Zika-Virus in Brasilien: Verschiebung der Olympischen Spiele bringt keinen Vorteil PDF-Datei
 
In Süd- und Mittelamerika setzt sich der Ausbruch des Zika-Virus weiter fort. Der kanadische Jurist Amir Attaran und verschiedene Wissenschaftler haben die Weltgesundheitsorganisation WHO nun in einem offenen Brief aufgefordert, sich für eine Verschiebung der Olympischen Spiele einzusetzen, die in diesem Sommer in Rio de Janeiro stattfinden sollen. Die WHO sieht hierzu derzeit keinen Anlass. Das CRM Centrum für Reisemedizin teilt die Einschätzung der WHO. "Es ist nicht ersichtlich, dass der Reise- und Tourismusverkehr im Zusammenhang mit Olympia einen wesentlichen Einfluss auf die Erkrankungszahlen oder die weltweite Ausbreitung des Zika-Virus haben wird", so Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin.

"Zum einen finden die Olympischen Spiele im August und damit im brasilianischen Winter statt. In dieser Jahreszeit ist die Aedes-Mücke, die das Virus überträgt, am wenigsten aktiv", erklärt Professor Jelinek. "Des Weiteren macht der Reiseverkehr rund um Olympia insgesamt nur einen sehr geringen Anteil am gesamten Handels- und Tourismus-Verkehr in Mittel- und Südamerika aus, wo das Virus verbreitet ist." Eine Verschiebung der Olympischen Spiele bliebe daher ohne wesentliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Fallzahlen und die weltweite Ausbreitung des Virus, so die Einschätzung des Berliner Infektiologen.

Das CRM Centrum für Reisemedizin weist zudem darauf hin, dass eine Ansteckung mit dem Zika-Virus in dem überwiegenden Teil der Fälle sehr mild verläuft und von alleine ausheilt. Bei einem sehr kleinen Anteil von Patienten sind aufsteigende Lähmungen der Gliedmaßen, das Guillian-Barré-Syndrom, beobachtet worden. Wie genau diese Erkrankung mit einer Infektion mit Zika-Viren zusammenhängt, wird derzeit noch untersucht. Die Lähmungen sind in den meisten Fällen vorübergehend und bilden sich von allein wieder zurück.

Eine besondere Gefährdung stellt das Virus vor allem für Schwangere und deren ungeborene Kinder dar, da das Virus zu Missbildungen beim Fötus führen kann. "Deshalb sollten Schwangere und Frauen mit aktuellem Kinderwunsch - also bei einer möglichen Schwangerschaft - nicht in Verbreitungsgebiete des Zika-Virus reisen und auf einen Besuch der Olympischen Spiele verzichten", rät Jelinek. Männer, die aus einem Verbreitungsgebiet zurückgekehrt sind und eine schwangere Partnerin haben, sollten sich auf das Virus testen lassen und vorsorglich etwa ein halbes Jahr nach der Rückkehr beim Geschlechtsverkehr ein Kondom verwenden.

Der Überträger des Zika-Virus, Stechmücken der Gattung Aedes, ist tagsüber und in der Dämmerung aktiv. Um sich vor Mückenstichen zu schützen, empfiehlt das CRM Centrum Reisenden, helle, möglichst geschlossene Kleidung zu tragen und freie Hautstellen mit Repellents zu schützen. Geeignet sind Mittel mit dem Wirkstoff DEET in einer Konzentration ab 30 Prozent. Eine Übersicht zum richtigen Mückenschutz finden Reisende auf der Website des CRM Centrum für Reisemedizin im Flyer "Krankheitsübertragene Insekten": http://www.crm.de/aktionen/.
 
1. Juni 2016
 
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