Reisemedizinische Länderinformationen des CRM Centrum für Reisemedizin
Stand: 20.10.2014

China

China

In diesem Dokument
Die nachstehenden Informationen geben Ihnen einen Überblick über notwendige und sinnvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei einer Reise in dieses Land.



 Klima 

Im Süden subtropisch bis tropisches Monsunklima (Sommermonsun) mit hohen Temperaturen (durch schnittliche Januar-Temperatur in Kanton 13,5 °C, Juli-Temperatur 29 °C); im Osten warm gemäßigt mit nach Norden hin zunehmend kalten Wintern; im Landesinnern Steppen- und Wüstenklima mit extremen Temperaturgegensätzen; in Tibet trockenkaltes Gebirgsklima; durchschnittliche Juli-Temperatur in Peking 26 °C, durchschnittliche Januar-Temperatur -4,7 °C.


 Einreise-Impfvorschriften 

Bei Direktflug aus Europa: keine Impfungen vorgeschrieben

Bei einem vorherigen Zwischenaufenthalt (innerhalb der letzten 6 Tage vor Einreise) in einem der aufgeführten Länder (Gelbfieber-Endemiegebiete) wird bei Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt (ausgenommen Kinder unter 9 Monaten).
Die Impfung ist nicht erforderlich für die speziellen Verwaltungseinheiten Hongkong und Macao.

Qualifizierte Beratungsstellen

Gelbfieber-Impfbescheinigung auch erforderlich bei Zwischenstopp oder Umstieg (Transitverkehr) in einem der untenstehenden Länder.

Gelbfieber-Impfbescheinigung erforderlich bei Einreise aus:
Angola · Äquatorialguinea · Argentinien · Äthiopien · Benin · Bolivien · Brasilien · Burkina Faso · Burundi · Ecuador · Elfenbeinküste · Franz. Guayana · Gabun · Gambia · Ghana · Guinea · Guinea-Bissau · Guyana · Kamerun · Kenia · Kolumbien · Kongo, Rep. · Kongo, Dem. Rep. · Liberia · Mali · Mauretanien · Niger · Nigeria · Panama · Paraguay · Peru · Ruanda · Senegal · Sierra Leone · Sudan · Suriname · Togo · Trinidad & Tobago · Tschad · Uganda · Venezuela · Zentralafr. Republik ·


 Empfohlener Impfschutz 

Generell: Standardimpfungen nach dem deutschen Impfkalender, spez. Tetanus, Diphtherie, Grippe (saisonal), Hepatitis A

Je nach Reisestil und Aufenthaltsbedingungen im Lande außerdem zu erwägen


Qualifizierte Beratungsstellen
Impfschutz Reisebedingung 1 Reisebedingung 2 Reisebedingung 3
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(a) > 50 Jahre
(b) bei engerem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, sowie bei Alter unter 25 Jahre
(c) bei engerem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, sowie bei Alter unter 25 Jahre
(g) bei Langzeitaufenthalten oder engerem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung
(h) bei vorhersehbarem Umgang mit Tieren
(i) bei besonderen Aufenthaltsbedingungen in bestimmten ländlichen Gebieten.
(j) (fernöstlicher Subtyp). Bekannte Endemiegebiete liegen im N mit den höchsten Fallzahlen in der Provinz Heilongyiang entlang des Amur, mit weiteren Herden in der Provinz Jilin, der Inneren Mongolei und der Xinjiang-Uygur Autonomen Region im NW. Hauptübertragungszeit Mai-Juni. Berichte aus Tibet (W) und Yunnan (SW) sind bisher nicht gesichert. Die Datenlage ist nicht flächendeckend.
(k) bei aktuellen Ausbrüchen bzw. Exposition im Endemiegebiet

Reisebedingung 1:
Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich

Reisebedingung 2:
Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)

Reisebedingung 3:
Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)


Wichtiger Hinweis:

Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen für private Auslandsaufenthalte durch Ihre Krankenversicherung finden Sie in unserer Rubrik "Kostenerstattung" (www.crm.de/krankenkassen).

Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen (siehe Anschriften qualifizierter Beratungsstellen nach Postleitzahlgebieten sortiert: www.crm.de/beratungsstellen).



