Westafrika - spezielle Infektionsrisiken
Dr. med. E. Diekmann
GTZ, Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH, Eschborn
 
West-Afrika wurde früher "White man`s grave" genannt. Viele der damals dafür verantwortlichen Erkrankungen sind heute behandelbar oder impfpräventabel. Auch für die indigene Bevölkerung hat sich in vielen Bereichen durch verbesserte Bekämpfungs- und Behandlungsmöglichkeiten die Todesrate an Infektionserkrankungen zurückdrängen lassen. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass durch Armut, Misswirtschaft und Korruption auch in West-Afrika diesbezüglich noch große Probleme zu lösen sind.

Mehr als drei Viertel aller Todesfälle durch Infektionen sind weltweit, aber v.a. in Entwicklungs- und Schwellenländern, auf 5 Erkrankungsgruppen zurückzuführen: Infektionen der unteren Atemwege, Durchfallerkrankungen, HIV/AIDS, Tuberkulose, Malaria. All diese Erkrankungen sind in Westafrika hoch prävalent neben den meisten anderen in den Tropen auftretenden Infektionen wie Bilharziose, Leishmaniosen, Dengue-Fieber, Chikungunya.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Infektionskrankheiten, die geographisch v.a. in West (-Zentral) Afrika vorkommen. Hier sollen insbesondere Erkrankungen wie Lassa-Fieber, Filariosen wie Loa Loa und Onchocercose und die westafrikanische Variante der Schlafkrankheit Erwähnung finden. Nicht unerwähnt bleiben sollte die Drakunkulose, der Guinea-worm, deren Inzidenz durch Bekämpfungsmaßnahmen in den letzten Jahren deutlich gesenkt werden konnte.

Während Erkrankungen wie Meningokokkenmeningitis, Hepatitis A und B, Gelbfieber, Typhus, Tollwut und Polio (in Nigeria endemisch) impfpräventabel sind, einige der Krankheiten eher entlegene ländliche Regionen betreffen und daher reisemedizinisch weniger relevant sind, sollte nicht deren Einbeziehung in die Differentialdiagnostik bei Migranten und VFR`s (visiting friends and relations) vergessen werden.