Satellitensymposium
eurartesim – eine neue, innovative Therapieoption bei unkomplizierter Malaria tropica
eurartesim – Warum wird es dringend gebraucht?
Dr. Andreas Diedenhofen
 
Die Entwicklung innovativer Medikamente in der gesamten Tropenmedizin und also auch bei der Malaria scheiterte in der Vergangenheit oft an einfachen betriebswirtschaftlichen Gründen. Dabei ist bei der Malaria der „unmet medical need“ durch das Risiko von Resistenzentwicklungen gegen existierende Präparate in endemischen Ländern sehr hoch. Ein neues Modell von „public-private partnerships“ zur Medikamentenentwicklung kann einen konkreten Beitrag leisten, die vielfältigen Probleme zu überwinden. Eurartesim® ist das Resultat einer der ersten erfolgreich abgeschlossenen „public-private partnerships“.

Malaria Medikamente, welche in endemischen Ländern angeboten werden, haben oft einen unzureichenden Qualitätsstandard. Ein neues Medikament sollte auch deshalb nach US oder EU Standards in GMP und GCP entwickelt werden. Die Europäische Agentur für Arzneimittel (EMA) kennt zwei Prüfverfahren. Das erste sieht eine Zulassung in Europa vor, das zweite Verfahren prüft zwar das Präparat, erlaubt aber keinen Vertrieb in Europa. Im Klartext in Accra darf das Produkt verkauft werden, nicht aber in Berlin. Da könnte man theoretisch einen postkolonialen Beigeschmack wahrnehmen.

eurartesim wurde zwar ursprünglich entwickelt zur Therapie der unkomplizierten Malaria in endemischen Ländern. Es soll als Qualitätsprodukt das therapeutische Armenatrium bereichern und dazu beitragen die Todesrate weiter zu reduzieren. Es hat aber auch seinen Platz bei der Malariatherapie in Europa. eurartesim wurde von der EMA intensiv geprüft und für den Vertreib in Europa zugelassen. Die unterschiedlichen praktischen Erwartungshaltungen der WHO und der EMA an ein neues Malariapräparat werden ebenfalls kurz erwähnt.