 Malaria 

Risiko:
  • nördlich 33° N: Juli - November;
  • zwischen 33° und 25° N: Mai - Dezember;
  • südlich 25° N: ganzjährig

Mückenschutz
  • geringes Risiko für P. falciparum v.a. im Süden Yunnans, im Grenzgebiet zu Vietnam sowie auf der Insel Hainan;
  • geringes, vorwiegend saisonales Risiko ausschließlich P. vivax, herdförmig in folgenden Provinzen: Fujian, Guangdong, Guangxi, Guizhou, Hunan, Jiangxi sowie im N und NO von Yunnan, nach N abnehmend;
  • sehr geringes, saisonales Risiko, ausschließlich P. vivax, nach N auslaufend, herdförmig in folgenden Provinzen: Anhui, Henan, Hubei, Jiangsu;;
  • sehr geringes Risiko auch im N von Hongkong außerhalb des Stadtgebietes;
  • kein Risiko in den übrigen (nördlichen und westlichen) Landesteilen, in Großstädten einschließlich Hongkong und Macao sowie in Höhenlagen über 1500 m
Vorbeugung:

Ein konsequenter Mückenschutz in den Abend- und Nachtstunden verringert das Malariarisiko erheblich (Expositionsprophylaxe).

Die wichtigsten Maßnahmen sind:

  • In der Dämmerung und nachts Aufenthalt in mückengeschützten Räumen (Räume mit aircondition, Mücken fliegen nicht vom Warmen ins Kalte)
  • Beim Aufenthalt im Freien in Malariagebieten abends und nachts weitgehend körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange Hosen).
  • Anwendung von insektenabwehrenden Mitteln an unbedeckten Hautstellen (Wade, Handgelenke, Nacken). Wirkungsdauer ca. 2-4 Std.
  • Im Wohnbereich Anwendung von insektenabtötenden Mitteln in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen.
  • Schlafen unter dem Moskitonetz (vor allem in Hochrisikogebieten)

In Abhängigkeit von der Reisebedingung kann die Mitnahme von Anti-Malaria-Medikamenten zur notfallmäßigen Selbstbehandlung (Stand-by-Behandlung) sinnvoll sein. Zu Art und Dauer der Behandlung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. informieren Sie sich in einer qualifizierten reisemedizinischen Beratungsstelle (s.unten). Malariamittel sind verschreibungspflichtig.


 Ratschläge zur Reiseapotheke 

Denken Sie daran, eine Reiseapotheke mitzunehmen, damit sie für leichtere Erkrankungen und kleinere Notfälle gerüstet sind.

Folgendes sollten Sie auf Reisen immer dabei haben: Medikamente gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber, Schmerzen sowie Wunddesinfektionsmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe bei Insektenstichen oder anderen Hautreizungen, Fieberthermometer und Verbandmaterial.

Je nach Reiseland und Reiseziel können weitere Medikamente (z.B. zur Malariavorsorge) oder Hilfsmittel (z.B. Spritzen) sinnvoll sein.

Nicht vergessen: Medikamente, die Sie ständig einnehmen müssen!

Wenn Sie spezielle Fragen zur Reiseapotheke haben, wenden Sie sich am besten an eine Apotheke mit reisemedizinisch qualifizierten Mitarbeitern.


 Aktuelle Meldungen 

Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Cholera und Typhus kommen in China sporadisch vor. Betroffen sind die Küstenregionen einschließlich der Großstädte wie Hongkong und Shanghai. Infektionsquelle sind gewöhnlich unzureichend gegarte Meeresfrüchte. Reisende sollten Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten, ggf. Impfung gegen Typhus.

Dengue: In der Provinz Guangdong im Süden des Landes wird mit ca. 31.000 Infektionen der schwerste Ausbruch seit 10 Jahren gemeldet. Allein in der Stadt Guangzhou sind die Fallzahlen seit Mai auf etwa 26.300 gestiegen, es gab 6 Todesfälle. Als Ursache werden u.a. die starken Regenfälle und hohen Temperaturen in diesem Sommer vermutet. Mückenschutz beachten.

Tollwut: China ist nach Indien das Land mit den zweithöchsten Fallzahlen bei Menschen und Tieren, speziell Hunden. Bei verdächtigen Tierkontakten ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Eine vorbeugende Impfung wird vor allem bei vorhersehbarem Risiko und bei längeren Aufenthalten dringend empfohlen. Eine Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt sollte rechtzeitig vor der Reise erfolgen.

