Satellitensymposium
Apotheken-Special: Reisen mit Vorerkrankungen
Reisen mit Lungenerkrankungen
PD Dr. med. Rainald Fischer
 
Auch Patienten mit Lungenerkrankungen (Asthma, COPD, Lungenfibrose und andere) reisen gerne, allerdings ist dabei einiges zu beachten.

Reisende mit Lungenerkrankungen sind besonders bei Höhenaufenthalt gefährdet, da hierbei der Sauerstoffpartialdruck abnimmt und daher akut zu Sauerstoffmangel führen kann. Höhenaufenthalte über 2500 m sind oft nur nach vorheriger ärztlicher Abklärung möglich. Da auch im Flugzeug schon ein Luftdruck wie auf 2438 m Höhe herrscht, muss manchmal auch eine Flugtauglichkeitsprüfung erfolgen. Daneben kann der verminderte Luftdruck bei Patienten mit Emphysem oder Mukoviszidose und zu rascher Dekompression (rascher Aufstieg mit dem Flugzeug) zu einem Platzen der Lungenbläschen führen (Pneumothorax).

Aber nicht nur die Höhe stellt ein Problem dar, auch die veränderte Temperatur und die Luftfeuchtigkeit können Patienten mit Lungenerkrankungen auf Reisen beeinträchtigen. Daher sollten sie nur in einem stabilen Zustand verreisen und medikamentös optimal eingestellt sein. In Bezug auf das Reiseziel ist es für Patienten mit chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen günstiger, in warme und trockene Gebiete zu reisen oder ans Meer, da durch die salzhaltige Luft häufig eine Verbesserung der Lungenfunktion eintritt. Von Reisen in Gebiete mit starker Luftverschmutzung sollte abgeraten werden.

Bei der Wahl der inhalativen Medikamenten muss man darauf achten, dass die Sprays oder Pulver für die geänderten klimatischen Bedingungen geeignet sind. Da durch Infekte immer wieder auch Verschlechterung der Grunderkrankung auftreten können (sogenannte Exacerbationen), müssen die Patienten mit Notfallmedikamenten versorgt werden. Sie müssen auch im Gebrauch und Dosierung dieser Notfalltherapeutika unterrichtet werden. Eine Schulung vor Antritt der Reise ist daher sehr wichtig.

Zur Vermeidung von Infekten sollten alle normalen Schutzimpfungen durchgeführt werden, insbesondere aber Influenza- und Pneumokokken-Impfung.