Reisemedizinische Länderinformationen des CRM Centrum für Reisemedizin

China

China
Stand: 22.07.2014
In diesem Dokument


Die nachstehenden Informationen geben Ihnen einen Überblick über notwendige und sinnvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei einer Reise in dieses Land.


 Klima 

Im Süden subtropisch bis tropisches Monsunklima (Sommermonsun) mit hohen Temperaturen (durch schnittliche Januar-Temperatur in Kanton 13,5 °C, Juli-Temperatur 29 °C); im Osten warm gemäßigt mit nach Norden hin zunehmend kalten Wintern; im Landesinnern Steppen- und Wüstenklima mit extremen Temperaturgegensätzen; in Tibet trockenkaltes Gebirgsklima; durchschnittliche Juli-Temperatur in Peking 26 °C, durchschnittliche Januar-Temperatur -4,7 °C.


 Impfvorschriften 

Bei Direktflug aus Europa: keine Impfungen vorgeschrieben

Bei einem vorherigen Zwischenaufenthalt (innerhalb der letzten 6 Tage vor Einreise) in einem der aufgeführten Länder (Gelbfieber-Endemiegebiete) wird bei Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt (ausgenommen Kinder unter 9 Monaten).
Die Impfung ist nicht erforderlich für die speziellen Verwaltungseinheiten Hongkong und Macao.

Gelbfieber-Impfbescheinigung auch erforderlich bei Zwischenstopp oder Umstieg (Transitverkehr) in einem der untenstehenden Länder.


Qualifizierte Beratungsstellen

Gelbfieber-Impfbescheinigung erforderlich bei Einreise aus:
Angola · Äquatorialguinea · Argentinien · Äthiopien · Benin · Bolivien · Brasilien · Burkina Faso · Burundi · Ecuador · Elfenbeinküste · Franz. Guayana · Gabun · Gambia · Ghana · Guinea · Guinea-Bissau · Guyana · Kamerun · Kenia · Kolumbien · Kongo, Rep. · Kongo, Dem. Rep. · Liberia · Mali · Mauretanien · Niger · Nigeria · Panama · Paraguay · Peru · Ruanda · Senegal · Sierra Leone · Sudan · Suriname · Togo · Trinidad & Tobago · Tschad · Uganda · Venezuela · Zentralafr. Republik


 Impfempfehlungen 

für alle Reisenden Standardimpfungen nach dem deutschen Impfkalender, spez. Tetanus, Diphtherie, außerdem Grippe (saisonal), Hepatitis A

Je nach Reisestil und Aufenthaltsbedingungen im Lande außerdem zu erwägen


Qualifizierte Beratungsstellen
Impfschutz Reisebedingung 1 Reisebedingung 2 Reisebedingung 3
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(e) > 50 Jahre
(f) bei engerem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, sowie bei Alter unter 25 Jahre
(g) bei engerem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, sowie bei Alter unter 25 Jahre
(k) bei Langzeitaufenthalten oder engerem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung
(l) bei vorhersehbarem Umgang mit Tieren
(m) bei besonderen Aufenthaltsbedingungen in bestimmten ländlichen Gebieten.
(n) (fernöstlicher Subtyp). Bekannte Endemiegebiete liegen im N mit den höchsten Fallzahlen in der Provinz Heilongyiang entlang des Amur, mit weiteren Herden in der Provinz Jilin, der Inneren Mongolei und der Xinjiang-Uygur Autonomen Region im NW. Hauptübertragungszeit Mai-Juni. Berichte aus Tibet (W) und Yunnan (SW) sind bisher nicht gesichert. Die Datenlage ist nicht flächendeckend.
(o) bei aktuellen Ausbrüchen bzw. Exposition im Endemiegebiet

Reisebedingung 1:
Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich

Reisebedingung 2:
Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)

Reisebedingung 3:
Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)


 Malaria 

Saison:
  • nördlich 33° N: Juli - November;
  • zwischen 33° und 25° N: Mai - Dezember;
  • südlich 25° N: ganzjährig
Parasit:

  • P. vivax 57%;
  • P. falciparum 43% (nur im S);
  • P. knowlesi vereinzelt (im Grenzgebiet zu Myanmar), Multiresistenzen

Mückenschutz
Epidemiologie:

  • geringes Risiko für P. falciparum v.a. im Süden Yunnans, im Grenzgebiet zu Vietnam sowie auf der Insel Hainan;
  • geringes, vorwiegend saisonales Risiko ausschließlich P. vivax, herdförmig in folgenden Provinzen: Fujian, Guangdong, Guangxi, Guizhou, Hunan, Jiangxi sowie im N und NO von Yunnan, nach N abnehmend;
  • sehr geringes, saisonales Risiko, ausschließlich P. vivax, nach N auslaufend, herdförmig in folgenden Provinzen: Anhui, Henan, Hubei, Jiangsu;;
  • sehr geringes Risiko auch im N von Hongkong außerhalb des Stadtgebietes;
  • kein Risiko in den übrigen (nördlichen und westlichen) Landesteilen, in Großstädten einschließlich Hongkong und Macao sowie in Höhenlagen über 1500 m


Vorbeugung:

grundsätzlichExpositionsprophylaxe!

