Fallbeispiele aus der tropenmedizinischen Sprechstunde
Prof. Dr. med. Christian Hatz
Schweizerisches Tropeninstitut, Basel
 
Die Reisefreudigkeit der deutschsprachigen Bevölkerung stellt den niedergelassenen Arzt immer häufiger vor die Frage, ob das Krankheitsbild seiner Patienten einen exotischen Grund haben könnte. Bei einem Fieber oder einem Durchfall muss heute auch an einen Auslandaufenthalt gedacht und eine Reiseanamnese erhoben werden. Eine unklare Bluteosinophilie schließt die Möglichkeit einer parasitären Erkrankung ein. Notfallsituationen wie chronische Erkrankungen beinhalten den Einbezug der erfolgten Reisen in die differenzialdiagnostischen Überlegungen. In Zweifelsfällen bietet sich eine konsiliarische Besprechung mit einem Tropen- und Reisemediziner an.

Eine Malaria oder ein akuter Amöben-Leberabszess mit Fieber können relativ leicht ausgeschlossen und fast immer problemlos behandelt werden, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Bei chronischen Durchfällen ist die Kenntnis der notwendigen Abklärungsmöglichkeiten von Vorteil, um die Ursache zu eruieren und entsprechend zu therapieren. Der Beitrag gibt anhand von typischen Fällen aus einem tropenmedizinischen Institut praktische Hinweise für ein pragmatisches Vorgehen bei der Abklärung tropenmedizinischer Ursachen, welche der niedergelassene Arzt im Alltag sehen könnte.