Virale hämorrhagische Fieber - aktuelle Risikogebiete
Prof. Dr. Matthias Niedrig,
Robert Koch Institut, Berlin
 
Die viralen hämorrhagischen Fieber (VHF) umfassen Erkrankungen, die von verschiedensten Viren verursacht werden können. Die multisystemische Erkrankung ist gekennzeichnet durch die Schädigung des Gefäßsystems, wodurch alle Organe betroffen sind. Diese Symptome sind häufig begleitet durch Hämorrhagien, die allein allerdings selten lebensbedrohend sind. Während einige der VHF Viren recht milde Erkrankungen verursachen, sind andere, wie Ebola- und Marburgviren für ihre hohe Letalität bekannt.

Vertreter dieser Viren sind im Grunde überall auf der Welt anzutreffen wenn auch zum Teil in sehr klar abgegrenzten Gebieten. Da viele dieser Viren mit spezifischen Wirtstieren oder Insekten assoziiert sind, ist ihre Verbreitung eng mit dem Vorkommen dieser Wirte verbunden. So ist z.B. die geographische Ausbreitung der Arenaviren (Lassaviren) oder Bunyaviren (Hanta) abhängig von der Verbreitung bestimmter Nagerspezies. Infektionen von Menschen erfolgen durch direkten Kontakt mit virushaltigen Körpersekreten (Blut, Urin, Speichel, etc.) der Wirtstiere oder über infizierte Zwischenwirte.

Andere VHF Viren wie Dengue, Gelbfieber oder Rift Tal Fieber werden durch infizierte Mücken oder, wie Krim-Kongo-hämorrhagisches Fieber (CCHF) durch Zecken übertragen.

Durch die zunehmenden Reiseaktivitäten steigen die Risiken, sich auch mit diesen eher seltenen Krankheitserregern zu infizieren. Eine gezielte Reisevorbereitung, die eine Auseinandersetzung mit möglichen Infektionsrisiken einschließt, hilft hier Risiken zu minimieren und zu vermeiden. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Verbreitung verschiedenster VHF Viren wie Dengue, Gelbfieber, CCHF, Ebola, Marburg, Lassa, Hanta, Rift Tal Fieber, Nipah Viren u.a., sowie eine Risiko-betrachtung für Reisende.