Arbeitsplatz in der Höhe: Arbeitsmedizinische Besonderheiten
Dr. med. Eberhard Stockmann
 
Arbeiten auf Baustellen in großen Höhen (>2500 m) gehen immer mit einer erhöhten Gesundheitsbelastung für den dort Tätigen einher. Um diese Belastungen aus medizinischer Sicht so gering wie möglich zu halten, muss eine Firma, die ihr Personal auf solche Arbeitsplätze sendet, auf diese Rahmenbedingungen reagieren. Dies geschieht durch entsprechende Informationen für den Mitarbeiter aus der Medizin und der Arbeitssicherheit. Während eines Einsatzes auf Baustellen in großer Höhe (z.B. in Chile Los Bronces 3300 m, in Peru Antamina und Antapaccay, jeweils > 4300 m) sind Mitarbeiter u.a. einem verminderten Sauerstoffpartialdruck ausgesetzt, was zur Akuten Höhenkrankheit führen kann. Ausführliche, rechtzeitig im Heimatland durchzuführende medizinische Höhentauglichkeitsuntersuchungen, die teilweise nach vorgegebenen Inhalten zu erfolgen haben, stellen sicher, dass der Mitarbeiter diesen Belastungen auch gesundheitlich gewachsen ist. Im Rahmen dieser Untersuchungen werden ebenfalls alle notwendigen Impfungen besprochen und aktualisiert.

Durch lokale gesetzliche Vorgaben sowie Regelungen der Baustellen-Betreiber sind medizinische Voraussetzungen meistens inhaltlich klar definiert und sollten genau eingehalten genau werden, da ohne deren Erfüllung niemand eine Höhen-Baustelle betreten darf, und der oft von sehr weit angereiste Firmenvertreter unverrichteter Dinge wieder zurück fliegen darf. Alternativ kann die Untersuchung natürlich auch in einer der lokalen Fachkliniken beispielsweise in Lima oder in Santiago de Chile nachgeholt werden. Dies alles ist jedoch mit Zeit, Geld und Ärger für alle Beteiligten verbunden. Die rechtzeitige Klärung dieser Vorgaben ist auch aus einem anderen Grunde wichtig. Da diese lokal vorgegebenen Rahmenbedingungen nicht immer mit den in Deutschland geltenden gesetzlichen Regelungen (häufiges Problem: Röntgen, HIV) übereinstimmen, sind kritische Untersuchungsinhalte häufig nur im direkten Kontakt (Telefon, email etc.) mit dem zuständigen Gesundheitsverantwortlichen auf der lokalen Baustellen zu klären. Die letzte Entscheidung bezüglich der Zulassung zur Höhenbaustelle trifft meistens dieser.

Im Rahmen des Vortrages "Arbeitsplatz in der Höhe: Arbeitsmedizinische Besonderheiten" werden diese Themen inhaltlich vorgestellt und Empfehlungen zur praxisrelevanten Umsetzung angeboten.