Reisemedizinische Länderinformationen des CRM Centrum für Reisemedizin
Stand: 19.01.2018


Niederländische Karibikinseln

Niederländische Karibikinseln
(zu Niederlande)

In diesem Dokument

Die nachstehenden Informationen geben Ihnen einen Überblick über notwendige und sinnvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei einer Reise in dieses Land.


 Regioneninfo 

Ehemaliger Landesverband „Niederländische Antillen“ (bis zu politischer Neuordnung im Oktober 2010). Zwei mehr als 800 km voneinander entfernt liegende, zu den Kleinen Antillen gehörende Inselgruppen, bestehend aus 6 Inseln:
Aruba, Bonaire, Curacao = sog. ABC-Inseln (vor der Küste von Venezuela gelegen),
Sint Maarten, Sint Eustatius, Saba = sog. SSS-Inseln (ca. 800 km nördlich der ABC-Inseln am Ostrand der Karibik gelegen). Aruba, Curacao und Sint Maarten sind heute autonome Landesteile innerhalb des Königreichs der Niederlande. Bonaire, Saba und St. Eustatius sind „Besondere Gemeinden“ der Niederlande.


 Klima 

Unterschiedliche Bedingungen von Klima und Wetter aufgrund unterschiedlichen Einflusses der Passatwinde;
ABC-Inseln: subtropisches Klima mit ganzjährig geringen Temperaturschwankungen und relativ geringen Niederschlagsmengen (durchschnittlicher Jahresniederschlag ca. 550 mm). Tageshöchsttemperatur 28-32 °C;
SSS-Inseln: unter stärkerem Einfluss des Nordost- Passats feuchteres, tropisches Klima mit Tageshöchsttemperaturen um 30 °C ganzjährig.



 Einreise-Impfvorschriften 

Bei Direktflug aus Europa: keine Impfungen vorgeschrieben

Bei einem vorherigen Zwischenaufenthalt (innerhalb der letzten 6 Tage vor Einreise) in einem der aufgeführten Länder (Gelbfieber-Endemiegebiete) wird bei Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt (ausgenommen Kinder unter 6 Monaten).

Gemäß den geänderten International Health Regulations der WHO (am 11. Juli 2016 in Kraft getreten) ist die Gelbfieber-Impfbescheinigung nach einmaliger Impfung lebenslang gültig. Es ist möglich, dass abweichend von der offiziellen Regelung bei Einreise ein Impfnachweis verlangt wird, der nicht älter als 10 Jahre ist.


Qualifizierte Beratungsstellen

Gelbfieber-Impfbescheinigung erforderlich bei Einreise aus:
Angola · Äquatorialguinea · Argentinien · Äthiopien · Benin · Bolivien · Brasilien · Burkina Faso · Burundi · Ecuador · Elfenbeinküste · Franz. Guayana · Gabun · Gambia · Ghana · Guinea · Guinea-Bissau · Guyana · Kamerun · Kenia · Kolumbien · Kongo, Rep. · Kongo, Dem. Rep. · Liberia · Mali · Mauretanien · Niger · Nigeria · Panama · Paraguay · Peru · Senegal · Sierra Leone · Sudan · Südsudan · Suriname · Togo · Trinidad & Tobago · Tschad · Uganda · Venezuela · Zentralafr. Republik


 Empfohlener Impfschutz 

Allgemein zu empfehlender Impfschutz überprüfen, ggf. ergänzen bzw. auffrischen.

Je nach Reisestil und Aufenthaltsbedingungen im Lande außerdem zu erwägen:


Qualifizierte Beratungsstellen
Impfschutz Reisebedingung 1 Reisebedingung 2 Reisebedingung 3
x x x
x

x

(b) bei Langzeitaufenthalten oder engerem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung

Reisebedingung 1:
Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich

Reisebedingung 2:
Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)

Reisebedingung 3:
Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)


Wichtiger Hinweis:

Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen für private Auslandsaufenthalte durch Ihre Krankenversicherung finden Sie in unserer Rubrik "Kostenerstattung" (www.crm.de/krankenkassen).

Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen (siehe Anschriften qualifizierter Beratungsstellen nach Postleitzahlgebieten sortiert: www.crm.de/beratungsstellen).


 Malaria 

Die Inseln sind malariafrei

 Ratschläge zur Reiseapotheke 

Denken Sie daran, eine Reiseapotheke mitzunehmen, damit sie für leichtere Erkrankungen und kleinere Notfälle gerüstet sind.

Folgendes sollten Sie auf Reisen immer dabei haben: Medikamente gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber, Schmerzen sowie Wunddesinfektionsmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe bei Insektenstichen oder anderen Hautreizungen, Fieberthermometer und Verbandmaterial.

Je nach Reiseland und Reiseziel können weitere Medikamente (z.B. zur Malariavorsorge) oder Hilfsmittel (z.B. Spritzen) sinnvoll sein.

