Tauchsportparadies Malediven - Tauchmedizinische Beratung von Badeurlaubern
Dr. med. Ulrich van Laak, Schifffahrtsmedizinisches Institut der Marine, Kiel-Kronshagen
 
Die Malediven sind ein ideales Urlaubsgebiet für alle Taucher, im besonderen aber für Familien mit Kindern, Anfänger und für ältere Taucher. Die Tauch-Ressorts haben einen hohen Standard, der sich auch in Ausrüstung und Material für den Tauchnotfall niederschlägt. Tauchnotfälle können im Bereich der Malediven geradezu vorbildlich behandelt werden. Es stehen mehrere Schwerpunktzentren zur Verfügung, die einen hohen mitteleuropäischen Standard aufweisen. Auf den Malediven gibt es strenge Vorschriften, die das Tauchen für Anfänger auf maximal 20 Meter und für erfahrenere Taucher auf maximal 30 Meter limitieren.
Diese Einschränkungen bedeuten aber nicht, dass es nicht zu Tauchunfällen kommt. Auch bei 20 bzw. 30 Meter Tauchtiefe besteht ein Risiko für Dekompressionsunfälle.

In der tauchmedizinischen Beratung kommt es deswegen darauf an, die Urlauber auf bestimmte Vermeidungsstrategien einzuschwören, damit es nicht durch Außerachtlassung fundamentaler Grundsätze zu unerfreulichen oder gar gefährlichen Urlaubsverläufen kommt.

Selbstverständlich steht die Tauchtauglichkeitsuntersuchung nach den Regeln der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (www.gtuem.de) an vorderster Stelle. Auf die Tauchtauglichkeitsuntersuchung für jedes Familienmitglied darf auf keinen Fall verzichtet werden. Für Kinder, chronisch Kranke und ältere Taucher müssen erweiterte Richtlinien Beachtung finden. Auch erhöht sich für diese Personengruppen der Beratungsbedarf. Die Tauchtauglichkeitsuntersuchung ist im Grundsatz eine leistungsmedizinische Untersuchung mit Schwerpunkt Herz-Kreislauf-System und Lungen, erweitert um das HNO-System. Eine häufige Fragestellung ist die Verträglichkeit von einzunehmenden Medikamenten mit der vorgesehenen Tauchaktivität.

Hinweise auf tauchtypische Risiken, die unter sonst gleichen Bedingungen einen Tauchurlaub zur Katastrophe werden lassen können, sind die Vermeidung von zu vielen Wiederholungstauchgängen in zu kurzen Zeitintervallen, die Vermeidung körperlich und psychisch belastender Tauchgänge durch Überforderung und Gruppenzwang sowie die peinlich genaue Einregulierung eines ausgeglichenen Flüssigkeitshaushaltes über die Dauer des Tauchurlaubes. Aufgrund des tropischen Klimas muss des weiteren mit Entzündungen der äußeren Gehörgänge gerechnet werden, die durch den ständigen Wasserkontakt bedingt sind.

Ärzte, die tauchmedizinische Beratungen für Maledivenurlauber durchführen, sollten Informationen bereithalten, aus denen die wesentlichen Symptome tauchunfallbedingter Störungen hervorgehen und die einfache Hinweise zum Notfallmanagement enthalten.
Damit der Tauchurlaub auch störungsfrei zu Ende gehen kann, muss bereits in der tauchmedizinischen Beratung auf ein tauchfreies Intervall vor dem Heimflug von 24 Stunden gedrungen werden. Nur dann können Symptome eines Tauchunfalls, die unter den Bedingungen des Heimflugs in der druckreduzierten Flugzeugkabine auftreten, vermieden werden.

Leistungsfähige Druckkammereinrichtungen mit klinischer Komponente gibt es auf Bandos und Kuramathi. Die Tauch-Resorts auf den Malediven sind auf die Organisation des See- bzw. Lufttransports verunfallter Taucher zu den Behandlungseinrichtungen unter normobarer Sauerstoffatmung vorbereitet.