Reisemedizinische Länderinformationen des CRM Centrum für Reisemedizin
Stand: 31.08.2010


Nigeria

Nigeria
In diesem Dokument

Die nachstehenden Informationen geben Ihnen einen Überblick über notwendige und sinnvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei einer Reise in dieses Land.


 Klima 

Tropisch-wechselfeuchtes Klima mit nach Norden hin abnehmenden Niederschlägen; Regenzeit im feuchtheißen Süden von April bis November, im Norden von Mai bis Oktober; an der Küste (Lagos) ganzjährig mittl. Temp. um 27° C bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit, im Norden größere Temperaturunterschiede.


 Einreise-Impfvorschriften 

Gelbfieber-Impfung für alle Reisenden vorgeschrieben (ausgenommen Kinder unter 1 Jahr)

Bei der Einreise aus kann es vorkommen, dass auch der Nachweis einer Impfung gegen

  • Meningokokken-Meningitis,
  • Cholera und
  • Polio
  • verlangt wird.

    TravelMED
    Qualifizierte Beratungsstellen


     Empfohlener Impfschutz 

    Generell: Standardimpfungen nach dem deutschen Impfkalender, spez. Tetanus, Diphtherie, außerdem Hepatitis A, Polio, Gelbfieber

    Je nach Reisestil und Aufenthaltsbedingungen im Lande außerdem zu erwägen

    TravelMED
    Qualifizierte Beratungsstellen
    Impfschutz Reisebedingung 1 Reisebedingung 2 Reisebedingung 3
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    (h) bei Langzeitaufenthalten u. engerem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung
    (i) bei vorhersehbarem Umgang mit Tieren
    (j) nur bei engerem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, vorw. in der Trockenzeit

    Reisebedingung 1:
    Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich

    Reisebedingung 2:
    Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)

    Reisebedingung 3:
    Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)


    Wichtiger Hinweis:

    Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.

    Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen für private Auslandsaufenthalte durch Ihre Krankenversicherung finden Sie in unserer Rubrik „Kostenerstattung“ (www.crm.de/krankenkassen).

    Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen (siehe Anschriften qualifizierter Beratungsstellen nach Postleitzahlgebieten sortiert: www.crm.de/beratungsstellen).


     Malaria 

    Risiko:

    ganzjährig

    hohes Risiko landesweit

    TravelMED
    Mückenschutz
    Vorbeugung:

    Ein konsequenter Mückenschutz in den Abend- und Nachtstunden verringert das Malariarisiko erheblich (Expositionsprophylaxe).

    Die wichtigsten Maßnahmen sind:

    • In der Dämmerung und nachts Aufenthalt in mückengeschützten Räumen (Räume mit aircondition, Mücken fliegen nicht vom Warmen ins Kalte)
    • Beim Aufenthalt im Freien in Malariagebieten abends und nachts weitgehend körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange Hosen).
    • Anwendung von insektenabwehrenden Mitteln an unbedeckten Hautstellen (Wade, Handgelenke, Nacken). Wirkungsdauer ca. 2-4 Std.
    • Im Wohnbereich Anwendung von insektenabtötenden Mitteln in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen.
    • Schlafen unter dem Moskitonetz (vor allem in Hochrisikogebieten)

    Ergänzend ist die Einnahme von Anti-Malaria-Medikamenten (Chemoprophylaxe) dringend zu empfehlen. Zu Art und Dauer der Chemoprophylaxe fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. informieren Sie sich in einer qualifizierten reisemedizinischen Beratungsstelle (s.unten). Malariamittel sind verschreibungspflichtig.



     Ratschläge zur Reiseapotheke 

    Denken Sie daran, eine Reiseapotheke mitzunehmen, damit sie für leichtere Erkrankungen und kleinere Notfälle gerüstet sind.

    Folgendes sollten Sie auf Reisen immer dabei haben: Medikamente gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber, Schmerzen sowie Wunddesinfektionsmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe bei Insektenstichen oder anderen Hautreizungen, Fieberthermometer und Verbandmaterial.

    Je nach Reiseland und Reiseziel können weitere Medikamente (z.B. zur Malariavorsorge) oder Hilfsmittel (z.B. Spritzen) sinnvoll sein.

    Nicht vergessen: Medikamente, die Sie ständig einnehmen müssen!