Vogelgrippe: Seit 2003 hat die hochpathogene Vogelgrippe durch Influenza A(H5N1) in diversen Landesteilen immer wieder zu örtlichen oder regionalen Ausbrüchen bei Wildvögeln und Nutztieren geführt. Anfang Januar ist in Kanada eine 27-jährige Frau nach ihrer Rückkehr von einer Chinareise an der Vogelgrippe verstorben. Insgesamt wurden in China bisher 47 menschliche Erkrankungen, darunter 30 Todesfälle, gemeldet. Bei der Mehrzahl der Patienten konnte Kontakt zu Geflügel nachgewiesen werden. Seit Ende März 2013 sind 454 Menschen an Influenza A(H7N9) erkrankt, es gab 158 Todesfälle. Die meisten Fälle werden aus den Provinzen Guangdong und Zhejiang gemeldet.


 Allgemeine Hinweise 

Medizinische Versorgung: Die medizinische Versorung ist mit der in Europa nicht zu vergleichen. Hinzu kommen gravierende Sprachprobleme, da auf dem Land und auch in größeren Städten oft keine englisch- oder französischsprachigen Ärzte anzutreffen sind. Im ganzen Land kursieren zahlreiche gefälschte Medikamente.

Luftqualität:  In den Großstädten des Nordes und Ostens erreicht die Luftverschmutzung v.a. im Herbst und Winter alarmierende Ausmaße. Prävention ist kaum möglich. Vor allem Vorerkrankte (z.B Asthma, COPD) sollten Notfallmedikation gegen Komplikationen mitführen.


 Sicherheitshinweise 

Sicherheitshinweis: Seit dem 28. September 2014 finden in Hongkong Demonstrationen und Protestkundgebungen, insbesondere im Banken- und Geschäftsviertel, statt. Am 28.09.2014 kam es dabei auch vereinzelt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften. Die Lage hat sich seit dem 29. September 2014 beruhigt, die Proteste verlaufen friedlich und gewaltfrei. Ein Ende der Proteste ist derzeit nicht absehbar. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Proteste erneut eskalieren, wird empfohlen, die Versammlungsorte zu meiden und die aktuelle Berichterstattung in den Medien aufmerksam zu verfolgen (www.auswaertiges-amt.de).


 Botschaften 

Für Deutschland zuständige Vertretung:

Deutsche Vertretung:

(Quelle: Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland)


 Nicht vergessen: Auslandskrankenversicherung 

Für die private Auslandsreise empfehlen wir Ihnen, grundsätzlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen.

Hinzu kommt, dass die Kosten für einen krankheits- oder unfallbedingten Rücktransport nach Deutschland nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt werden. Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden Rückführungskosten nicht erstattet.

Die Auslandskrankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Sie im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.

Den reisemedizinischen Ratgeber zum Thema "Krankenversicherung für Auslandsreisen" können Sie hier herunterladen (PDF).



 Gesundheitsakten auf Reisen 

Trotz optimaler Vorbereitung und Beratung im Vorfeld einer Reise durch erfahrene Reisemediziner kann unterwegs sowohl im Inland als auch im Ausland jederzeit ein plötzliches Gesundheitsproblem in Form einer Krankheit oder eines Unfalls auftreten.

Der schnelle Abruf bzw. das Vorliegen verlässlicher Informationen über Ihren Gesundheitszustand können in solchen Fällen lebensrettend sein. Die CRM travel.CARD ermöglicht Ärzten im Notfall Ihre persönlichen, medizinischen Daten einzusehen.

Ihre persönliche Gesundheitsakte enthält wichtige Informationen über vorliegende Krankheiten, Allergien, eingenommene Medikamente und Kontaktdaten Ihrer behandelnden Ärzte.

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt und Apotheker im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung zur CRM travel.CARD informieren.


 Beratungsstellen 

Wir empfehlen grundsätzlich, sich vor einer Reise aktuell, kompetent und individuell zu Gesundheitsfragen beraten zu lassen:

Apotheken mit qualifizierter Reise-Gesundheits-Beratung (nach Postleitzahlgebieten)

Impfstellen und Ärzte mit Spezialsprechstunde Reisemedizin (nach Postleitzahlgebieten)

Reisebüros , die Ihnen Ärzte und Apotheken in Ihrer Umgebung empfehlen können.



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