Medikation regelmäßig stand-by Bemerkungen
abhängig vom
     
epidemiolog. Risiko
     
geringes Risiko für P. falciparum   Ø DP**, AP, AL  
geringes, vorw. saisonales Risiko, ausschließlich P. vivax   Ø C  

Durch Komma getrennte Präparate sind als Alternativen zu verstehen.
* Doxycyclin ist in Deutschland zur Malariaprophylaxe nicht zugelassen.


Anwendung:
Atovaquon/Proguanil: 1-2 Tage vor Betreten bis 1 Woche nach Verlassen des Malariagebietes.
Chloroquin: Chemoprophylaxe 1 Woche vor Betreten bis 4 Wochen nach Verlassen des Malariagebietes
Doxycyclin: 1 Tag vor Betreten bis 4 Wochen nach Verlassen des Malariagebietes.
Mefloquin: spätestens 1 Woche (möglichst 2-3 Wochen) vor Betreten bis 4 Wochen nach Verlassen des Malariagebietes.
Stand-by-Medikation (notfallmäßige Selbstbehandlung) bei Verdacht auf eine Malaria-Infektion. Bitte Packungsbeilage beachten!

Handelsnamen:
Artemether/Lumefantrin (AL): Riamet®
Atovaquon/Proguanil (AP): Malarone®
Chloroquin (C): Resochin®, Weimerquin®, Chlorochin®
Doxycyclin (D): diverse Hersteller und Handelsnamen
Dihydroarthemisinin/Piperaquin (DP): Eurartesim®


 Besondere Infektionsrisiken 

Dengue-FieberVorwiegend in der südl. Küstenregion. Grippeähnliches Krankheitsbild mit hohem Fieber sowie starken Kopf- und Gliederschmerzen. Schwere, lebensbedrohliche Krankheitsverläufe mit Blutungsneigung oder Schocksymptomen sind möglich - vor allem bei erneuter Infektion. Übertragung durch tag- und nachtaktive Mücken, besonders nach ausgedehnten Regenfällen. Auch am Tage Schutz vor Mücken beachten.

Borreliose Die Borreliose ist eine bakterielle, durch Zecken übertragene Erkrankung mit möglichen Spätfolgen an Gelenken, Nerven und Organen. Schützen Sie sich im Freien (Waldränder, Wiesen,etc.) durch geeignete Kleidung, entfernen Sie anhaftende Zecken möglichst sofort und gehen Sie bei Hautreaktionen nach Zeckenstich zum Arzt.

BilharzioseRisiko ganzjährig. Vorkommen in den zentralen und östlichen Landesteilen vor allem entlang des Yangtze (Prov. Hubei, Hunan, Jiangxi, Anhui und Jiangsu), Zhejiang, Fujian, regional im mittleren SW (Prov. Yunnan und Sichuan) Wurmerkrankung mit Befall innerer Organe. Die Infektion erfolgt über Larven, die in Süßwasser leben und durch die Haut eindringen können. Meiden Sie in diesen Gebieten Kontakt mit Binnengewässern (Baden, Schwimmen etc.).


 Hygiene 

Mit Ausnahme von Firstclass-Hotels in Haupt-/Großstädten bzw. Touristikzentren sowie in gut geführten Privathaushalten (z.B. Verwandtenbesuche) und Gästehäusern (z.B. Großbetriebe) muss durchweg mit Mängeln in der Hygiene gerechnet werden. Die nachfolgenden Ratschläge sind besonders dann zu beachten, wenn man sich außerhalb der genannten Stätten bewegt (z.B. auf Safaris, Ausflügen ins Landesinnere etc.).
 Ratschläge zur Reiseapotheke 

Für alle Eventualitäten ausgerüstet zu sein, ist prinzipiell nicht möglich. Für Notfälle sollte der Reisende bei sich haben:

Nicht vergessen: Medikamente, die der Reisende ständig nimmt; evtl. Ersatzbrille.

Weitere Medikamente nach individuellem Bedarf in Abhängigkeit vom Reiseziel und den geplanten Aktivitäten während der Reise (Beratung durch Arzt und/oder Apotheker).


 Aktuelle Meldungen 

Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Cholera und Typhus kommen in China sporadisch vor. Betroffen sind die Küstenregionen einschließlich der Großstädte wie Hongkong und Shanghai. Infektionsquelle sind gewöhnlich unzureichend gegarte Meeresfrüchte. Reisende sollten Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten, ggf. Impfung gegen Typhus.

