Magen-Darm-Infekte bei Fernreisen:
Vorbeugen als wichtige Maßnahme
PDF-Datei
 
In den bevorstehenden Wintermonaten zieht es viele Urlauber wieder in warme Regionen - nach Asien, Afrika oder in die Karibik. Doch in der Wärme fühlen sich nicht nur Menschen, sondern auch Keime besonders wohl. Gerade bei Aufenthalten in tropischen und subtropischen Gebieten haben viele Reisende deshalb mit Magen-Darm-Infekten zu kämpfen. Je nach Region und Reiseart erkranken zwischen 30 und 70 Prozent aller Reisenden an Durchfall. Eine sorgfältige Trinkwasser- und Handhygiene hilft, Durchfall von vornherein zu vermeiden, teilt das CRM Centrum für Reisemedizin mit.

Reisedurchfall ist der mit Abstand häufigste ungeliebte Begleiter auf Reisen. Besonders groß ist das Erkrankungsrisiko bei Aufenthalten in Asien, Afrika und in Mittel- und Südamerika. Manchmal liegt es allein an den ungewohnten Nahrungsmitteln, die unser Magen nicht verträgt. Auch eine andere Zubereitung der Speisen ist ein Grund für Magen-Darm-Probleme auf Reisen. Oft sind die Verursacher aber auch Campylobacter- oder Escherichia coli-Bakterien, seltener Salmonellen, Ruhr- oder Cholera-Erreger. Sie geraten über Nahrungsmittel oder durch unzureichende Handhygiene in den Organismus.

"Eine möglichst sorgfältige Trinkwasser- und Handygiene ist immer eine wichtige Maßnahme, um sich im Urlaub gar nicht erst einen unangenehmen Reisedurchfall einzuhandeln", betont Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Da Leitungswasser in vielen tropischen und subtropischen Regionen nicht europäischen Standards entspricht, ist es ratsam, Trinkwasser abgefüllt zu kaufen und auf Eiswürfel in Getränken zu verzichten. Denn diese werden oft aus Leitungswasser hergestellt. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen verringert das Risiko einer Infektion mit Durchfallerregern zusätzlich.

Lässt sich eine Reisediarrhoe dennoch nicht vermeiden, so ist diese für gesunde Erwachsene meist nur eine unangenehme, aber harmlose Episode, die nach ein bis vier Tagen vorbei ist. Wichtig ist vor allem, den Verlust von Flüssigkeit und Mineralstoffen auszugleichen. Deshalb sollten Betroffene viel trinken. Optimal sind Elektrolytlösungen, die in der Apotheke erhältlich sind und Teil der Reiseapotheke sein sollten.

"Wenn man die Heilung mit einem Medikament unterstützen möchte, empfehlen sich beispielsweise Mittel mit dem Wirkstoff Racecadotril, alternativ Tanninalbuminat oder die Kombination beider", so Jelinek. Häufig werden Medikamente verwendet, die den Wirkstoff Loperamid enthalten. Diese wirken jedoch, indem sie die Darmtätigkeit drosseln, potentielle Erreger können dann nicht weiter ausgeschieden werden. Durchfall ist eine Abwehrreaktion des Körpers, um sich fremder, schädlicher Keime zu entledigen und sollte nicht über einen Zeitraum von mehr als einem Tag medikamentös gestoppt werden. "Die Einnahme von Medikamenten mit dem Wirkstoff Loperamid ist etwa dann sinnvoll, wenn man mit akutem Durchfall eine längere Busfahrt überstehen muss, sie sollte aber nicht länger als einen Tag erfolgen", rät Jelinek. Wenn Durchfall länger als drei bis vier Tage dauert, Blut oder Schleim im Stuhl zu sehen sind oder wenn Fieber, Schmerzen oder Kreislaufstörungen auftreten, sollten Reisende einen Arzt aufsuchen.

In bestimmten Fällen - vor allem für ältere und chronisch kranke Menschen - kann eine Choleraimpfung, die als Nebeneffekt auch gegen einige Durchfallerreger schützt, sinnvoll sein. Reisende, die einen Aufenthalt in tropischen oder subtropischen Ländern planen, sollten sich hierzu von einem Reisemediziner beraten lassen.
 
15. Dezember 2015
 
Kontakt für Rückfragen:

Juliane Pfeiffer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
CRM Centrum für Reisemedizin
Georg Thieme Verlag KG
Rüdigerstraße 14 | 70469 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-693
Fax: 0711 8931-167
E-Mail: juliane.pfeiffer@thieme.de