Rundreisen durch Nordamerika aus der Sicht des Reisemediziners
Dr. med. Dieter Mayer, Mülheim-Kärlich Facharzt für Allgemeinmedizin, Diabetologie, Schwerpunkt Reisemedizin
 
Reisen in die USA und nach Kanada sind aus reisemedizinischer Sicht weitgehend unproblematisch. Vor Reisebeginn ist jedoch ein ausreichender Impfschutz (Standardimpfungen, saisonale Grippeschutzimpfung und Hepatitis A, für Risikogruppen zusätzlich Pneumokokken und Hepatitis B) wünschenswert. Für die Anreise ist wegen des Langstreckenflugs eine Beratung über Reisethrombose-prophylaxe für Risikogruppen empfehlenswert, für Reisende mit Vorerkrankungen ist die Langstreckenflugtauglichkeit zu ermitteln, und notwendige Einnahmeanpassungen für Medikamente aufgrund der Zeitverschiebung vorzunehmen. In den USA gibt es gesundheitliche Risiken aufgrund Reisestil, Reiseroute und Reisezeit.

Busreisen bedingen Thrombosegefahr und Infektionen der oberen Luftwege durch engen Kontakt und Klimaanlage. Mietwagen- und Wohnmobilrundreisen haben das Risiko des Straßenverkehrs. Geländewagenenthusiasten und Trekking - Reisende sollten sich intensiv mit Flora, Fauna, Klima und Wetter, sowie den Geländebedingungen auseinandersetzen.

Die Reiseroute ist entscheidend dafür, mit welchen klimatischen Bedingungen und mit welcher Höhenlage sich der Reisende auseinandersetzen muss. Durch Moskitos oder Zecken übertragbare Viruserkrankungen (West Nile Fieber, Rocky Mountain spotted Fieber und Lyme Borreliose) nehmen in den amerikanischen Medien und auf Hinweistafeln in allen Provinz-, Staats- und Nationalparks großen Raum ein. Sie sind durch vernünftiges Verhalten weitgehend vermeidbar, und stellen mit Ausnahme des West-Nile Fiebers auch statistisch kein wirklich ernsthaftes Problem dar.

Die Pest sollte bei Trekking- und Geländewagenreisen in Arizona, besonders auf dem Colorado Plateau besprochen werden. Insekten können außerordentlich lästig sein (Moskito als "Wappentier von Alaska"), wenn man in den USA zur falschen Zeit am falschen Ort weilt.

Tiere (Braunbären, Klapperschlangen, Berglöwen) meiden üblicherweise den Kontakt zu Menschen, lediglich Grizzlybären und Bisons erfordern vorausschauendes Verhalten.

Tollwut kommt in den USA vor, Hauptüberträger sind Waschbären und Fledermäuse. Eine vorbeugende Tollwutschutzimpfung ist nur für Risikogruppen (Höhlenforscher) notwendig.