Von PD Dr. Tomas Jelinek
Meteorologisch hat der Herbst bereits in dieser Woche, am 1. September, begonnen. Man merkt auch schon, dass die Tage kürzer
werden: abends ist es früher dunkel und morgens später hell. Viele Menschen verreisen in dieser Zeit gerne noch einmal in
den Süden, um den Sommer zu verlängern. Doch in diesem Jahr ist einiges anders. Die Diskussion um die Schweinegrippe hat zu
einer Verunsicherung geführt: Soll man trotz oder wegen der Schweinegrippe verreisen oder vielleicht besser zuhause bleiben?
Schließlich sind es vor allem die Reiserückkehrer, bei denen zunächst das Virus nachgewiesen wurde. Doch bestimmte Länder
wegen der Schweinegrippe zu meiden, ist genauso unsinnig wie der Versuch, der Infektion durch Reisen zu entfliehen. Die Schweinegrippe
ist weltweit verbreitet und die Ansteckungsgefahr ist in Nordrhein-Westfalen nicht geringer als in Namibia oder auf Gran Canaria.
Viele Menschen fragen uns, ob eine besondere Ansteckungsgefahr während eines Fluges bestehe. Sie vermuten, die Klimaanlagen
im Flugzeug könnten die Viren besonders schnell verbreiten. Tatsächlich verfügen die meisten Flugzeuge jedoch über Klimaanlagen
mit Filter, die auch Viren reduzieren. Die Übertragung der Grippe erfolgt ganz überwiegend per Tröpfcheninfektion von Mensch
zu Mensch und nicht über Klimaanlagen. Um eine Erkrankung zu vermeiden, ist es hilfreich, wenn Sie Ihr Immunsystem stärken.
Sie sollten hin und wieder ausspannen, Kraft tanken und sich im Urlaub gut erholen. Nützlich kann es sein, wenn Sie desinfizierende
Feuchttücher mitnehmen. Denn manchmal fehlen unterwegs die Möglichkeiten, sich regelmäßig die Hände zu waschen und dies ist
eine der wichtigsten Vorsorgemaßnahmen, um sich vor einer Ansteckung zu schützen.
Privatdozent Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin