HIV - weltweite Situation und Risiko für Abenteuerreisende
Dr. med. Carlos Jürgen Fritzsche
Universität Rostock, Abt. Tropenmedizin und Infektionskrankheiten
 
Die HIV Pandemie ist nun seit mehr als 20 Jahren ungebrochen. Weltweit sind circa 33 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert, davon leben über zwei Drittel in Afrika und Südostasien. Jährlich infizieren sich ca. 2,5 Millionen Menschen und es sterben ca. 2,1 Millionen Menschen weltweit an HIV. Ein zunehmendes Problem mit der HIV Infektion besteht in Osteuropa, wo die Infektionszahlen in den letzten Jahren dramatisch angestiegen sind.

Die Übertragung des Virus erfolgt wesentlich durch ungeschützten Sexualkontakt und durch direkten Blutkontakt.

Auf Reisen werden sexuell übertragbare Erkrankungen, u.a. HIV, relativ häufig erworben. Meist werden Infektionen bei jungen Erwachsenen beobachtet die ohne festen Partner verreisen und häufigen Partnerwechsel haben. Alkohol und Freizeitdrogen erhöhen das Ansteckungsrisiko. Das Risiko einer Ansteckung ist am höchsten beim ungeschützten Geschlechtsverkehr, insbesondere in Ländern mit hohen Infektionszahlen wie im südlichen Afrika und Südostasien. Reisenden ist daher dringend die Mitnahme und der Gebrauch von Kondomen angeraten, die Schutz vor einer Infektion mit HIV bieten. Insbesondere nach beruflichen Risikokontakten in Hochrisikogebieten, z.B. im Rahmen von Nadelstichverletzungen, kann eine medikamentöse Postexpositionsprophylaxe eine potentielle Ansteckung verhindern.