Nicht vergessen: Medikamente, die Sie ständig einnehmen müssen!

Wenn Sie spezielle Fragen zur Reiseapotheke haben, wenden Sie sich am besten an eine Apotheke mit reisemedizinisch qualifizierten Mitarbeitern.


 Aktuelle Meldungen 

Zika-Virus: Mitte Januar 2016 wurde die erste autochthone Infektion aus dem französischen Teil der Insel St. Martin gemeldet. Bis Mitte April letzten Jahres wurden 200 Infektionen bestätigt, es gab ca. 3.280 Verdachtsfälle. Seit Februar 2016 wurden auch im niederländischen Teil der Insel Sint Maarten 149 Infektionen bestätigt. Auf der zu Frankreich gehörenden Nachbarinsel Saint-Barthélemy wurde wurden seit Ende April 2016 ca. 1.000 Erkrankungen gemeldet. Mitte Januar 2016 wurde der erste importierte Fall auf Curaçao verzeichnet, etwa eine Woche später wurde die erste lokale Erkrankung registriert. Bis Juli letzten Jahres ist ihre Zahl auf etwa 2.050 gestiegen. Seit Februar 2016 wurden 703 lokale Infektionen auf Aruba registriert. Seit Februar 2016 wurden auf Bonaire lokale Infektionen gemeldet. Anfang Juli wurde die erste Infektion auf Sint Eustatius verzeichnet, Ende Juli dann auch auf der Insel Saba. Insgesamt melden die 3 Inseln 437 bestätigte Infektionen. Der Erreger wurde 1947 erstmals in Uganda beschrieben, später auch in einer Reihe anderer afrikanischer und südostasiatischer Länder. 2015 wurden die ersten Infektionen in Süd- und Mittelamerika nachgewiesen. Reisende sollten auf sorgfältigen Mückenschutz achten. Schwangere sollten derzeit von nicht notwendigen Reisen in die betroffenen Gebiete absehen.


 Allgemeine Hinweise 

Ciguatera-Fischvergiftung: Es besteht ein saisonales Risiko bei Verzehr von größeren Raubfischen (auch gegart). Örtliche Warnhinweise beachten!

Tollwut: Moderne Tollwutimpfstoffe und Immunglobulin sind im Land verfügbar.


 Sicherheitshinweise 

Sicherheitshinweis: Der Hurrikan "Irma" hat insbesondere auf den Karibikinseln St. Martin, Sint Maarten und St. Barthélemy sehr schwere Schäden angerichtet, teils sind auch Flughäfen und Seehäfen beschädigt. Reisende vor Ort werden gebeten, besonders umsichtig zu sein, möglichst in Unterkünften zu bleiben, engen Kontakt mit ihren Reiseveranstaltern oder Fluggesellschaften zu halten und Anweisungen der lokalen Behörden unbedingt Folge zu leisten (www.auswaertiges-amt.de).


 Botschaften 

Für Deutschland zuständige Vertretung:

Deutsche Vertretung:
  • Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
    Groot Hertoginnelaan 18-20, 2517 EG Den Haag
    Tel.: 0031 70 3 42 06 00
    Fax: 0031 70 365 19 57
    E-Mail:info@den-haag.diplo.de
    URL:http://www.den-haag.diplo.de
    (Vertretung in: Niederlande)
  • Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland
    Restaurants, Weststraat 7, Oranjestad, Aruba
    Tel.: 00297 - 5 83 29 29
    Fax: 00297 - 5 83 21 65
    E-Mail: oranjestad@hk-diplo.de
  • Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland
    BZSE Attorneys at Law / Tax Lawyers, Mahaaiweg 7 A, Willemstad
    Tel.: 00599 9 - 737 29 73
    E-Mail: willemstad@hk-diplo.de

(Quelle: Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland)


 Nicht vergessen: Auslandskrankenversicherung 

Für die private Auslandsreise empfehlen wir Ihnen, grundsätzlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen.

Hinzu kommt, dass die Kosten für einen krankheits- oder unfallbedingten Rücktransport nach Deutschland nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt werden. Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden Rückführungskosten nicht erstattet.

Die Auslandskrankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Sie im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.

Den reisemedizinischen Ratgeber zum Thema "Krankenversicherung für Auslandsreisen" können Sie hier herunterladen (PDF).



 Beratungsstellen 

Wir empfehlen grundsätzlich, sich vor einer Reise aktuell, kompetent und individuell zu Gesundheitsfragen beraten zu lassen:

Apotheken mit qualifizierter Reise-Gesundheits-Beratung (nach Postleitzahlgebieten)

Impfstellen und Ärzte mit Spezialsprechstunde Reisemedizin (nach Postleitzahlgebieten)

Reisebüros, die Ihnen Ärzte und Apotheken in Ihrer Umgebung empfehlen können.



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