Besonderheiten der Immunisierungen vor beruflichen Langzeitaufenthalten
Dr. med. E. Stockmann
 
Die Zunahme der globalen Geschäftsaktivitäten sowohl aller Großfirmen als auch zunehmend vieler kleinere bis mittlere Betriebe führt auch zu vermehrter Reistätigkeit vieler Menschen im Rahmen ihrer beruflichen Ausübung. Nicht selten sind kurzfristige weltweite Einsätze für nur wenige Tage durchzuführen. Dies ist nicht nur mit starkem Stress durch Jet lag, Flugreisen, sowie Zeit- und Leistungsdruck vergesellschaftet, sondern stellt auch eine erhöhte Gesundheitsgefährdung durch am Zielort vermehrt auftretende spezielle Erkrankungen wie beispielsweise Malaria, Gelbfieber, Tollwut dar.

Zur Fürsorgeverpflichtung der entsendenden Firmen gehört es eben auch, diesem Umstand Rechnung zu tragen. Die medizinische Eignung für diesen Arbeitseinsatz muss vor Ausreise durch arbeitsmedizinische Untersuchungen von hierzu ermächtigten Ärzten sichergestellt werden.

Auch muss der Impfstatus beobachtet werden und fehlende Impfungen im Rahmen dieser Untersuchungen ergänzt werden. Häufig hängt die Impfindikation von den Rahmenbedingungen der Reise ab. Für einen Urlaubs- oder Rucksacktouristen beispielsweise in Indien ist die Indikation für eine Tollwutimpfung anders zu sehen, als für einen Mitarbeiter einer global tätigen Firma, der sich nur kurzfristig in Mumbai zwecks eines Vertragsabschlusses aufhält.

Die Reaktionen auf Pandemiesituationen, wie beispielsweise die erst kürzlich aktuelle Neue Grippe Pandemie, sollten in ihren Inhalten und der zeitlichen Umsetzung zwischen allen international tätigen Firmen abgestimmt, Impfaktionen wenn möglich koordiniert sein. Andernfalls entsteht große Verunsicherung bei den Beschäftigten, was in letzter Konsequenz durchaus zu einer negativen Entwicklung auch des Geschäftserfolges und somit der Arbeitsplatzsicherheit führen kann.