Welt-Polio-Tag am 28. Oktober
Kinderlähmung ist noch immer nicht ausgerottet: Vor Reisen Polio-Impfschutz prüfen und auffrischen
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Die Kinderlähmung als schwere und lebensbedrohliche Viruserkrankung ist aus dem Bewusstsein der Menschen in Deutschland nahezu verschwunden. Denn hierzulande tritt die Erkrankung nicht mehr auf. Doch Polio existiert weiterhin. Regelmäßig kommt die Infektionskrankheit noch in Afghanistan und Pakistan vor, doch auch in einigen Ländern Afrikas und Asiens flammt sie immer wieder auf. Europa galt seit 2002 offiziell als poliofrei, doch 2015 kehrte die Seuche zurück: In der Ukraine erkrankten zwei Kinder an Polio. Fernreisende sollten ihren Polio-Impfschutz prüfen und gegebenenfalls auffrischen lassen. Darauf weist das CRM Centrum für Reisemedizin anlässlich des Welt-Polio-Tages am 28. Oktober hin.

"Solange das Virus nicht ausgerottet ist, besteht bei unzureichendem Impfschutz in der Bevölkerung immer das Risiko, dass sich Polio auch in bisher nicht betroffenen Regionen - sogar in Europa - wieder ausbreitet", sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Deshalb ist ein wirksamer Impfschutz in Deutschland und insbesondere bei Reisen in Verbreitungsgebiete unerlässlich. Zu den Verbreitungsgebieten gehören Süd- und Vorderasien sowie zahlreiche Länder Afrikas. "Jeder Mensch ohne oder mit unvollständigem Impfschutz kann ein Hort für den Erreger sein und diesen weitertragen, auch wenn er selbst nicht daran erkrankt", betont Jelinek.

In Deutschland werden Kinder in der Regel im ersten und zweiten Lebensjahr in mehreren Dosen gegen Polio geimpft. Eine einmalige Auffrischimpfung empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut für Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. Für Reisende in Verbreitungsgebiete gilt: Wenn die letzte Impfung länger als zehn Jahre her ist, sollte vor der Reise ebenfalls eine Auffrischung erfolgen.

Polio-Viren werden von Infizierten mit dem Kot ausgeschieden. Über verunreinigtes Wasser und Nahrungsmittel wird das Virus weiterbreitet. Zunächst löst eine Infektion Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsstörungen aus. Gelangt das Virus in das Zentralnervensystem kommt es zur paralytischen Poliomyelitis, also zu Lähmungen. Etwa eine von 200 Polioinfektionen geht mit lebenslangen Lähmungen einher. Fünf bis zehn Prozent der Gelähmten sterben, wenn die Lähmungen das Zwerchfell betrifft. Weitaus mehr Menschen leiden an den Spätfolgen einer Infektion mit Polio-Viren: Jahrzehnte nach der Erkrankung kann das sogenannte Post-Polio-Syndrom (PPS) auftreten. Zu den Symptomen zählen zum Beispiel Muskelschwäche und -schwund sowie Nervenschmerzen. Polio ist nicht heilbar.
 
20. Oktober 2016
 
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