Reisen im Alter - am Beispiel Südamerika
PD Dr. Tomas Jelinek, Institut für Tropenmedizin, Berlin
 
Reisen im Alter sind heute keine Besonderheit mehr. Mehr und mehr ältere Menschen begeben sich auf immer weitere Fernreisen, zum Teil unter durchaus abenteuerlichen Bedingungen. Reiseveranstalter haben sich diesem Bedürfnis schon seit Langem angepasst und bieten immer neue Ziele an. Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte haben zu einer erheblichen Steigerung der Sicherheitsstandards und der Betreuung von älteren Reisenden geführt. Heute kann ein durchschnittlich gesunder Mensch nahezu jedes Ziel der Welt ansteuern. Dennoch: je älter ein Mensch ist, umso größer ist die Belastung einer Reise. Vor allem durch im Alter häufig existente, chronische Erkrankungen und die reduzierten körperlichen Abwehrkräfte stellen Tropenaufenthalte ein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar. Eine eingehende und sorgfältige reisemedizinische Beratung ist bei dieser Gruppe von Reisenden daher unbedingt zu empfehlen.

Der Kontinent Südamerika bietet eine unglaubliche Fülle an Landschaften und Eindrücken. Bei Rundreisen erfährt - und erleidet - der Reisende nahezu jedes auf der Welt vorkommende Klima und muss sich innerhalb kürzester Zeit anpassen. Neben Klimaschwankungen und zum Teil extremen Höhenunterschieden spielen auch lokal vorkommende, "tropische" Infektionskrankheiten eine wichtige Rolle bei medizinischen Reiseberatung. Die Schwerpunkte dieser Beratung sind ganz unterschiedlich zu setzen und hängen neben der Reiseart und -route vor allem von der individuellen medizinischen Vorgeschichte und aktuellen Situation des Reisenden ab. Am Beispiel verschiedener Reiseziele in Südamerika werden exemplarisch verschiedene allgemeine und spezifische Gesundheitsrisiken und deren Prophylaxe erläutert.