    Wenn Sie spezielle Fragen zur Reiseapotheke haben, wenden Sie sich am besten an eine Apotheke mit reisemedizinisch qualifizierten Mitarbeitern.


     Aktuelle Meldungen 

    DarminfektionenRisiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Ein Cholera-Ausbruch in den nördlichen Provinzen Bauchi und Borno hat laut Regierungsangaben mehr als 350 Todesopfer gefordert. Mehr als 6.400 Erkrankungen in einem Drittel der Bundesstaaten Nigerias wurden gemeldet. Cholera ist im Norden endemisch. Mit örtlichen oder regionalen Auftritten ist aber auch in anderen Landesteilen zu rechnen. Hygiene beachten, Impfung ist zu empfehlen.

    PoliomyelitisIn Maiduguri(Hauptstadt des Bundesstaates Borno im Nordosten des Landes) wurde der erste Polio-Fall in diesem Jahr bekannt. Nachdem die Fallzahlen 2007 im Vergleich zu 2006 von 1.122 auf 286 Erkrankungen zurückgegangen waren, stiegen die Neuerkrankungen 2008 auf 798 an. Im letzten Jahr wurden bis Ende Dezember 388 Fälle registriert. Seit Beginn des Jahres 2010 wurden bisher 3 Polio-Fälle registriert. Impfschutz bei Reisen weiterhin beachten.


     Allgemeine Hinweise 

    Sicherheitslage: Von Reisen in die Bundesstaaten Delta, Bayelsa, Rivers und Akwa Ibom und die vorgelagerten Küstengewässer wird abgeraten. Reisende sollten sich vor Reisen außerhalb von Abuja und Lagos stets in nigerianischen und internationalen Medien über die aktuelle Sicherheitslage informieren (www.auswaertiges-amt.de).

    HIV-Test: Für Arbeits- und Langzeitaufenthalte wird ein HIV-Test in englischer Sprache verlangt (gilt nicht für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz).

    Medizinische Versorgung: Landesweit ist mit erheblichen Engpässen bei der ärztlichen und medikamentösen Versorgung zu rechnen. Adaequate Ausstattung der Reiseapotheke (Zollbestimmungen beachten, Begleitattest ratsam), Auslandskrankenversicherungmit Abdeckung des Rettungsrückflug-Risikos für Notfälle dringend empfohlen.


     Botschaften 

    Für Deutschland zuständige Vertretung:

    Deutsche Vertretung:

    (Quelle: Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland)


     Nicht vergessen: Auslandskrankenversicherung 

    Für die private Auslandsreise empfehlen wir Ihnen, grundsätzlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen.

    Hinzu kommt, dass die Kosten für einen krankheits- oder unfallbedingten Rücktransport nach Deutschland nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt werden. Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden Rückführungskosten nicht erstattet.

    Die Auslandskrankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Sie im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.


     Gesundheitsakten auf Reisen 

    Trotz optimaler Vorbereitung und Beratung im Vorfeld einer Reise durch erfahrene Reisemediziner kann unterwegs sowohl im Inland als auch im Ausland jederzeit ein plötzliches Gesundheitsproblem in Form einer Krankheit oder eines Unfalls auftreten.

    Der schnelle Abruf bzw. das Vorliegen verlässlicher Informationen über Ihren Gesundheitszustand können in solchen Fällen lebensrettend sein. Gesundheits- oder auch Patientenakten ermöglichen Ärzten im Notfall Ihre persönlichen, medizinischen Daten einzusehen.

    Ihre persönliche Gesundheitsakte enthält wichtige Informationen über vorliegende Krankheiten, Allergien, eingenommene Medikamente und Kontaktdaten Ihrer behandelnden Ärzte.

    Lassen Sie sich von Ihrem Arzt und Apotheker im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung zur Gesundheitsakte informieren.


     Beratungsstellen 

    Wir empfehlen grundsätzlich, sich vor einer Reise aktuell, kompetent und individuell zu Gesundheitsfragen beraten zu lassen:

    Apotheken mit qualifizierter Reise-Gesundheits-Beratung (nach Postleitzahlgebieten)

    Impfstellen und Ärzte mit Spezialsprechstunde Reisemedizin (nach Postleitzahlgebieten)

    Reisebüros, die Ihnen Ärzte und Apotheken in Ihrer Umgebung empfehlen können.



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