Notfalldiagnostik bei Malariaverdacht - welche Bedeutung haben die Malaria-Schnelltests für den Laien?
PD Dr.med. Tomas Jelinek,
Institut für Tropenmedizin, Berlin
 
Die schnelle und zuverlässige Diagnose der Malaria tropica ist gerade bei nicht-immunen Reisenden entscheidend, um Komplikationen und Todesfälle zu verhindern. In Endemiegebieten ist die Erkrankung zwar gut bekannt, jedoch herrscht häufig Mangel an ausgebildetem und erfahrenem Laborpersonal für eine fachlich fundierte Diagnose. In den letzten Jahren sind Teststreifen entwickelt worden, die eine Infektion mit Plasmodium falciparum durch den Nachweis von spezifischen Antigenen diagnostizieren können. Hierbei wird entweder Histidin-reiches Protein 2 (HRP-2; ICT Malaria P.f. â) oder Parasiten-spezifische Lactatdehydrogenase (pLDH; OptiMalâ), nachgewiesen. Beide Testprinzipien wurden in einer ganzen Reihe von Studien evaluiert.

In den ersten Jahren nach Markteinführung lag die Sensitivität auch in den Händen erfahrenen Laborpersonals zwischen 86% und 96%, während die Spezifität unter Kreuzreaktionen mit Rheumafaktor litt. Mit der in den letzten Jahren erfolgten technischen Optimierung der Testkits wurde vor allem für den Nachweis von HRP-2-Antigen in mehreren Studien eine Sensitivität von 100% erreicht. Somit können die Schnelltests als zuverlässige Methodik für Laborpersonal empfohlen werden.

Die Qualität der Eigentestung von Reisenden mittels des HRP-2-Tests wurde unter anderem in Kenia anhand von Touristen mit Fieber evaluiert. Hier waren 67 Patienten (68,4%) erfolgreich in der Testdurchführung, während 31 (31,6%) nicht in der Lage waren, ein verwertbares Ergebnis zu erzielen.

Schnelltest haben das Potential, die Malariadiagnostik enorm zu erleichtern. Ihre Zuverlässigkeit rückt allmählich in die Nähe der Standardmethoden Blutausstrich und Dicker Tropfen, die diese jedoch nicht ersetzen sollten. Die Selbsttestung von Reisenden kann in jedem Fall nur nach erfolgreicher Einweisung und Training empfohlen werden.