Medizinische Aspekte der Bergrettung
Dr. med. Wolfgang Schaffert
 
Im bayrischen Rettungsdienstgesetz sind die Aufgaben der Bergrettung klar geregelt: "Berg- und Höhlenrettung ist die Rettung verletzter, erkrankter oder hilfloser Personen aus Gefahrenlagen im Gebirge, unwegsamen, schwierigen, abgelegenen Gelände und aus Höhlen und Schluchten." Die medizinische Erstversorgung am Einsatzort und während des Abtransports bis zur Übergabe an den Land- oder Luftrettungsdienst stellt den Notarzt vor ganz besondere Herausforderungen. Das Einsatzgeschehen wird oft durch ganz spezifische Rettungsszenarien charakterisiert:
  • Extreme klimatische Verhältnisse - , Nebel-, Schlechtwetter-, Dunkelheit
  • Großer Aufwand zum Erreichen der Unfallstelle bei eingeschränkten Hubschraubereinsatz- möglichkeiten.
  • Lange Abtransportwege, oft im Absturzgelände.
Die geforderten ärztlichen Voraussetzungen gehen daher über die Notarztqualifikation im Land- und Luftrettungsdienst deutlich hinaus und werden bergwachtintern vermittelt:
  • Notarztqualifikation, physische und psychische Eignung, abgeschlossene Bergwachtaus- bildung mit Sommer- und Winterprüfung. International Diploma in mountain medicine. Optional Spezialweiterbildung zum "Transalp mountain emergency doctor" und "expedition and wilderness medicine".
  • Grundausbildung Luftrettung mit jährlicher Sicherheitsunterweisung und Training am Simulator und Hubschrauber. Status "ergänzendes Besatzungsmitglied".
  • Ist in allen Jahreszeiten geländegängig und mit den Bergrettungstechniken sowie den speziellen medizinischen Notfallszenarien vertraut.
Es werden typische Einsatzszenarien Absturz im Fels, Lawinenverschüttung, internistischer Notfall und Rettung aus Bergnot unter schwierigen Einsatzbedingungen dargestellt. Es wird klar, dass die Bergrettung immer mit hohem Risiko, Eigenverantwortung und Entscheidungskraft mit Improvisationsgabe verbunden bleibt.