Last-Minute - Reisearten und Risiken
PD Dr. med. Tomas Jelinek
CRM Centrum für Reisemedizin GmbH, Düsseldorf
 
Last-Minute-Buchungen sind zu einer häufigen Art geworden, über Urlaubsziele zu entscheiden. Hierbei unterscheiden sich Verhalten und Gesundheitsrisiken je nach Destination erheblich. Ein besonderes Merkmal des Kurzzeittouristen ist der häufige und schnelle Ortswechsel. Dies hat den Nachteil, dass die Umgebung kaum auf Krankheitsfaktoren (z.B. Mücken) kontrolliert werden kann. Die häufig fehlende Vertrautheit mit dem Reiseland schafft Unsicherheit. Die medizinische Beratung vor der Reise und die empfohlenen Prophylaxemaßnahmen sollten dem Rechung tragen und auch wichtige Inhalte zum Reiseland selbst transportieren.

Spezifische Prophylaxemaßnahme
Vor einem Langzeitaufenthalt ist der Impfschutz möglichst umfassend zu komplettieren. Hierzu gehören auch seltene Risiken, die zwar bei Kurzzeitreisenden weniger Relevanz haben mögen, abhängig von den Aktivitäten aber dennoch relevant sein können.

Grundimpfungen:
Vor einem Auslandsaufenthalt ist der Impfschutz möglichst umfassend zu komplettieren.
  • Tetanus
  • Diphtherie
  • Pertussis
  • Poliomyelitis
  • Masern
Bei Auslandsaufenthalt häufig sinnvolle Reiseimpfungen:
  • Hepatitis A
  • Hepatitis B
  • Typhus
  • Influenza
Je nach Reiseziel und -art:
  • Gelbfieber
  • Meningokokken-Meningitis
  • Japanische Enzephalitis
  • Tollwut
  • Pneumokokken
  • FSME
Gegebenenfalls sind auch Impfungen gegen Varizellen, Herpes zoster und HPV zu empfehlen.

Malariaprophylaxe
Die Beachtung von Gesundheitsschutzmaßnahmen, insbesondere von Mückenschutz und Malariavorbeugung mit Medikamenten, sind bei Last-Minute-Reisen oft unzureichend. Reisende benötigen vor ihren Einsätzen eine individuelle ärztliche Beratung, bei der das zu erwartende Risiko nach Tätigkeit, Region, Jahreszeit, Resistenz der Erreger und Verträglichkeit der Medikamente beurteilt und eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen wird. Auch bei kurzfristigen Aufenthalten in Malariagebieten sollten grundsätzlich Schutzmaßnahmen gegen Malaria getroffen werden. Bei hohem Malariarisiko ist eine Chemoprophylaxe insbesondere während der Regenzeit oder bei Reisen mit eingeschränktem Moskitoschutz wichtig. Bei dieser Empfehlung ist die zu erwartende Schutzwirkung gegenüber den möglichen unerwünschten Nebenwirkungen des Medikamentes abzuwägen.