gemeldet, in 222 Fällen konnten FSME-Infektionen nachgewiesen werden. 26 Menschen, darunter ein Kind, hatten neurologische Symptome mit bleibenden Behinderungen. 61 Fälle verliefen sehr schwer, 4 Menschen verstarben. Für 2010 haben die Fälle von FSME/RSSE bereits jetzt die Zahlen des Vorjahres erreicht: gemeldet werden 274 Todesfälle. Mit einem Borreliose-Risiko ist landesweit zu rechnen. Während die durchschnittliche Infektionsrate 2009 landesweit bei etwa 7/100.000 lag, verzeichnete die Region Kaluga südwestlich von Moskau mit ca. 15/100.000 deutlich höhere Infektionsraten. Als Ursache wird eine Zunahme von mit Zecken befallenen Nagetieren durch vermehrte Landschaftsgestaltung, Tourismus-Entwicklung und Urbanisierung vermutet. Die höchsten Fallzahlen wurden aus der Ural-Region und Nordwestrussland gemeldet. Das sog. "Altweltliche Zeckenbissfieber", das mit Fieber und Hautausschlag einhergeht, gibt es vor allem am Schwarzen und am Kaspischen Meer, das sog. "Krim-Kongo Hämorrhagische Fieber", bei dem es zu Blutungen kommen kann, vereinzelt in Süd-Sibirien. Schutz vor Zeckenstichen und eine frühzeitige Zeckenentfernung sind zu empfehlen. Bei entsprechendem Risiko ist eine FSME-Impfung, die auch gegen die russische Variante des Virus RSSE wirksam ist, ratsam.

USA: Während der wärmeren Jahreszeit besteht ein Infektionsrisiko für die beiden landesspezifischen zeckenübertragenen Erkrankungen:
1. Lyme-Borreliose - eine Krankheit, die zu Haut- Gelenk- und Nervenbeteiligung führen kann. Die meisten Fälle stammen aus den nordöstlichen Bundesstaaten Connecticut, Delaware, Maryland, Massachusetts, New Jersey, New York, Pennsylvania, Rhode Island und den zwei nordzentralen Staaten Minnesota und Wisconsin. Der saisonale Gipfel liegt in den Monaten Juni bis August. Schutz vor Zecken beachten. Einen Impfstoff gibt es auch in den USA nicht mehr.
2. Rocky Mountain Spotted Fever - die mit Fieber und Hautausschlag beginnende Erkrankung kann vor allem bei Älteren zu einer Hirnentzündung führen. Die meisten Fälle stammen nicht aus dem "Felsengebirge", sondern aus den Südatlantikstaaten, vor allem N-Carolina, Tenessee, S-Carolina und Oklahoma. Zeckenschutz beachten, bei verdächtigen Symptomen sofort Arzt aufsuchen.

FSME-Risikogebiete in Deutschland
FSME-Risikogebiete in Deutschland
Quelle: Baxter

FSME-Risikogebiete in Europa
FSME-Risikogebiete in Europa
Quelle: Baxter