Update zum Zika-Virus
Trotz weiterer Ausbreitung kein weltweit akuter Gesundheitsnotstand mehr
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Seit dem Frühjahr 2015 hat sich das Zika-Virus in mehr als 60 Ländern verbreitet. Aktuell nehmen auch in Südostasien die Erkrankungsfälle zu. Trotz der raschen Verbreitung von Zika beendet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den seit Februar 2016 geltenden Status "Public Health Emergency of International Concern" (PHEIC) für dieses von Stechmücken übertragene Virus. Denn mittlerweile sei erwiesen, dass Zika in Zusammenhang mit Mikrozephalie-Erkrankungen und dem Guillain-Barré-Syndrom (GBS) stehe. Daher gelte es nun, langfristige Maßnahmen gegen das Virus zu ergreifen. Reisenden in Verbreitungsgebiete rät das CRM Centrum für Reisemedizin zu sorgfältigem Schutz vor Mückenstichen.

Neben zahlreichen Ländern auf dem amerikanischen Kontinent, der Südsee sowie der Karibik werden aktuell auch zunehmend Zika-Virus-Infektionen aus südostasiatischen Urlaubsländern wie den Philippinen, Vietnam und Thailand gemeldet. Insbesondere jetzt zur Jahreswende wählen viele Touristen diese warmen Gebiete, um dort die Wintermonate zu verbringen. "Wer Gebiete bereist, in denen das Zika-Virus verbreitet ist, sollte sich bei einem Reisemediziner zur richtigen Vorsorge beraten lassen", rät Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Darüber hinaus empfiehlt der Tropenmediziner, vor Fernreisen den Impfschutz bezüglich anderer Infektionen auffrischen zu lassen.

Vor einigen Monaten konnten Wissenschaftler den bislang vermuteten Zusammenhang zwischen der Zika-Virus-Infektion bei Schwangeren und Mikrozephalie-Fällen bei Neugeborenen belegen. Die betroffenen Kinder leiden unter einer Schädelmissbildung, geistiger Behinderung und neurologischen Störungen. "Wir empfehlen Schwangeren oder Frauen mit aktuellem Kinderwunsch, Ausbruchsländer derzeit möglichst zu meiden", so Jelinek. Zudem konnte in den betroffenen Ländern ein vermehrtes Auftreten des sogenannten Guillain-Barré-Syndroms (GBS), einer sich ausbreitenden Lähmung, nach einer Zika- Virus-Infektion festgestellt werden. Wie genau diese Erkrankung mit einer Infektion mit dem Zika-Virus zusammenhängt, ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. Fest steht: Das Virus wird überwiegend über Stechmücken übertragen, aber auch sexuelle Übertragungen von Frau auf Mann und von Mann auf Frau sind dokumentiert.

Die neuen Erkenntnisse veranlassten die WHO im November dazu, den für den Zika-Virus geltenden Status "Public Health Emergency of International Concern" (PHEIC) für beendet zu erklären. Zudem müssten weitere Aspekte des Virus in langfristigen Forschungsprogrammen weiter untersucht werden, was den Rahmen des PHEIC-Mechanismus sprenge. "PHEIC" ist in den internationalen Gesundheitsvorschriften der WHO als ein außergewöhnliches Ereignis mit einem internationalen gesundheitlichen Risiko definiert, das einer länderübergreifenden abgestimmten Vorgehensweise bedarf.

Seit Oktober 2015 sind auch in Deutschland rund 200 Zika-Virus-Infektionen bei Reiserückkehrern diagnostiziert worden. Um die Erkrankung besser überwachen zu können gibt es seit Mai 2016 eine gesetzliche Meldepflicht für Zika-Virus-Infektionen. "Unter normalen Umständen ist das Virus nicht bedrohlich. Die wenigen weltweiten Todesfälle durch Zika traten bei Menschen mit schweren Vorerkrankungen auf", erklärt Jelinek. 80 Prozent aller Infektionen verlaufen ohne Symptome. Neben erhöhter Temperatur und Kopf- und Gliederschmerzen, treten ein Hautausschlag sowie eine nichteitrige Bindehautentzündung auf. Die Symptome klingen nach etwa einer Woche von alleine wieder ab. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Reiserückkehrern mit diesen Beschwerden dennoch, diese von einem Arzt abklären zu lassen. Aufgrund der Möglichkeit einer sexuellen Übertragung sollten Rückkehrer aus Ausbruchsgebieten für einen Zeitraum von sechs Monaten Kondome benutzen.

Eine Übersicht zum richtigen Mückenschutz finden Reisende auf der Website des CRM Centrum für Reisemedizin im Flyer "Krankheitsübertragende Insekten": http://www.crm.de/aktionen

Quellen:
www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Zikavirus/Zikavirus-Infektionen.html#FAQId7590444
www.who.int/mediacentre/news/statements/2016/zika-fifth-ec/en/
 
6. Dezember 2016
 
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Juliane Pfeiffer
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