Reisemedizinische Länderinformationen des CRM Centrum für Reisemedizin
Stand: 24.06.2016

China

China

In diesem Dokument
Die nachstehenden Informationen geben Ihnen einen Überblick über notwendige und sinnvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei einer Reise in dieses Land.



 Klima 

Im Süden subtropisch bis tropisches Monsunklima (Sommermonsun) mit hohen Temperaturen (durch schnittliche Januar-Temperatur in Kanton 13,5 °C, Juli-Temperatur 29 °C); im Osten warm gemäßigt mit nach Norden hin zunehmend kalten Wintern; im Landesinnern Steppen- und Wüstenklima mit extremen Temperaturgegensätzen; in Tibet trockenkaltes Gebirgsklima; durchschnittliche Juli-Temperatur in Peking 26 °C, durchschnittliche Januar-Temperatur -4,7 °C.


 Einreise-Impfvorschriften 

Bei Direktflug aus Europa: keine Impfungen vorgeschrieben

Bei einem vorherigen Zwischenaufenthalt (innerhalb der letzten 6 Tage vor Einreise) in einem der aufgeführten Länder (Gelbfieber-Endemiegebiete) wird bei Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt (ausgenommen Kinder unter 1 Jahr).
Die Impfung ist nicht erforderlich für die speziellen Verwaltungseinheiten Hongkong und Macao.

Qualifizierte Beratungsstellen

Gelbfieber-Impfbescheinigung auch erforderlich bei Zwischenstopp oder Umstieg (Transitverkehr) in einem der untenstehenden Länder.

Ärztliche Bescheinigungen zur Befreiung von der Gelbfieber-Impfung ("exemption certificate", "waiver") werden bei der Einreise anerkannt.

Formale Gültigkeit der Gelbfieber-Impfbescheinigung (lt. WHO 2016): keine Angabe, bis auf weiteres ist von einer Gültigkeit von 10 Jahren auszugehen.

Gelbfieber-Impfbescheinigung erforderlich bei Einreise aus:
Angola · Äquatorialguinea · Argentinien · Äthiopien · Benin · Bolivien · Brasilien · Burkina Faso · Burundi · Ecuador · Elfenbeinküste · Franz. Guayana · Gabun · Gambia · Ghana · Guinea · Guinea-Bissau · Guyana · Kamerun · Kenia · Kolumbien · Kongo, Rep. · Kongo, Dem. Rep. · Liberia · Mali · Mauretanien · Niger · Nigeria · Panama · Paraguay · Peru · Senegal · Sierra Leone · Sudan · Südsudan · Suriname · Togo · Trinidad & Tobago · Tschad · Uganda · Venezuela · Zentralafr. Republik ·


 Empfohlener Impfschutz 

Allgemein zu empfehlender Impfschutz überprüfen, ggf. ergänzen bzw. auffrischen.

Je nach Reisestil und Aufenthaltsbedingungen im Lande außerdem zu erwägen:


Qualifizierte Beratungsstellen
Impfschutz Reisebedingung 1 Reisebedingung 2 Reisebedingung 3
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(b) bei Langzeitaufenthalten oder engerem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung
(c) bei vorhersehbarem Umgang mit Tieren
(g) bei besonderen Aufenthaltsbedingungen in bestimmten ländlichen Gebieten.
(h) bei engerem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung.
(i) (fernöstlicher Subtyp). Bekannte Endemiegebiete liegen im N mit den höchsten Fallzahlen in der Provinz Heilongyiang entlang des Amur, mit weiteren Herden in der Provinz Jilin, der Inneren Mongolei und der Xinjiang-Uygur Autonomen Region im NW. Hauptübertragungszeit Mai-Juni. Berichte aus Tibet (W) und Yunnan (SW) sind bisher nicht gesichert. Die Datenlage ist nicht flächendeckend.
(j) bei aktuellen Ausbrüchen bzw. Exposition im Endemiegebiet

Reisebedingung 1:
Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich

Reisebedingung 2:
Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)

Reisebedingung 3:
Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)


Wichtiger Hinweis:

Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen für private Auslandsaufenthalte durch Ihre Krankenversicherung finden Sie in unserer Rubrik "Kostenerstattung" (www.crm.de/krankenkassen).

Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen (siehe Anschriften qualifizierter Beratungsstellen nach Postleitzahlgebieten sortiert: www.crm.de/beratungsstellen).


 Malaria 

Risiko:
  • nördlich 33° N: Juli - November;
  • zwischen 33° und 25° N: Mai - Dezember;
  • südlich 25° N: ganzjährig

Mückenschutz
  • geringes Risiko für P. falciparum v.a. im Süden Yunnans, im Grenzgebiet zu Vietnam;
  • geringes, vorwiegend saisonales Risiko ausschließlich P. vivax in der Provinz Guangxi;
  • sehr geringes, saisonales Risiko, ausschließlich P. vivax, herdförmig in folgenden Provinzen: Hainan, Guangdong, Fujian, Guizhou, Hunan und Jiangxi nach N abnehmend;;
  • sehr geringes Risiko auch im N von Hongkong außerhalb des Stadtgebietes;
  • kein Risiko in den übrigen (nördlichen und westlichen) Landesteilen, in Großstädten einschließlich Hongkong und Macao sowie in Höhenlagen über 1500 m
Vorbeugung:

Ein konsequenter Mückenschutz in den Abend- und Nachtstunden verringert das Malariarisiko erheblich (Expositionsprophylaxe).

Die wichtigsten Maßnahmen sind:

  • In der Dämmerung und nachts Aufenthalt in mückengeschützten Räumen (Räume mit aircondition, Mücken fliegen nicht vom Warmen ins Kalte)
  • Beim Aufenthalt im Freien in Malariagebieten abends und nachts weitgehend körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange Hosen).
  • Anwendung von insektenabwehrenden Mitteln an unbedeckten Hautstellen (Wade, Handgelenke, Nacken). Wirkungsdauer ca. 2-4 Std.
  • Im Wohnbereich Anwendung von insektenabtötenden Mitteln in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen.
  • Schlafen unter dem Moskitonetz (vor allem in Hochrisikogebieten)

In Abhängigkeit von der Reisebedingung kann die Mitnahme von Anti-Malaria-Medikamenten zur Notfallselbsttherapie sinnvoll sein. Zu Art und Dauer der Behandlung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. informieren Sie sich in einer qualifizierten reisemedizinischen Beratungsstelle (s.unten). Malariamittel sind verschreibungspflichtig.


 Ratschläge zur Reiseapotheke 

Denken Sie daran, eine Reiseapotheke mitzunehmen, damit sie für leichtere Erkrankungen und kleinere Notfälle gerüstet sind.

Folgendes sollten Sie auf Reisen immer dabei haben: Medikamente gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber, Schmerzen sowie Wunddesinfektionsmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe bei Insektenstichen oder anderen Hautreizungen, Fieberthermometer und Verbandmaterial.

Je nach Reiseland und Reiseziel können weitere Medikamente (z.B. zur Malariavorsorge) oder Hilfsmittel (z.B. Spritzen) sinnvoll sein.

Nicht vergessen: Medikamente, die Sie ständig einnehmen müssen!

Wenn Sie spezielle Fragen zur Reiseapotheke haben, wenden Sie sich am besten an eine Apotheke mit reisemedizinisch qualifizierten Mitarbeitern.


 Aktuelle Meldungen 

Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Cholera und Typhus kommen in China sporadisch vor. Betroffen sind die Küstenregionen einschließlich der Großstädte wie Hongkong und Shanghai. Infektionsquelle sind gewöhnlich unzureichend gegarte Meeresfrüchte. Reisende sollten Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten, ggf. Impfung gegen Typhus.

