Polio
Die Poliomyelitis (Kinderlähmung) ist bei uns durch umfangreiche Impfprogramme ausgerottet. In Asien (indischer Subkontinent) und Afrika (vor allem in Ägypten und Nigeria) ist sie jedoch noch verbreitet. Die Ansteckung erfolgt über verunreinigte Nahrungsmittel, aber auch von Mensch zu Mensch.
Nach 7-14 Tagen kommt es zu Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsstörungen, da sich das Virus zunächst im Darm vermehrt. Gelangt es in das Zentralnervensystem, kommt es zur so genannten "paralytischen Poliomyelitis", die durch schlaffe asymmetrische Lähmungen charakterisiert ist. Ist das Zwerchfell betroffen, kommt es zum Atemstillstand. Dieses Risiko steigt mit dem Alter, es ist geringer bei Kindern, höher bei Erwachsenen. Die Diagnose wird durch Antikörper im Blut oder Virusnachweis im Hirnwasser oder Stuhl gesichert.
In Deutschland werden in der Regel Babys ab dem 3. Lebensmonat gegen Polio geimpft. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist eine Kombination mit der Impfung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hib (Haemophilus influenzae) und Hepatitis B möglich. Eine Impfung bietet somit den Schutz gegen sechs verschiedene Infektionserkrankungen.
Bei Reisen in Gebiete mit erhöhtem Polio-Risiko ist nach 10 Jahren eine Auffrischungsimpfung empfohlen.