Beruflicher Langzeitaufenthalt: Vorbereitung und Betreuung
Dr. med. Gunther von Laer
 
Das Risiko medizinischer Notfälle gibt es auf allen Reisen, besonders aber beim Langzeitaufenthalt. Es ist abhängig von Reisestil, Reiseziel, Reiseroute, aber auch vom Reisenden (Prophylaxe? Verhalten? Vorbereitung? Vorerkrankungen? Tauglichkeit?). Jeder Reisemediziner kann entscheidend dazu beitragen, diese Risiken zu minimieren. Hilfe im Ausland im Notfall ist immer schwierig: sie kommt naturgemäß oft spät, es werden Fehler gemacht, die Rettung ist riskant und / oder die Möglichkeiten sind begrenzt. Trotzdem können an diesem Problem insbesondere die Reiseveranstalter und die Reisenden selber viel verbessern. Mit dem Risiko praktisch fertig zu werden sollte dem gut vorbereiteten und gut beratenen Patienten fast immer gelingen. Manche sind aber zu krank (oder zu behindert) für den geplanten Langzeitaufenthalt. Das bedeutet allerdings auch in letzter Konsequenz, dass die eine oder andere Reise einmal aus guten individuellen Gründen gar nicht stattfindet.

Das Unterbinden eines Langzeitaufenthaltes aus medizinischem Grund gehört für den Reise- und Arbeitsmediziner zu seinen vornehmsten und effektivsten, aber auch schwierigsten Aufgaben.

Sechs Gebote für jeden Langzeitaufenthalt:
Du sollst nicht gegen ärztlichen Rat reisen
Du sollst tropenmedizinische Beratung und die Impfungen vorher erledigen
Du sollst Dich für die Reise versichern (Erkrankung und Rettung)
Du sollst unterwegs gesund (sauber) essen und trinken
Du sollst die Landessitten beachten
Du sollst nicht mit fremden Menschen schlafen.