Gesundheitliche Aspekte für Abenteurer
Prof. Dr. med. Robert Steffen
Universität Zürich, Institut für Sozial- und Präventionsmedizin
 
You hate it, while you are in it - then, it makes a good story, das ist die geläufige Definition von 'adventure'. Gemäss Wikipedia ist dies eine risikoreiche Unternehmung, die sich stark vom Alltag unterscheidet und bei welcher der Ausgang ungewiss ist. Damit ist klar, dass Risiken für Leib und Leben erhöht sind. Zumeist sind Abenteuer in Reisen durchaus gewollt, gelegentlich aber schicksalsbedingt.

Um welche Risiken handelt es sich? Dies ist primär abhängig von Umgebungsfaktoren, seien dies nun z.B. Höhe oder Klima, Verhalten, oder wie Bereitschaft zu flüchtigen sexuellen Kontakten oder sportliche Herausforderungen. Sekundär müssen wir aber auch persönliche Risikofaktoren in Betracht ziehen, denken wir doch an Senioren oder Patienten mit vorbestehenden Krankheiten, die sich besonders exponieren wollen, u.a. um sich und der Umgebung ihre verbleibende Leistungsfähigkeit zu beweisen.

Daraus lassen sich die komplexen präventivmedizinischen Prioritäten ableiten. Oft meinen Abenteuerreisende, für sie würden die grundlegenden Prophylaxeregeln nicht gelten - dies resultiert in Katastrophen! Zusätzlich zu den traditionellen Disziplinen der Reisemedizin (travel health): Information, Expositionsprophylaxe, Immunisationsprophylaxe, medikamentöse Prophylaxe und Empfehlungen zur Selbsttherapie mögen nicht mehr zu genügen. Gerade bezüglich Impfungen ist hier oft Großzügigkeit am Platze, jene gegen Hepatitis B, Abdominaltyphus, Meningokokken Meningitis, Tollwut werden hier oft zur Routine. Man muss zusätzlich daran denken, u.a. Training (speziell Akklimatisation) oder Selbstdisziplin zu empfehlen, auch der Diskussion über Reiseapotheke und Versicherung muss viel mehr Zeit eingeräumt werden. Bereits jetzt werden gewisse Gruppen durch Spezialisten beraten, seien dies Militärpersonen, Sportler zu internationalen Wettkämpfen (oft geht die Grippeimpfung vergessen), Bergsportler, Taucher - und die Zukunft hat bereits begonnen: touristische Raumfahrer.