Zecken- und Mückenschutz
Michael Knappik
BCRT Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin
 
Zecken und Stechmücken können, insbesondere in tropischen Regionen, eine Vielzahl von Erkrankungen übertragen. Während man sich vor einigen dieser Erkrankungen durch Impfung (z.B. Gelbfieber und FSME) oder medikamentöse Prophylaxe (z.B. Malaria) schützen kann, so ist die Expositionsprophylaxe für einige Infektionserkrankungen der einzige Schutzmechanismus, der dem Reisenden zur Verfügung steht. Konsequenter Schutz vor Zecken- und Stechmücken besteht dabei aus unterschiedlichen Komponenten. Durch Kenntnis der Biologie und der Verhaltensweisen von Zecken bzw. Stechmücken kann das Übertragungsrisiko weiter reduziert werden.

Zeckenschutz
Zecken gehören zur Familie der Milben und sind, mit Ausnahme der Antarktis, auf allen Kontinenten verbreitet. Sie befallen als Ektoparasiten Tiere und Menschen und gehören damit zu bedeutenden Krankheitsüberträgern. In Europa ist der "gemeine Holzbock" die am weitesten verbreitete Art. Zecken lauern bevorzugt in hohen Gräsern, Gestrüpp oder Unterholz auf den Wirt. Bei Kontakt mit einem Wirt werden die Zecken abgestreift und suchen sich auf dem Körper eine geeignete Stelle für die Blutmahlzeit. Vor einem Aufenthalt in einem Zeckenbiotop sollte man sich daher durch das Tragen von geschlossener, idealerweise mit Permethrin imprägnierter Kleidung und durch die Verwendung von Repellentien schützen. Da es leider keinen sicheren Schutz vor Zecken gibt, sollte man den Körper nach einem Aufenthalt in einem Zeckenrisikogebiet absuchen um ggf. diese möglichst zeitnah zu entfernen.

Mückenschutz
Eine Vielzahl von Tropenerkrankungen wird von Stechmücken übertragen. Um sich effektiv vor Stechmücken zu schützen, ist zu beachten, dass sich die verschiedenen Arten hinsichtlich ihrer Verhaltensweise und ihres Lebensraumes unterscheiden. Während z.B. die Anophelesmücke als Überträger der Malaria ausschließlich nachaktiv ist und bevorzugt in ländlichen Regionen vorkommt, so ist die Aedesmücke als Vektor des Denguevirus tagaktiv und v.a. in der Nähe von menschlichen Behausungen zu finden. Effektive Expositionsprophylaxe besteht aus den drei Komponenten: Schützende Kleidung, Repellentien und Moskitonetz.

Da Insekten durch leichtes, der Haut eng anliegendes Gewebe stechen können, sollten Kleidungsstücke mit Permethrin imprägniert werden. Repellentien sind Substanzen, die Mücken vom Körper fernhalten. Die Wirksamsten und am besten dokumentierten Wirkstoffe sind DEET und Picaridin. Moskitonetze, idealerweise imprägniert, bieten eine effektiven Schutz vor nachtaktiven Stechmücken.