Visiting Friends & Relatives:
Familienbesuche von Migranten
Prof. Dr. med. Christoph Hatz
 
Patienten mit Migrationshintergrund reisen häufig in ihre Herkunftsländer, um Freunde und ihre Familien zu besuchen. Dabei sind sie nicht selten Gesundheitsrisiken ausgesetzt, welche über das übliche Maß bei anderen Reisenden in diese Länder hinausgehen.

Diese VFRs genannten Personen haben oft wenig Geld, bereisen häufiger und länger nicht-touristische Orte mit entsprechend höherem Infektionsrisiko, und suchen seltener Infos vor der Reise, weil sie diese Risiken geringer einschätzen als Normaltouristen. Dazu kommen Fehlinformationen durch Freunde oder eine überstürzte Abreise wegen dringenden Familienbesuchen. Studien haben gezeigt, dass VFRs durch die Ärzte in industrialisierten Ländern schlechter beraten werden als die übrigen Reisenden, weil erstere davon ausgehen, dass die VFRs gut mit den Risiken vertraut wären.

Während der Reise werden die VFRs häufiger hospitalisiert und erleiden mehr schwerere Infektionen. Dafür haben sie weniger akute Durchfälle als Touristen und benötigen seltener einen Arzt nach der Rückkehr.

Eine qualitativ gleiche und auf die Zielgruppen zugeschnittene reisemedizinische Beratung für VFR mit praktischen Verhaltensempfehlungen kann zu einer individuellen und Public-Health-relevanten Verbesserung der Gesundheit der VFRs beitragen.