Tollwut: China ist nach Indien das Land mit den zweithöchsten Fallzahlen bei Menschen und Tieren, speziell Hunden. Bei verdächtigen Tierkontakten ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Eine vorbeugende Impfung wird vor allem bei vorhersehbarem Risiko und bei längeren Aufenthalten dringend empfohlen. Eine Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt sollte rechtzeitig vor der Reise erfolgen.

Vogelgrippe: Seit 2003 hat die hochpathogene Vogelgrippe durch Influenza A(H5N1) in diversen Landesteilen immer wieder zu örtlichen oder regionalen Ausbrüchen bei Wildvögeln und Nutztieren geführt. Anfang Januar ist in Kanada eine 27-jährige Frau nach ihrer Rückkehr von einer Chinareise an der Vogelgrippe verstorben. Insgesamt wurden in China bisher 47 menschliche Erkrankungen, darunter 30 Todesfälle, gemeldet. Bei der Mehrzahl der Patienten konnte Kontakt zu Geflügel nachgewiesen werden. Seit Ende März letzten Jahres sind 452 Menschen an Influenza A(H7N9) erkrankt, es gab 158 Todesfälle. Die meisten Fälle werden aus den Provinzen Guangdong und Zhejiang gemeldet.


 Allgemeine Hinweise 

Medizinische Versorgung: Die medizinische Versorung ist mit der in Europa nicht zu vergleichen. Hinzu kommen gravierende Sprachprobleme, da auf dem Land und auch in größeren Städten oft keine englisch- oder französischsprachigen Ärzte anzutreffen sind. Im ganzen Land kursieren zahlreiche gefälschte Medikamente.

Luftqualität:  In den Großstädten des Nordes und Ostens erreicht die Luftverschmutzung v.a. im Herbst und Winter alarmierende Ausmaße. Prävention ist kaum möglich. Vor allem Vorerkrankte (z.B Asthma, COPD) sollten Notfallmedikation gegen Komplikationen mitführen.

FSME: Eine Impfung ist nach dem derzeitigen Stand bei entsprechender Exposition für die Infektionsgebiete im Norden des Landes indiziert. Die hier zugelassenen Impfstoffe sind auch gegen den fernöstlichen Subtyp wirksam.

Tollwut: Moderne Tollwutimpfstoffe sind im Land nur eingeschränkt verfügbar. In den letzten Jahren sind zunehmend gefälschte Tollwut-Impfstoffe aufgetaucht. Immunglobulin ist landes weit nicht verfügbar. Eine komplette Grundimmunisierung mit 3 Injektionen sollte bei vorhersehbarem Risiko vor der Einreise durchgeführt werden.

Einreisebestimmungen: Am 28. April 2010 hat die chinesische Regierung das seit 20 Jahren bestehende Einreiseverbot für Reisende mit HIV-Infektion, sexuell übertragbaren Krankheiten, Lepra, nicht infektiöser Tuberkulose und leichteren Geisteskrankheiten aufgehoben. Die Handhabung vor Ort gehandhabt variiert. Empfehlung: zunächst Beibehaltung der bisherigen Praxis bzw. Anfrage bei der chinesischen Botschaft.
Bisherige Einreise-/Aufenthaltsbestimmungen:
GesundheitserklärungAusländer müssen bei Einreise eine Gesundheitserklärung ausfüllen, in der speziell nach HIV-Infektion gefragt ist. Bei Infektion kann die Einreise verweigert werden bzw. Ausweisung erfolgen.
HIV-Test: Bei Aufenthaltsdauer > 1 Jahr muss bei der Einreise u.U. ein negativer HIV-Test nachgewiesen werden. Bei Arbeitsaufenthalten wird außerdem ein Gesundheitszeugnis (Befund Rö-Thorax, EKG, Labor mit HIV- und Lues-Test) in englischer oder chinesischer Sprache verlangt.


 Sicherheitshinweise 

Sicherheitshinweis: Der Tropische Wirbelsturm "Rammasun" hat als Taifun der Kategorie 4 mit Windgeschwindigkeiten über 200 km/h am Samstag die südchinesische Küste, insbesondere die Insel Hainan und den südlichen Teil der Provinz Guangdong, getroffen. "Rammasun" war der stärkste Taifun der letzten 40 Jahre in China und hat erhebliche Schäden angerichtet. Noch immer ist auf der Insel Hainan mit Beeinträchtigungen (Stromausfall, unzureichende Trinkwasserversorgung, beschädigte Infrastruktur) zu rechnen. Mehr als 70.000 Menschen wurden evakuiert und in Notunterkünfte gebracht, zahlreiche Ferienanlagen auf der Insel Hainan wurden vorübergehend geschlossen. Auch im Zug-, Flug- und Fährverkehr entlang der Südküste, insbesondere in der Provinz Guangdong, ist weiter mit Beeinträchtigungen zu rechnen (www.auswaertiges-amt.de).


 Botschaften 

Für Deutschland zuständige Vertretung:

Deutsche Vertretung:

(Quelle: Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland)



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