Kilimandscharo - gesundheitliche Risiken und Vorsorgeempfehlungen
Dr. med. Ulf Gieseler,
Diakonissenkrankenhaus Speyer
 
Der Kilimandscharo erfreut sich seit Jahren einer zunehmenden Beliebtheit unter Touristen. Er ist auch ein sehr attraktives Ziel, da sich hier eine Bergbesteigung mit einer Safari kombinieren lässt. So ist es nicht verwunderlich, dass jährlich etwa 60.000 Menschen diesen Berg belagern. Allerdings ist die Rate erfolgreicher Gipfelbesteigungen sehr niedrig. Den höchsten Gipfel Afrikas, den Uhuru-Peak, den Gipfel der Freiheit, erreichen aber nur etwa 10% aller Trecker. Dieser Berg, der zu den Seven Summits gehört, wird von vielen, alpinistisch völlig unerfahrenen Menschen unterschätzt. Er gilt als sehr leichter Wanderberg, richtig ist jedoch, er ist ein kalter und hoher Berg. Temperaturen von Minus 20 Grad, kombiniert mit einer Höhe von fast 6.000 Metern, ist nicht unbedingt ein Ziel für alpinistisch Unerfahrene.

So drohen an diesem Berg vielfältige Gefahren. Einerseits wird unterschätzt, dass man bei der Gipfelbesteigung innerhalb mehreren Tagen die 5-Klima-Zonen unserer Erde durchwandern muss, das heißt ganz unten tropischer Regenwald mit feucht-heißem Klima bis hin zur Gipfelregion mit Schnee, Wind und Kälte.

Auch wenn die Träger das Gepäck der Touristen tragen, sind viele aufgrund der Höhe schlicht überfordert. So muss eindringlich darauf hingewiesen werden, dass natürlich während der Besteigung aufgrund schlechter hygienischer Verhältnisse Durchfallerkrankungen drohen, zu beachten ist hierbei, dass der Siedepunkt des Wassers abhängig von der Höhe ist, das heißt, je höher man steigt, desto früher kocht das Wasser, also nicht bei 100 Grad sondern schon bei 80 bis 85 Grad. Weiterhin drohen Gefahren durch Höhenerkrankung wie akute Bergkrankheit und Höhenlungenödem. So ist es nicht verwunderlich, dass durch die Gefahren der Höhe und verbunden mit Durchfallerkrankungen sowie einer höhenbedingten Minderung der Leistungsfähigkeit um 10% pro 1000 Höhenmeter eben nur etwa 10% auf den Gipfel kommen.

Anhand von entsprechenden Dias wird auf die einzelnen Probleme der Höhe eingegangen, aber auch die Schönheit dieses Berges, insbesondere abseits der Normalroute, soll nicht zu kurz kommen. An entsprechenden Dias werden die Zuschauer die Kilimandscharo-Besteigung miterleben.