Satellitensymposium
eurartesim – eine neue, innovative Therapieoption bei unkomplizierter Malaria tropica
eurartesim – Was dürfen wir klinisch erwarten?
DDr. Martin Haditsch
 
Weltweit ist die Malaria im Sinken begriffen. Die genauen Ursachen dafür sind nicht klar, wohl aber dürfte neben dem spekulativen Einfluss der Klimaänderung („global climate change“) auch eine Verbesserung der Situation in Hochendemiegebieten daran ursächlich beteiligt sein: neben der zunehmenden Verwendung von Moskitonetzen (geringere Neuinfektionsrate) scheint sich vor allem auch eine ehestmögliche hochwertige Behandlung von Malariapatienten und die damit verbundene Elimination infizierter Menschen als Infektionsquellen für Moskitos, also eine frühzeitige Unterbrechung des Infektionszyklus positiv auszuwirken. Diesbezüglich gelten Artemisinin-Derivate auf Grund der sehr kurzen Clearing-Zeit als besonders effektiv. Dazu kommen nur äußerst umschriebene Regionen mit (relativer) Resistenz der Malariaparasiten (nämlich in Indochina), weswegen in den Höchstrisikoregionen, darunter auch im tropischen Afrika, diese Präparategruppe auch von der WHO (in Form der sog. ACT = artemisinin combined therapy) als Therapie der Wahl empfohlen wird. Damit hat diese Form der Therapie die bisherigen Therapievarianten der unkomplizierten Malaria (tropica) als „Gold Standard“ abgelöst.

Eine hinlängliche bekannte Binsenweisheit lautet: Das Bessere ist der Feind des Guten. Therapien mit Artemisinin-Derivaten zeichnen sich nämlich durch die wünschenswerte Kombination geringer Resistenzen und geringer Nebenwirkungsraten aus. Dies wie auch die Geschwindigkeit der antiparasitären Wirkung begründet die hohe Erwartungshaltung insbesondere zur Therapie der innerhalb kurzer Zeit potentiell lebensbedrohlichen Form der Malaria, nämlich der Malaria tropica. Innerhalb dieser Präparategruppe sind auch zusätzliche Faktoren, wie die Herstellung nach westlichen Standards (GMP), die nötigen Rahmenbedingungen der Einnahme und die Komplexität des Therapieschemas zu berücksichtigen.

Ultimatives Ziel der Behandlung einer Malaria ist die frühestmögliche, nebenwirkungsarme, einfach handzuhabende Therapie mit breitestmöglicher Wirkungswahrscheinlichkeit. Damit ergibt sich nämlich auch die Möglichkeit, diese Therapie(-entscheidung) im begründeten Verdachtsfall verantwortungsvoll an mit der Behandlung der Malaria unerfahrene Ärzte, ja selbst an Laien in Form der Notfallselbstmedikation (NSM) delegieren zu können. Eine frühestmögliche und schnell wirksame Therapie wiederum verhindert nicht nur die (in den Tropen zweifellos wichtige) Unterbrechung des Infektionszyklus Mensch-Mücke-Mensch, sondern bewirkt auch eine schnellere klinische Genesung und kann somit Komplikationen unterschiedlichster Art verhindern, wie auch die Letalität dieser gefürchteten Krankheit senken.

eurartesim (Dihydroartemisin/Piperaquin) erfüllt diese gestellten Anforderungen in höchstem Maße: als ein gut verträgliches, hochwirksames und einfach handzuhabendes Mittel steht es ab Mitte 2012 nicht nur für die Therapie der unkomplizierten Malaria in Deutschland, sondern auch als eine hervorragende Option für die NSM auf Reisen zur Verfügung.