Mit Kindern in die Tropen - Nutzen oder Risiko?
Dr. med. Klaus-J.Volkmer,
Centrum für Reisemedizin, Düsseldorf
 
Wir sind allzu leicht geneigt, das Risiko einer Tropenreise für Kinder in einer Exposition gegenüber exotischen Krankheitserregern und Klimafaktoren zu sehen und sind beruhigt, wenn wir die notwendigen Impfungen veranlasst, die Malariaprophylaxe durchgeführt und die Hygiene überwacht haben.

Anders als ein versichertes Gepäckstück, das wir unbesorgt mitführen, hat das Kind bei einer Reise ein Recht auf Eigenständigkeit. Und wenn es seine eigenen Belange noch nicht selbst vertreten kann, müssen es die Eltern tun - in seinem Sinne. Das beginnt bereits in der Schwangerschaft, gilt für den Säugling und das Kleinkind und erstreckt sich in angepasster Form auf das Schulalter.

Ein wesentlicher Faktor bei Reisen mit Kindern liegt nicht nur in ihrem Alter, sondern auch im Ort und in der Dauer des Aufenthaltes. Bei einem Langzeiteinsatz über mehrere Monate oder gar Jahre, in der Regel bedingt durch die Berufstätigkeit eines Elternteiles, sind andere Maßstäbe anzulegen als bei einem Kurzurlaub.

Andrerseits haben auch Eltern Rechte, und es ist sicher nicht gut, sie den grenzenlosen Ansprüchen eines Kindes bedingungslos unterzuordnen. So bleibt im Idealfall der ständige Dialog zwischen Vater, Mutter, Kind - wie im richtigen Leben, damit die Reise bei geringstem Risiko den größtem Nutzen bringt - für alle.