Satellitensymposium
Welchen Impfschutz geben Sie Ihren Patienten mit auf die Insel?
Schutz vor Japanischer Enzephalitis: das gewisse Extra für Asienreisende
OFA Dr. med. Gerhard Dobler
 
Die Japanische Enzephalitis (JE) ist die häufigste Form einer durch Arthropoden übertragenen Enzephalitis. Schätzungsweise bis zu 30.000-40.000 Infektionen treten jährlich in den endemischen Regionen des Indischen Subkontinents und Südost- und Ostasiens auf. Die Übertragung des JE-Virus erfolgt durch Stechmücken. Hier sind vor allem die in Reisfeldern brütenden Stechmücken der Gattung Culex (Cx. tritaeniorhynchus, Cx. vishnui) und die in Regen- und Abwasser brütenden Arten Cx. quinquefasciatus und Cx. pipiens zu nennen. Die letzteren nutzen auch urbane Gebiete für ihre Brutplätze. Aus diesem Grund tritt die Japanische Enzephalitis besonders während und kurz nach der Regenzeit gehäuft auf und ist insbesondere in landwirtschaftlich geprägten Strukturen ländlicher Regionen mit Reisanbau und Schweinezucht häufig.

Die JE ist eine sehr schwer verlaufende Infektion. Etwa jede dritte Infektion verläuft tödlich, rund die Hälfte der überlebenden Patienten weisen lebenslang neurologische Restschäden auf. Eine Therapie ist nicht möglich. Die Infektion ist weiterhin wenig bekannt, so dass sie vermutlich häufiger bei Reisenden auftritt als bisher bekannt und eine Reihe von Erkrankungsfällen nicht erkannt werden, soweit sie nicht von erfahrenen Tropenmedizinern diagnostiziert werden. In jedem Fall führte eine intensive Suche nach Erkrankungsfällen bei Reisenden zunehmend zu bestätigten Erkrankungsfällen bei Reiserückkehrern, z.T. auch mit nicht-klassischen Symptomen. Diese Daten zeigen, dass die JE-Infektion bei Reiserückkehrern häufiger zu sein scheint, als bisher angenommen.

Seit mehr als zwei Jahren ist ein neuer Impfstoff gegen JE zugelassen, der für die Prophylaxe in der JE in der Reisemedizin zur Verfügung steht. Im Gegensatz zum ehemaligen japanischen Impfstoff, der aus infizierten Mäusegehirnen hergestellt worden war, wird der neue Impfstoff in Zellkulturen produziert und entspricht damit in Verträglichkeit und Wirksamkeit allen Anforderungen an einen modernen Impfstoff. Aufgrund der Schwere der Erkrankung, der fehlenden Möglichkeit einer Therapie und der zunehmenden reisemedizinischen Bedeutung der JE in den endemischen Regionen soll die JE-Impfung nach dem jeweiligen Infektionsrisiko im Reiseland und den individuell geplanten Aktivitäten des Reisenden in der reisemedizinischen Beratung zunehmend Berücksichtigung finden.