Satellitensymposium
Grenzenlos Reisen - neue Studien, neue Impfstoffe
Japanische Enzephalitis - neue Studien und Zulassungserweiterungen
PD Dr. med. Tomas Jelinek
 
Anders als der Name vermuten lässt, beschränkt sich die Japanische Enzephalitis nicht auf Japan. Sie kommt in vielen Ländern Südostasiens von Indien über Thailand, Indonesien, den Philippinen bis China und Korea vor. Jedes Jahr werden dort zwischen 30.000 und 50.000 Erkrankungen gemeldet. Japanische Enzephalitis (JE) ist die häufigste virale Enzephalitis in tropischen und subtropischen Ländern Asiens. Das Japanische-Enzephalitis-Virus ist die häufigste durch Impfung vermeidbare Ursache für eine Enzephalitis in Asien. Außer individuellen Schutzmaßnahmen gibt es derzeit keine spezifischen Behandlungsmöglichkeiten. Um eine Infektion mit dem JE-Virus zu verhindern, steht alleinig eine Impfung zur Verfügung.

Über viele Jahre war in Europa nur ein Impfstoff gegen JE, das auf Zellen aus Mäusehirn produzierte JE-VAX®, erhältlich. Dieser weit verbreitete inaktivierte Ganzkeim-Virusimpfstoff wurde oft mit Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich generalisierte Urtikaria und Angioödem, assoziiert. Während die meisten Nebenwirkungen vorübergehend und behandelbar waren, gab es leider auch anaphylaktische Reaktionen, welche zeitlich mit dem Impfstoff assoziiert waren. Dies trug nicht zur Akzeptanz der Impfung gegen JE bei.

Mittlerweile gibt es einen innovativen Impfstoff, welcher auf einer gut etablierten Vero-Zelllinie hergestellt wird. Der Wegfall muriner Proteine, aber auch die Abwesenheit von Gelatine oder Stabilisatoren - sowie Thiomersal oder andere Konservierungsmittel in der Formulierung - führte zu einer erheblichen Verringerung von Überempfindlichkeitsreaktionen. Mittlerweile liegen Sicherheitsdaten der ersten drei Jahre seit Zulassung über die Verwendung des Impfstoffes bei Erwachsenen in der Praxis vor und es zeigte sich ein vergleichsweise gutes Nebenwirkungsprofil. Der JE-Impfstoff ist aktuell für die Anwendung bei Erwachsenen >=18 Jahren in der Europäischen Union zugelassen.

Am 05. Februar 2013 hat die europäische Zulassungsbehörde EMA (European Medicines Agency) und die Europäische Kommission (EC) die Zulassungserweiterung für IXIARO® ausgesprochen. Damit steht der Impfstoff nun auch Jugendlichen, Kindern und Kleinkindern ab 2 Monaten zur Verfügung.