Ungeliebte Gäste bei Abenteuerreisen - Schlangen, Skorpione und andere Giftiere in Afrika
Prof. Dr. Dietrich Mebs,
Zentrum der Rechtsmedizin, Klinikum der Universität, Frankfurt a.M.
 
Gifttiere wie Skorpione und Schlangen sind gerade in Afrika artenreich vertreten. Doch selbst hier ist es eher die Ausnahme, dass ein Tourist durch sie verletzt wird und eine Vergiftung erleidet. Überwiegend ist die einheimische Bevölkerung betroffen. Wer auf "ausgetretenen Touristenpfaden" wandelt, begegnet Gifttieren in der Regel nur selten, doch sollte man die Gefahr auch nicht unterschätzen.

Mit Hilfe eines Stachels (Skorpion) oder Zähnen (Schlange) injizieren diese Tiere ihr Gift. Diese Vergiftungen verlaufen beim Menschen stets akut. Der Vergiftungsverlauf kann sehr dramatisch, aber auch trivial sein, eine Prognose ist nicht immer einfach. Die meisten Vergiftungen durch Skosrpione oder selbst von Schlangen sind keineswegs tödlich, Kinder sind jedoch eher gefährdet als Erwachsene, da sie die gleiche Giftdosis erhalten haben.

Beruhigend auf den Betroffenen einwirken, die betroffene Extremität ruhigstellen und ein rascher Transport zum nächsten Arzt sind die wichtigsten Maßnahmen zur ersten Hilfe. Eine symptomatische Therapie ist dann angezeigt, wenn spezifische Antidote wie Antiseren nicht vorhanden sind. Eine konsequent durchgeführte, sich an den auftretenden Symptomen orientierende Behandlung ist in vielen Fällen lebensrettend. Eine spezifische Therapie setzt ein Antidot voraus, das z.B. als Antiserum zur Behandlung von Schlangen-Bissen oder Skorpions-Stichen vorliegt. Seine Anwendung sollte stets dem Arzt vorbehalten bleiben, der auf alle Komplikationen wie einen anaphylaktischen Schock vorbereitet sein sollte.