Nach Flut in Thailand erhöhtes Risiko für Infektionserkrankungen PDF-Datei
 
Düsseldorf - Durch die starken Überflutungen in Zentralthailand steigt in den betroffenen Regionen das Risiko sogenannter "waterborne diseases" - Infektionserkrankungen, die sich in verschmutzem Wasser ausbreiten. Thailändische Behörden melden derzeit mehrere Verdachtsfälle von Leptospirose, einer bakteriellen Infektion, die zu Hirnhautentzündung oder Gelbsucht führen kann. Experten erwarten auch das Auftreten der Cholera. Nach dem Abfließen des Hochwassers ist zudem mit einer deutlichen Zunahme des durch Mücken übertragenen Denguefiebers zu rechnen. Thailandreisende sollten sich deshalb vor Stichen der Überträgermücken schützen.

"Wer momentan die betroffenen Regionen Thailands bereisen will oder muss, sollte unbedingt auf sorgfältige Trinkwasserhygiene achten", so Privatdozent Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM. "Je nach Reiseart - beispielsweise bei einer Unterbringung in einfachen Unterkünften - kann derzeit auch eine Choleraimpfung sinnvoll sein." Hierzu sollten sich Reisende von einem Reisemediziner beraten lassen.

Stehendes Wasser bietet zudem ideale Brutbedingungen für Mücken. "Deshalb ist in den kommenden Wochen und Monaten auch mit einem Anstieg von Infektionserkrankungen zu rechnen, die durch Mücken übertragen werden, insbesondere mit einer deutlichen Zunahme der Denguefieber-Infektionen", so Jelinek. Denguefieber ist eine grippeähnliche Erkrankung, die durch die tagaktive Tigermücke übertragen wird und in Thailand weit verbreitet ist. Bis Mitte September registrierte das thailändische Gesundheitsministerium bereits rund 49 000 Fälle der Erkrankung. Reisende, die in der kommenden Wochen und Monaten Thailand besuchen, sollten sich deshalb besonders sorgfältig vor Mückenstichen schützen. Das Centrum für Reisemedizin empfiehlt dazu, Mückenschutzmittel mit dem Wirkstoff DEET auf die Haut aufzutragen. Diese bieten mindestens drei Stunden lang Schutz gegen die meisten stechenden Insekten. Da die Tigermücke vor allem tagsüber aktiv ist, sollten Reisende außerdem zu heller und geschlossener Kleidung greifen. Dunkle Kleidung lockt Mücken eher an. Da Moskitos durch dünne Materialien hindurch stechen können, kann es sinnvoll sein, feines Gewebe zusätzlich mit einem Insektenschutz zu imprägnieren.

Leptospirose ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Wirte sind meist Ratten, Mäuse oder Hunde, die den Erreger mit dem Urin ausscheiden. Menschen können sich folglich durch den Kontakt mit verseuchtem Wasser oder Erdreich infizieren.

Cholera ist eine schwere Darmerkrankung, die über Nahrungsmittel oder Trinkwasser, die mit den Erregern der Cholera infiziert sind, übertragen wird. Sie äußert sich durch plötzlich einsetzenden, wässrigen Durchfall, der innerhalb von Stunden zu einem lebensbedrohlichen Flüssigkeitsverlust führt.
 
15. November 2011
 
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