Parasitäre Erkrankungen bei Reisen in Asien - Vorkommen und Vorsorge
Prof. Dr. med. Wolfgang Presber, Institut für Mikrobiologie, Charite Berlin
 
Malaria ist auch bei Reisen nach Asien die wichtigste parasitäre Erkrankung die durch Touristen erworben werden kann.
Neben der Malaria tropica (hervorgerufen durch Plasmodium falciparum) ist in Asien die durch Plasmodium vivax hervorgerufe Malaria tertiana häufig. Dies ist insbesondere bei der Nachsorge (Diagnostik und eventuell notwendiger Therapie) von Bedeutung.
In Bezug auf Plasmodium falciparum ist die hohe Resistenzrate im Norden Thailands von Interesse. Empfehlungen zur Chemoprophylaxe werden am Beispiel Indien, Thailand und Indonesien vorgestellt.

Häufig bei Reiserückkehrern aus Asien sind Durchfallerkrankungen. Wichtige protozoäre Durchfallerreger wie Entamoeba histolytica , Cryptosporidium parvum, Giardia lamblia oder der jetzt zu den Pilzen zählende Blastocystis hominis werden kurz vorgestellt. Aus den Übertragungswegen leiten sich die allgemeinen Verhütungsmaßnahmen ab. Die wichtigste Rolle bei der Übertragung der protozoären Darmerkrankungen spielen kontaminiertes Trinkwasser sowie rohes Obst und Gemüse.

Regionaltypisch für Asien sind die Trematodeninfektionen. Darm- und Leberegel, ihre Übertragungswege, die Klinik, Diagnostik und Therapie werden kurz vorgestellt. In diesem Zusammenhang wird auf die besonderen Eßgewohnheiten in Asien verwiesen. Neben dem rohen oder unzureichend gekochtem Gemüse als Übertragungsweg für die großen Egel ist es insbesondere der rohe oder unzureichend gekochte Fisch, der die Larven der kleinen Leber- und Darmegel enthält. Derartige Erkrankungen sind bei Touristen mit kürzeren Aufenthalten und Verpflegung in Hotelanlagen seltener als bei Personen, die sich längere Zeit in den entsprechenden Gebieten aufhalten, und das Risiko wächst mit der Entfernung von den Touristikzentren.

Die klinische Bedeutung der Trematodeninfektionen, aber auch der Infektion mit anderen Helminthen wächst mit der "Wurmlast" der Intensität der Infektion und der Dauer der bestehenden Infektionen. Schwere Erkrankungen oder massive Infektionen sind daher bei Touristen selten und werden eher bei Migranten aus diesen Gebieten gefunden.

Seltenere Erkrankungen wie Leishmaniosen oder Filariosen werden nur kurz erwähnt. Sie unterstreichen die Bedeutung der allgemeinen Vektorprophylaxe, da die Übertragung dieser Erkrankungen durch blutsaugende Arthropoden erfolgt.