Kreislaufphysiologie unter besonderer klimatischer Belastung: Hitze, Kälte, Höhe
Prof. Dr. med. H.-Ch. Gunga
Zentrum für Weltraummedizin, Berlin
 
Dieser Vortrag gliedert sich im Wesentlichen in drei größere Abschnitte. Nach einer kurzen historischen Einführung in das Thema werden die verschiedenen Klimazonen und Klimaelemente wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Windgeschwindigkeit und Strahlung besprochen. Anschließend wird auf die Bedeutung der Herzkreislaufphysiologie unter heißen klimatischen Bedingungen eingegangen. Darüber hinaus werden die allgemeinen Faktoren des Wärmetransports (Konvektion, Konduktion, Radiation und Evaporation) besprochen. Es wird auf die Bedeutung der Schweißdrüsen, deren Aktivität sowie Trainierbarkeit (Menge und Zusammensetzung des Schweißes), Trinkverhalten, Symptome des Wassermangels bei jungen und alten Menschen besprochen. Bei den pathophysiologischen Erkrankungen kommen im Vortrag Hitzekrämpfe, Hitzekollaps und Hitzeschlag zur Sprache. Zum Abschluss dieses Themas wird noch auch die Bekleidung von Menschen in Wüstengebieten eingegangen.

Im zweiten Teil des Vortrages geht es um die Anpassung des Menschen an das Kälteklima. Hier werden zunächst die Veränderungen der Wärmebildung in Abhängigkeit der Hauttemperatur bei vier unterschiedlichen ethnischen Gruppen (Kaukasier, Eskimo, Alacaluf, Australische Ureinwohner) näher erläutert. Dann wird auf spezielle kleidungsphysiologische Aspekte eingegangen wie z.B. die Bedeutung der Grenzzone in der Bekleidung, die Wind- und Feuchtigkeitspermeabilität als auch die thermische Leitfähigkeit. Danach werden die verschiedenen Stadien der Unterkühlung (I-IV), deren klinische Kennzeichen als auch die Überlebenszeiten des Menschen bei verschiedenen Wassertemperaturen und die Rolle des Herzkreislaufsystems behandelt.

Zum Abschluss des Vortrages stehen die Auswirkungen des Höhenklimas auf den Menschen im Vordergrund. Hierzu gehören die Anpassungsmechanismen des Organismus im mittleren und großen Höhen. Bei den pathophysiologischen Prozessen werden akute Höhenkrankheit, Höhenlungenödem und Höhenhirnödem angesprochen sowie Verhaltensregeln für eine optimale Anpassung an einen Höhenaufenthalt gegeben.