Die Bevölkerungen im südlichen
Afrika mit der Republik Südafrika, Botswana, Malawi, Namibia, Sambia und
Simbabwe sind derzeit in der Welt durch HIV/AIDS am stärksten belastet.
Nach Angaben von UNAIDS lebten Ende 2004 5,6 Mio Bürger der RSA mit
HIV/AIDS, 2,9 Mio. davon Frauen und 0,3 Mio. Kinder. 21,5 % der Erwachsenen
sind infiziert. 2003 starben 0,37 Mio. Personen an AIDS. Die Zahlen in den
anderen Ländern im südlichen Afrika sind vergleichbar.
Ursachen sind:
- Fortbestehende Armut großer Bevölkerungsteile,
insbes. von Frauen,
- Massive Benachteiligung von Frauen im Zugang zu
Schulausbildung, Jobs und Land
- Hemmungslose Gewalt gegen Frauen und Kinder mit häufigen
Vergewaltigungen gerade innerhalb von Familien, Alkoholmissbrauch,
- Häufige Mutter-Kind-Übertragung,
- Weiter bestehende Arbeitsmigration mit Männerghettos,
- Hohe Ansteckungsgefahr für Gesundheitspersonal in einem
ungenügend arbeitendem Gesundheitssystem.
Positive Entwicklungen:
- Starkes Engagement der Regierungen, insbesondere in der RSA
nach längerjährigem Zögern
- Zunehmend hohe Mittel für HIV/AIDS Programme der
Regierungen (RSA Budget 2004/2005 1,439 billion Rant, entsprechend USD 240
Mio)., internationalen Gebern, US-Regierung, Global Fund und Gates Foundation,
zahlreiche nationale Stiftungen,
- Zunehmende Bereitschaft zu private-public-partnership zwischen
Regierung - Industrie - Nichtregierungsorganisationen
- Hohes Engagement der meisten Industrien für
AIDS-Programme bei ihren Mitarbeitern, z.B. Minengesellschaften, Mercedes,
- Integrierte Programme mit Aufklärung, Hausbetreuung und
-behandlung - freie Kondomverteilung
- Antiretrovirale Therapie: Ende 2004 bei 65.000 Patienten
(20.000 in 50 Regierungseinrichtungen, 45.000 in privaten Zentren.)
- Produktion von antiretroviralen Medikamenten der 1. Reihe im
Zentrum Aspen nach Lizenznahme von den Originalherstellern
Probleme:
- Mangel an Fachkräften - Ärzte, Schwestern,
Laboranten, Counsellor - im gesamten südlichen Afrika kritisch, in vielen
Regionen dramatisch durch Abwanderung der Fachkräfte, erhöhte
Sterberate durch Infektion und Abwerbung aus anglophonen Ländern des
Nordens wie UK, USA, Australien und Golfstaaten
- Fortbestehendes Tabu gegenüber Infektionsweg
- Fehlleitung durch neue Predigerkirchen
Einschätzung:
- Durchschnittliche Lebenserwartung von 1995 bis 2005 von 60
Jahren auf 48 Jahre gesunken durch Einzelfaktor AIDS. Dies wird noch weitere
ca. 5 Jahre sinken. Danach sinkende Ansteckungs- und Sterberaten.
- In der Industrie und Landwirtschaft entsteht kritischer
Facharbeitermangel.
- Für Touristen ohne Sexkontakt besteht jetzt und weiterhin
keine Ansteckungsgefahr.
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