Reisemedizinische Länderinformationen des CRM Centrum für Reisemedizin
Stand: 16.01.2018


Brasilien - Nordosten

Brasilien - Nordosten
(Alagoas, Bahia, Ceara, Maranhao, Paraiba, Pernambuco, Piaui, Rio Grande do Norte, Sergipe)

In diesem Dokument

Die nachstehenden Informationen geben Ihnen einen Überblick über notwendige und sinnvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei einer Reise in dieses Land.


 Regioneninfo 

Der Nordosten lässt sich geographisch in drei verschiedene Zonen einteilen. Die erste ist der bis zu 60 km ins Hinterland reichende Küstenstreifen „Litoral Oriental“, mit vielen Buchten, Inseln, Dünen, Lagunen und Riffen. Daran angrenzend erstreckt sich der „Agreste“, ein Hochplateau mit Erhebungen bis zu 700 m, steil abfallenden Hängen, steinigem Boden und spärlicher Vegetation. Weiter westlich schließlich liegt die Halbwüstenzone des „Sertão“, die 60 % des Nordostens ausmacht. Sie besteht hauptsächlich aus steinigem Gelände, das von anhaltenden Dürreperioden gekennzeichnet und bis auf die strauchartige „Caatinga“ sehr karg ist. Etwa ein Drittel der Brasilianer lebt in der Region, die kulturell ausgesprochen vielseitig ist. Sie ist stark geprägt von der portugiesischen Kolonialzeit, von der afrikanischen Kultur der ehemaligen Sklaven und von indianischen Einflüssen.

 Klima 

Im Nordosten findet man im Landesinneren teilweise ein semiarides tropisches Klima, heiß mit geringen Regenfällen. Die meisten Niederschläge fallen in den drei Monaten März bis Mai. Durchschnittstemperatur 25 °C.


 Einreise-Impfvorschriften 

Bei Direktflug aus Europa: keine Impfungen vorgeschrieben

Bei einem vorherigen Zwischenaufenthalt (innerhalb der letzten 6 Tage vor Einreise) in einem der aufgeführten Länder (Gelbfieber-Endemiegebiete) wird bei Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt (ausgenommen Kinder unter 9 Monaten).

Ärztliche Bescheinigungen zur Befreiung von der Gelbfieber-Impfung ("exemption certificate", "waiver") werden bei der Einreise anerkannt.

Bei Einreise aus Infektionsgebieten wird die Gelbfieber-Impfung entgegen den offiziellen Vorschriften häufig kontrolliert. Dies betrifft vor allem, aber nicht nur, Landgrenzen. Seit 2015 werden auch vermehrt Kontrollen von internationalen Flughäfen (z.B. Sao Paulo) berichtet.


Qualifizierte Beratungsstellen

Gelbfieber-Impfbescheinigung erforderlich bei Einreise aus:
Angola · Demokratischen Republik Kongo


 Empfohlener Impfschutz 

Allgemein zu empfehlender Impfschutz überprüfen, ggf. ergänzen bzw. auffrischen.

Je nach Reisestil und Aufenthaltsbedingungen im Lande außerdem zu erwägen:


Qualifizierte Beratungsstellen
Impfschutz Reisebedingung 1 Reisebedingung 2 Reisebedingung 3
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(b) Bei Reisen in endemische Gebiete. Dazu gehören folgende Bundesstaaten mit bestimmten Teilen ihres Territoriums: Piaui, Bahia
(c) bei Langzeitaufenthalten oder engerem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung
(d) bei vorhersehbarem Umgang mit Tieren
(e) Schutz gegen Reisediarrrhoe (ETEC).
(g) bei engerem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung.

Reisebedingung 1:
Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich

Reisebedingung 2:
Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)

Reisebedingung 3:
Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)


Wichtiger Hinweis:

Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen für private Auslandsaufenthalte durch Ihre Krankenversicherung finden Sie in unserer Rubrik "Kostenerstattung" (www.crm.de/krankenkassen).

Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen (siehe Anschriften qualifizierter Beratungsstellen nach Postleitzahlgebieten sortiert: www.crm.de/beratungsstellen).


 Malaria 

Das Land ist malariafrei

 Ratschläge zur Reiseapotheke 

Denken Sie daran, eine Reiseapotheke mitzunehmen, damit sie für leichtere Erkrankungen und kleinere Notfälle gerüstet sind.

Folgendes sollten Sie auf Reisen immer dabei haben: Medikamente gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber, Schmerzen sowie Wunddesinfektionsmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe bei Insektenstichen oder anderen Hautreizungen, Fieberthermometer und Verbandmaterial.

Je nach Reiseland und Reiseziel können weitere Medikamente (z.B. zur Malariavorsorge) oder Hilfsmittel (z.B. Spritzen) sinnvoll sein.

Nicht vergessen: Medikamente, die Sie ständig einnehmen müssen!

Wenn Sie spezielle Fragen zur Reiseapotheke haben, wenden Sie sich am besten an eine Apotheke mit reisemedizinisch qualifizierten Mitarbeitern.


