Fallbeispiele aus der tropenmedizinischen Sprechstunde
Prof. Dr. med. Christoph Hatz
 
Fieber nach Tropenaufenthalt ist eine Notfallsituation. Innerhalb von Stunden bis zu wenigen Tagen müssen Erreger mögliche Ursachen diagnostiziert und einer Behandlung zugeführt werden. Die häufigeren Durchfallepisoden sowie Infektionen der oberen Luftwege verlaufen meistens weniger dramatisch und können gemächlicher abgeklärt werden, wenn sie nicht sogar selbst limitierend sind.

Neben der sorgfältigen klinischen Untersuchung beinhalten – speziell beim febrilen Tropenrückkehrer – Laboruntersuchungen ein weißes Differenzial-Blutbild, die Blutplättchenzählung, eine Hämoglobin- und eine CRP-Bestimmung, bei Fieber nach einem Aufenthalt in Endemiegebieten eine Malariauntersuchung (Dicker Tropfen, Ausstrich, Antigentest), ein Urinstatus, sowie bei Durchfall die Bestimmung von Leuko- und Erythrozyten im Frischstuhl. Eine Stuhlkultur zur Suche pathogener Keime wird gezielt eingesetzt, ebenso serologische Untersuchungen, Blutkulturen oder eine Lumbalpunktion. Kreatinin- und Leberfunktions-Tests runden die Untersuchungen bei entsprechendem Bedarf ab.