Update Malariaprophylaxe
Dr. med. Fritz Holst
 
Der Schutz vor der potentiell letal verlaufenden Malaria tropica ist ein wesentlicher Bestandteil der Beratung vor Reisen in entsprechende Endemiegebiete. Ca. 500 Malaria-Importe nach Deutschland werden pro Jahr dem Robert-Koch-Institut gemeldet. Die meisten dieser Patienten sind aus dem subsaharischen Afrika zurückgekehrt und haben zum Großteil keine oder eine fehlerhafte Malaria-Prophylaxe eingenommen. Bedingt durch die Zunahme der jährlichen Durchschnittstemperaturen ist in einigen hochgelegen Gebieten Afrikas eine Ausweitung der Endemiegebiete zu beobachten.

Grundlage der Malariaprophylaxe ist die Vermeidung von Stichen der Anopheles-Mücke. Gut wirksame und in Deutschland erhältliche Repellentien sind DEET und Icaridin. Lange, Bekleidung ist zweckmäßig, die noch zusätzlich mit einem Insektizid (Permethrin) imprägniert werden kann. Sind Übernachtungen in nicht-mückensicheren Räumen absehbar, sollte ein imprägniertes Moskitonetz auf der Reise mitgeführt werden.

Hochrisikogebiete sind das subsaharische Afrika, das östliche Indonesien und küstenferne Gebiete in Guyana, Surinam und Französisch-Guyana. In diesen Gegenden ist eine medikamentöse Prophylaxe mit Mefloquin, Atovaquon/Proguanil oder Doxycyclin indiziert. Die Medikamente unterscheiden sich im Nebenwirkungsspektrum, Preis, Resistenzmuster, Dosierungsintervall und Interaktionspotential.

In Gebieten mit mittlerem oder niedrigen Malaria-Risiko wird das Konzept der notfallmäßigen Selbstbehandlung angewendet. Bei Fieber und fehlender kurzfristiger Möglichkeit einer Malaria-Diagnostik wird innerhalb von 24h eine kurative antiparasitäre Therapie mit einem der folgenden Präparate durchgeführt: Atovaquon/Proguanil, Arthemeter/Lumefantrin oder Chloroquin (nur noch für Mittelamerika). Resistenzlage, Kontraindikationen und potentielle Nebenwirkungen sind dabei zu beachten.

Zur zügigen Diagnostik der Malaria tropica sind die verfügbaren Schnelltests eine deutliche Bereicherung zusätzlich zur mikroskopischen Untersuchung. Allerdings gibt es bei den Firmen erhebliche Unterschiede in der Testqualität. Eine Anwendung durch Reisende kann nur erfolgen bei ausreichenden Kenntnissen und sicherer Handhabung.

In Kürze wird in Deutschland das Malariamedikament Dihydroartemisinin/Piperaquin zugelassen. Wegen der potentiellen arrhythmogenen Effekte wird bisher die Anwendung nur unter ärztlicher Beobachtung und EKG-Kontrolle empfohlen.

Bei jeder fieberhaften Erkrankung in den Tropen und bis zu 3 Monate nach Rückkehr (nur selten länger) muss eine Malaria tropica zügig ausgeschlossen werden, auch wenn eine Prophylaxe adäquat durchgeführt wurde. Eine Malaria tertiana kann noch Jahre nach Reiserückkehr durch Aktivierung von ruhenden Leberstadien (Hypnozoiten) auftreten, ist aber nur sehr selten eine lebensbedrohliche Erkrankung.