Reisemedizinische Länderinformationen des CRM Centrum für Reisemedizin
Stand: 24.04.2018


Philippinen

Philippinen
In diesem Dokument

Die nachstehenden Informationen geben Ihnen einen Überblick über notwendige und sinnvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei einer Reise in dieses Land.


 Klima 

Tropisches Klima; Ostküsten immerfeucht, sonst Regenzeit von Juni bis November (Südwestmonsun), Trockenzeit von Dezember bis Mai; durchschn. Temp. in Manila im Januar 25° C, im Mai 29 °C.


 Einreise-Impfvorschriften 

Bei Direktflug aus Europa: keine Impfungen vorgeschrieben

Bei einem vorherigen Zwischenaufenthalt (innerhalb der letzten 6 Tage vor Einreise) in einem der aufgeführten Länder (Gelbfieber-Endemiegebiete) wird bei Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt (ausgenommen Kinder unter 1 Jahr).

Gelbfieber-Impfbescheinigung auch erforderlich bei Zwischenstopp oder Umstieg (Transitverkehr) in einem der untenstehenden Länder.

Gemäß den geänderten International Health Regulations der WHO (am 11. Juli 2016 in Kraft getreten) ist die Gelbfieber-Impfbescheinigung nach einmaliger Impfung lebenslang gültig. Es ist möglich, dass abweichend von der offiziellen Regelung bei Einreise ein Impfnachweis verlangt wird, der nicht älter als 10 Jahre ist.


Qualifizierte Beratungsstellen

Gelbfieber-Impfbescheinigung erforderlich bei Einreise aus:
Angola · Äquatorialguinea · Argentinien · Äthiopien · Benin · Bolivien · Brasilien · Burkina Faso · Burundi · Ecuador · Elfenbeinküste · Franz. Guayana · Gabun · Gambia · Ghana · Guinea · Guinea-Bissau · Guyana · Kamerun · Kenia · Kolumbien · Kongo, Rep. · Kongo, Dem. Rep. · Liberia · Mali · Mauretanien · Niger · Nigeria · Panama · Paraguay · Peru · Senegal · Sierra Leone · Sudan · Südsudan · Suriname · Togo · Trinidad & Tobago · Tschad · Uganda · Venezuela · Zentralafr. Republik


 Empfohlener Impfschutz 

Allgemein zu empfehlender Impfschutz überprüfen, ggf. ergänzen bzw. auffrischen.

Je nach Reisestil und Aufenthaltsbedingungen im Lande außerdem zu erwägen:


Qualifizierte Beratungsstellen
Impfschutz Reisebedingung 1 Reisebedingung 2 Reisebedingung 3
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(b) bei Langzeitaufenthalten oder engerem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung
(c) bei vorhersehbarem Umgang mit Tieren
(f) bei besonderen Aufenthaltsbedingungen in bestimmten ländlichen Gebieten.
(g) bei engerem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung.

Reisebedingung 1:
Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich

Reisebedingung 2:
Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)

Reisebedingung 3:
Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)


Wichtiger Hinweis:

Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen für private Auslandsaufenthalte durch Ihre Krankenversicherung finden Sie in unserer Rubrik "Kostenerstattung" (www.crm.de/krankenkassen).

Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen (siehe Anschriften qualifizierter Beratungsstellen nach Postleitzahlgebieten sortiert: www.crm.de/beratungsstellen).


 Malaria 

Risiko:

ganzjährig; verstärkt in den Regenperioden, im W Juni-November, im O eher ganzjährig.

  • geringes Risiko auf Mindoro und Palawan, sowie im äußersten NO von Luzon, im S von Panay und im S und SW von Mindoro;
  • alle übrigen Inseln, Stadtgebiete und Höhenlagen über 600 m gelten als malariafrei

Mückenschutz
Vorbeugung:

Ein konsequenter Mückenschutz in den Abend- und Nachtstunden verringert das Malariarisiko erheblich (Expositionsprophylaxe).

Die wichtigsten Maßnahmen sind:

  • In der Dämmerung und nachts Aufenthalt in mückengeschützten Räumen (Räume mit aircondition, Mücken fliegen nicht vom Warmen ins Kalte)
  • Beim Aufenthalt im Freien in Malariagebieten abends und nachts weitgehend körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange Hosen).
  • Anwendung von insektenabwehrenden Mitteln an unbedeckten Hautstellen (Wade, Handgelenke, Nacken). Wirkungsdauer ca. 2-4 Std.
  • Im Wohnbereich Anwendung von insektenabtötenden Mitteln in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen.
  • Schlafen unter dem Moskitonetz (vor allem in Hochrisikogebieten)

Ergänzend ist die Mitnahme von Anti-Malaria-Medikamenten zur Notfallselbsttherapie zu empfehlen. Zu Art und Dauer der Behandlung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. informieren Sie sich in einer qualifizierten reisemedizinischen Beratungsstelle (s.unten). Malariamittel sind verschreibungspflichtig.



