Satellitensymposium
Welchen Impfschutz geben Sie Ihren Patienten mit auf die Insel?
Tollwutschutz: entspanntes Tollen am Strand
Dr. med. Klaus Wiesenbacher
 
Tollwut stellt seit einigen Jahren in Westeuropa nur noch ein sehr untergeordnetes Problem dar. Bereits seit 2008 gilt auch Deutschland als frei von klassischer Tollwut. Ein geringes Restrisiko für Tollwutinfektionen besteht aber weiterhin, da die Tollwut in einigen Fledermauspopulationen noch immer endemisch ist und es auch durch illegale Tierimporte immer wieder zu Einschleppungen kommen kann. In Südosteuropa stellt sich die Situation noch ganz anders dar. Gerade in Russland kam und kommt es immer wieder auch zu (einzelnen) menschlichen Todesfällen. Wirklich relevant wird das Risiko für Reisende aber in Asien und Afrika, teilweise auch in Lateinamerika. Mit deutlich mehr als 20000 Todesfällen/Jahr entfallen allein auf Indien mehr als ein Drittel aller Fälle weltweit. Hier kann und muss die Indikation zur präventiven Impfung sicher sehr häufig gestellt werden. Auch klassische Fernreiseziele wie Bali sind zuletzt in den Blickpunkt gerückt. Fast immer sind die Überträger Hunde, gelegentlich auch Katzen. Eine Ausnahme bildet Südamerika. Dort sind (noch) Fledermäuse für die überwiegende Zahl der Infektionen verantwortlich. Im Hinblick auf die weltweite Epidemiologie sollte die Tollwut in reisemedizinischen Beratungen ein fester Bestandteil sein und die Impfmöglichkeiten als Präventionsmaßnahme oder ggfs. in Form der Postexpositionsprophylaxe klar angesprochen werden. Aufgrund der anzustrebenden Rechtssicherheit empfiehlt es sich dabei die Impfschemata der Fachinformationen zu befolgen, obwohl die WHO in einigen Details inzwischen Alternativen zulässt.