Gelbfieber: Seit Mitte März wurden 7 aus Angola importierte Fälle in Peking bestätigt. Aus Shanghai wurde ebenfalls eine importierte Infektion verzeichnet. Seit Anfang April wurden 4 Fälle aus Fuzhou, der Hauptstadt der Provinz Fujian gemeldet. Alle Betroffenen sind über den Shanghai Pudong International Airport eingereist. Keiner der Betroffenen war geimpft. Die Behörden haben die Kontrollen bei der Einreise und Vektorbekämpfungsmaßnahmen bei Flugzeugen und Containern aus den betroffenen Gebieten verstärkt. Die Hauptüberträger sind im Süden des Landes verbreitet, sodass eine unbemerkte Einschleppung der Infektion zu einem Gelbfieber-Ausbruch führen könnte. Bei Einreise aus Endemiegebieten ist eine Impfung gegen Gelbfieber für alle Reisenden, die älter als 9 Monate sind, vorgeschrieben.

Tollwut: China ist nach Indien das Land mit den zweithöchsten Fallzahlen bei Menschen und Tieren, speziell Hunden. Bei verdächtigen Tierkontakten ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Eine vorbeugende Impfung wird vor allem bei vorhersehbarem Risiko und bei längeren Aufenthalten dringend empfohlen. Eine Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt sollte rechtzeitig vor der Reise erfolgen.

Vogelgrippe: Seit 2003 hat die hochpathogene Vogelgrippe durch Influenza A(H5N1) in diversen Landesteilen immer wieder zu örtlichen oder regionalen Ausbrüchen bei Wildvögeln und Nutztieren geführt. Mitte Januar wurde die erste Infektion in diesem Jahr bestätigt. Ein 42-jähriger Mann aus der Provinz Sichuan ist bereits Ende Dezember erkrankt und wird in einer Klinik behandelt. In China wurden im vergangenen Jahr 20 menschliche Erkrankungen gemeldet, 2014 waren es insgesamt 18. Bei der Mehrzahl der Patienten konnte Kontakt zu Geflügel nachgewiesen werden. Seit Ende März 2013 sind etwa 800 Menschen an Influenza A(H7N9) erkrankt, es gab mindestens 305 Todesfälle. Die meisten Fälle werden aus den Provinzen Guangdong und Zhejiang gemeldet. Inzwischen hat sich die Infektion auch auf weitere Provinzen ausgeweitet. Betroffen sind Fujian im Süden, Jiangsu, Jiangxi, Shandong, Hunan im Osten und die Region Xinjiang im Nordwesten des Landes. Mitte Juni wurde erstmals ein Fall aus der Provinz Liaoning (NO) gemeldet.


 Allgemeine Hinweise 

Medizinische Versorgung: Die medizinische Versorung ist mit der in Europa nicht zu vergleichen. Hinzu kommen gravierende Sprachprobleme, da auf dem Land und auch in größeren Städten oft keine englisch- oder französischsprachigen Ärzte anzutreffen sind. Im ganzen Land kursieren zahlreiche gefälschte Medikamente.

Luftqualität:  In den Großstädten des Nordes und Ostens erreicht die Luftverschmutzung v.a. im Herbst und Winter alarmierende Ausmaße. Prävention ist kaum möglich. Vor allem Vorerkrankte (z.B Asthma, COPD) sollten Notfallmedikation gegen Komplikationen mitführen.


 Botschaften 

Für Deutschland zuständige Vertretung:

Deutsche Vertretung:

(Quelle: Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland)


 Nicht vergessen: Auslandskrankenversicherung 

Für die private Auslandsreise empfehlen wir Ihnen, grundsätzlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen.

Hinzu kommt, dass die Kosten für einen krankheits- oder unfallbedingten Rücktransport nach Deutschland nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt werden. Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden Rückführungskosten nicht erstattet.

Die Auslandskrankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Sie im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.

Den reisemedizinischen Ratgeber zum Thema "Krankenversicherung für Auslandsreisen" können Sie hier herunterladen (PDF).



 Beratungsstellen 

Wir empfehlen grundsätzlich, sich vor einer Reise aktuell, kompetent und individuell zu Gesundheitsfragen beraten zu lassen:

Apotheken mit qualifizierter Reise-Gesundheits-Beratung (nach Postleitzahlgebieten)

Impfstellen und Ärzte mit Spezialsprechstunde Reisemedizin (nach Postleitzahlgebieten)

Reisebüros , die Ihnen Ärzte und Apotheken in Ihrer Umgebung empfehlen können.



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