 Aktuelle Meldungen 

Gelbfieber: Im Oktober ist in Itatiba (Bundesstaat Sao Paulo) ein 76-jähriger Mann verstorben. Anfang November wurde der zweite Fall bestätigt. Seit Ende Oktober wurden in der Stadt Sao Paulo 18 Verdachtsfälle gemeldet. Zuvor waren in den betroffenen Regionen zahlreiche Affen an der Infektion verendet. 15 Parks in Sao Paulo wurden vorübergehend geschlossen. Die Behörden haben die Bevölkerung zur Impfung aufgefordert. Zuvor waren in der Region zahlreiche Affen an der Infektion verendet. Zwischen Dezember 2016 und August 2017 wurde der größte Gelbfieberausbruch der letzten 30 Jahre verzeichnet. Am stärksten betroffen war der Südosten des Landes. Derzeit wird noch für alle Reisenden eine Impfung empfohlen.

Dengue: Im gesamten Land besteht ein hohes Risiko für Dengue. Am stärksten betroffen sind derzeit die Bundesstaaten Minas Gerais, Goias und Ceara. Im vergangenen Jahr wurden ca. 239.080 Erkrankungen und 88 Todesfälle gemeldet. 2016 wurden ca. 1.496.300 Infektionen und 630 Todesfälle registriert. Am stärksten betroffen waren die Bundesstaaten Minas Gerais und Sao Paulo. Schutz vor überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten.

Chikungunya: Die Gesundheitsbehörden haben Mitte 2014 die ersten lokal erworbenen Infektionen gemeldet. Seitdem hat sich die Infektion landesweit ausgebreitet. 2016 wurden ca. 265.550 Verdachtsfälle registriert, ca. 146.910 wurden bestätigt. 159 Menschen sind verstorben. Im letzten Jahr wurden ca. 184.460 Verdachtsfälle verzeichnet und rund 122.000 Erkrankungen bestätigt. 149 Menschen sind verstorben. Am stärksten betroffen ist der Nordosten des Landes. Mückenschutz beachten.

Zika-Virus: Ende April 2015 wurden im Bundesstaat Bahia (O) erstmals Infektionen mit dem Zika-Virus bestätigt, es waren gleichzeitig die ersten auf dem südamerikanischen Festland. Seitdem sind etwa eine Million Menschen erkrankt, 11 Todesfälle wurden bestätigt. Im letzten Jahr wurden bisher 16.970 Erkrankungen gemeldet. Untersuchungen haben inzwischen gezeigt, dass das Virus bereits zwischen Mai und Ende Dezember 2013 nach Südamerika eingeschleppt wurde. Besonders im Nordosten des Landes werden seit 2015 vermehrt Kinder mit Fehlbildungen des Gehirns (sog. Mikrozephalie) geboren. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Virusinfektion bei Neugeborenen infizierter Mütter diese Fehlbildungen verursachen kann. Reisende sollten auf sorgfältigen Mückenschutz achten. Schwangere sollten derzeit von nicht notwendigen Reisen in die betroffenen Gebiete absehen.


 Allgemeine Hinweise 

Gesundheitszeugnis / HIV-Test: Für Arbeitsaufenthalte wird ein Gesundheitszeugnis ("Health Certificate") sowie ein HIV-Test in deutscher und portugiesischer Sprache verlangt (Formular auf Anfrage über die Botschaft).


 Botschaften 

Für Deutschland zuständige Vertretung:

Deutsche Vertretung:
  • Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
    SES Avenida das Nações, Quadra 807, Lote 25, 70415-900 Brasilia DF
    Tel.: 0055 61 - 34 42 70 00
    Fax: 0055 61 - 4 43 75 08
    E-Mail: info@brasilia.diplo.de
    URL: http://www.brasilia.diplo.de
    (Vertretung in: Brasilien)
  • Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland
    Ed. Empresarial Center III, Rua Antonio Lumack do Monte, 128, 16° andar Boa Viagem, 51020-350 Recife PE
    Tel.: 00555 81 34 63 53 50
    Fax: 00555 81 34 65 40 84
    E-Mail: info@recife.diplo.de

(Quelle: Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland)


 Nicht vergessen: Auslandskrankenversicherung 

Für die private Auslandsreise empfehlen wir Ihnen, grundsätzlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen.

Hinzu kommt, dass die Kosten für einen krankheits- oder unfallbedingten Rücktransport nach Deutschland nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt werden. Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden Rückführungskosten nicht erstattet.

Die Auslandskrankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Sie im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.

Den reisemedizinischen Ratgeber zum Thema "Krankenversicherung für Auslandsreisen" können Sie hier herunterladen (PDF).



 Beratungsstellen 

Wir empfehlen grundsätzlich, sich vor einer Reise aktuell, kompetent und individuell zu Gesundheitsfragen beraten zu lassen:

Apotheken mit qualifizierter Reise-Gesundheits-Beratung (nach Postleitzahlgebieten)

Impfstellen und Ärzte mit Spezialsprechstunde Reisemedizin (nach Postleitzahlgebieten)

Reisebüros, die Ihnen Ärzte und Apotheken in Ihrer Umgebung empfehlen können.



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