Dengue-Fieber - Verbreitung in Asien, Infektionsrisiko und Gefahren bei Reinfektion
PD Dr. Tomas Jelinek, Institut für Tropenmedizin Berlin
 
In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts war Dengue Fieber nahezu unbekannt, weltweit wurden nur wenige Fälle gemeldet. Mittlerweile wird die Erkrankung zunehmend als eine der wichtigsten "neuen" Infektionskrankheiten der Welt bezeichnet. Obwohl bisher nur wenige systematische Untersuchungen zu Inzidenz und klinischem Verlauf von Dengue bei Touristen durchgeführt worden sind, ist es mittlerweile möglich, Risikofaktoren abzuschätzen. Sowohl das Virus, als auch sein Vektor Aedes profitieren enorm von der Ausbreitung menschlicher Ansiedlungen in den Tropen und der Zunahme der internationalen Reiseaktivität. Somit erfüllen Reisende als potentielle Opfer der Infektion und als Vehikel für ihre Verbreitung eine wichtige Doppelrolle für die Ausdehnung des Virus. Reisemedizinisch tätige Ärzte werden zunehmend mit der Erkrankung konfrontiert, sowohl in der Diagnostik und Therapie erkrankter Tropenrückkehrer, als auch bei der Beratung vor der Reise. Aktive Surveillance importierter Dengue-Fälle wird an Bedeutung gewinnen, da eine gute Einschätzung der tatsächlichen Risiken durch die Infektion nur auf dieser Basis zu erhalten ist. In den letzten Jahren waren insbesondere Länder Süd- und Südostasiens die Hauptinfektionsquellen für europäische Touristen, hierbei stach alleine schon wegen der Gesamtzahl an Besuchern vor allem Thailand hervor. Ausbrüche bei Reisenden in Südthailand waren eindeutig an bestimmte Verhaltensweisen gebunden, insbesondere den Besuch sog. "Full Moon Parties". Reisende in Endemiegebiete sollten eine adäquate Expositionsprophylaxe gegen Mückenstiche durchführen und Ärzte sollten Dengue als Differentialdiagnose nach Tropenrückkehr berücksichtigen.