Die HIV-Situation in Asien
Dr. med. August Stich, Missionsärztliche Klinik Würzburg
 
Der asiatische Kontinent ist die am zweitstärksten von der HIV-Pandemie betroffene Region. Nach Schätzungen von UNAIDS sind dort inzwischen bis zu zehn Millionen Menschen von dem HI-Virus infiziert.

AIDS in Asien unterscheidet sich in zahlreichen klinischen, epidemiologischen und sozialen Aspekten von der Situation der Erkrankung in anderen Kontinenten und zeigt selbst innerhalb einzelner Länder eine große Diversität. Die Gruppe der betroffenen Patienten ist sehr heterogen. Je nach Land oder Bevölkerungsgruppe spielen der heterosexuelle, homosexuelle oder parenterale Infektionsweg eine unterschiedliche Rolle. Das Spektrum opportunistischer Infektionen unterscheidet sich insbesondere durch das Auftreten von Penicillium marneffei in Südostasien und einer hohen Rate an Pneumonien durch Pneumocystis carinii und atypischen Mycobakterien. Ko-Infektionen mit viralen Hepatitiden (Hepatitis B und C) sind häufig.

Präventions- und Bekämpfungsstrategien richten sich nach der Verfügbarkeit nationaler Ressourcen (einschließlich der in einigen Ländern bereits bestehenden nationalen Produktion von antiretroviralen Wirkstoffen) und den religiös bzw. kulturell geprägten Mechanismen der Leidens- und Krankheitsbewältigung. Hier werden in Asien oft andere Wege beschritten, als sie von den westlichen Industrieländern oder von Afrika her bekannt sind.