Influenza: Oktober und November sind die ideale Zeit für die Impfung PDF-Datei
 
Mit der kalten Jahreszeit beginnt hierzulande die Grippe-Saison. Anders als ein grippaler Infekt, ist Influenza eine ernste Virusinfektion, die schwere und lebensbedrohliche Verläufe nehmen kann. In der Saison 2014/2015 mussten 31 000 Menschen aufgrund einer Influenza stationär behandelt werden, 274 Erkrankte starben. Gefährdet sind besonders ältere Menschen und solche mit Grunderkrankungen. Ein erhöhtes Risiko besteht auch in Einrichtungen, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, erst recht, wenn diese gesundheitlich geschwächt sind, wie es etwa bei vielen der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge der Fall ist. Deshalb ist die Impfung gerade auch für Bewohner, Mitarbeiter und freiwillige Helfer der Flüchtlingsunterkünfte wichtig, teilt das CRM Centrum für Reisemedizin mit.

Zu den weiteren Personengruppen, denen in Deutschland eine Impfung gegen Influenza empfohlen wird, gehören Bewohner von Alters- und Pflegeheimen, Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranke und Schwangere. "Ärzte, Pfleger und freiwillige Helfer, die in Flüchtlingsunterkünften, Heimen oder Kliniken arbeiten, sollten unbedingt auch selbst eine Impfung erhalten", sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Sie schützen damit sowohl sich selbst, als auch die Menschen, die sie betreuen und die aufgrund von Krankheit oder eines geschwächten Allgemeinzustands anfälliger sind für die Viren und ein höheres Risiko haben, schwer zu erkranken. In etwa 20 Prozent der Fälle verläuft die Influenza schwer, mit hohem Fieber bis hin zu einem akuten Atemnotsyndrom.

Die Influenzawelle erreicht Deutschland meist um die Jahreswende. "Die beste Zeit, um sich impfen zu lassen, ist jetzt - im Oktober und im November", so Jelinek. Denn der Schutz braucht rund 14 Tage, um sich aufzubauen. Gleichzeitig sollte die Immunisierung nicht zu früh erfolgen, denn die durch die Impfung aufgebauten Antikörper im Blut bauen sich mit der Zeit wieder ab.

Wie wirksam die Impfung vor einer Infektion schützt, hängt entscheidend davon ab, wie genau die im Impfstoff enthaltenen Virenstämme mit den in der Bevölkerung zirkulierenden Viren übereinstimmen. Da die Impfstoffproduktion weit vor der Grippesaison starten muss und sich Viren ständig verändern, ist keine exakte Übereinstimmung und damit auch keine 100-prozentige Schutzwirkung zu erreichen. In den meisten Saisons schützt die Impfung vor 40 bis 60 Prozent der Erkrankungen.

Die Impfstoffe für die kommende Influenza-Saison unterscheiden sich in zwei der drei Komponenten gegenüber dem Impfstoff der vorangegangenen Saison. Gemäß den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation wurde der zum Influenzatyp A gehörende H3N2-Stamm und der Influenza B-Stamm neu hinzugefügt, der ebenfalls zum Influenzatyp A gehörende H1N1-Stamm bleibt gleich. Neben dem Impfstoff mit drei Komponenten, sind auch zwei vierwertige Impfstoffe mit einem weiteren Influenza B-Stamm zugelassen, um den Schutz vor Influenza B-Infektionen zu vergrößern. "Geht es um einen möglichst breiten Schutz, sind diese quadrivalenten Impfstoffe grundsätzlich zu bevorzugen", betont Jelinek. So wird die aktuell noch anhaltende Influenzaepidemie in Australien im Wesentlichen durch einen Influenza B-Stamm verursacht, der nur in die quadrivalenten Impfstoffe aufgenommen ist.
 
07. Oktober 2015
 
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