 Ratschläge zur Reiseapotheke 

Denken Sie daran, eine Reiseapotheke mitzunehmen, damit sie für leichtere Erkrankungen und kleinere Notfälle gerüstet sind.

Folgendes sollten Sie auf Reisen immer dabei haben: Medikamente gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber, Schmerzen sowie Wunddesinfektionsmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe bei Insektenstichen oder anderen Hautreizungen, Fieberthermometer und Verbandmaterial.

Je nach Reiseland und Reiseziel können weitere Medikamente (z.B. zur Malariavorsorge) oder Hilfsmittel (z.B. Spritzen) sinnvoll sein.

Nicht vergessen: Medikamente, die Sie ständig einnehmen müssen!

Wenn Sie spezielle Fragen zur Reiseapotheke haben, wenden Sie sich am besten an eine Apotheke mit reisemedizinisch qualifizierten Mitarbeitern.


 Aktuelle Meldungen 

Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Mit Cholera-Ausbrüchen ist sporadisch zu rechnen. Typhus kommt in Form von Einzel- oder Gruppenerkrankungen vor. Hygiene beachten, ggf. Typhus-Impfung.

Dengue: Seit Anfang des Jahres wurde in weiten Teilen der Insel Luzon im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg der Infektionen um mehr als 50% beobachtet. Landesweit wurden entsprechend offizieller Angaben bisher ca. 15.600 Infektionen verzeichnet, im letzten Jahr wurden ca. 131.830 Verdachtsfälle gemeldet, mindestens 732 Menschen sind verstorben. Schutz vor tagaktiven Überträgermücken beachten.

Masern: Bis Ende März wurden landesweit ca. 4.170 Verdachtsfälle gemeldet, 723 Infektionen wurden bestätigt. Es gab 13 Todesfälle. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben sich die Fallzahlen mehr als verdoppelt. Impfschutz beachten.

Tollwut: Tollwut kommt landesweit vor. Jährlich sterben etwa 200-300 Menschen. Das Tollwutrisiko sollte immer Bestandteil reisemedizinischer Beratung sein. Eine prophylaktische Impfung ist vor allem bei längeren Aufenthalten dringend zu empfehlen.


 Allgemeine Hinweise 

Ciguatera-Fischvergiftung: Es besteht ein saisonales Risiko bei Verzehr von größeren Raubfischen (auch gegart). Örtliche Warnhinweise beachten!

HIV-Test: Für Arbeits- und Langzeitaufenthalte wird ein HIV-Test im Land vorgenommen.


 Sicherheitshinweise 

Sicherheitshinweis: Der Sprecher des philippinischen Präsidenten hat bekannt gegeben, dass die Insel Borocay ab dem 26. April 2018 für Touristen für einen Zeitraum von sechs Monaten geschlossen wird. Die Maßnahme wird mit Abwasserproblemen und umfassenden Bauarbeiten an Straßen und Kanalisation begründet. Reisende werden gebeten, den Anweisungen lokaler Behörden Folge zu leisten und sich bei ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Fluglinie nach aktuellen Informationen erkundigen. Nach schweren Kämpfen der philippinischen Sicherheitskräfte mit terroristischen Gruppen in Marawi gilt in ganz Mindanao bis mindestens bis Ende 2018 Kriegsrecht. Diese Maßnahme beinhaltet u.a. die Einführung von Ausgangsperren, die Einrichtung von Militärposten sowie die Aussetzung der Habeas-Corpus-Rechte (Grundsatz der unverzüglichen Haftprüfung vor Gericht). In mehreren Regionen des Landes besteht die Gefahr terroristischer Anschläge und von Entführungen, sowohl zu Land als auch zur See. Reisenden wird geraten, besonders vorsichtig zu sein, Reise- und Ausflugspläne ggfs. nochmals zu überdenken und den Anweisungen von Sicherheitskräften unbedingt Folge zu leisten (www.auswaertiges-amt.de).


 Botschaften 

Für Deutschland zuständige Vertretung:

Deutsche Vertretung:

(Quelle: Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland)


 Nicht vergessen: Auslandskrankenversicherung 

Für die private Auslandsreise empfehlen wir Ihnen, grundsätzlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen.

Hinzu kommt, dass die Kosten für einen krankheits- oder unfallbedingten Rücktransport nach Deutschland nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt werden. Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden Rückführungskosten nicht erstattet.

Die Auslandskrankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Sie im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.

Den reisemedizinischen Ratgeber zum Thema "Krankenversicherung für Auslandsreisen" können Sie hier herunterladen (PDF).



 Beratungsstellen 

Wir empfehlen grundsätzlich, sich vor einer Reise aktuell, kompetent und individuell zu Gesundheitsfragen beraten zu lassen:

Apotheken mit qualifizierter Reise-Gesundheits-Beratung (nach Postleitzahlgebieten)

Impfstellen und Ärzte mit Spezialsprechstunde Reisemedizin (nach Postleitzahlgebieten)

Reisebüros, die Ihnen Ärzte und Apotheken in Ihrer Umgebung empfehlen können.



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