Reisen mit Kindern
Dr.med. Matthias J.A. von Mülmann, Medizinischer Dienst Lufthansa, Frankfurt aM
 
Reisen mit Kleinkindern bedürfen einer besonders aufmerksamen Planung im Vorfeld. So sind nicht nur das Alter des oder der Kinder besonders zu berücksichtigen sondern auch das Reiseziel, die Jahreszeit und die Art des Urlaubes einschließlich des Gesundheitszustandes und Impfstatus.

Bei akuten Erkrankungen, schwerpunktmäßig im HNO-Bereich, sollte von einer Reise abgesehen werden. Fieberhafte Infekte schließen eine Reise in jedem Falle aus, desgleichen akute Infektionserkrankungen wie die üblichen Kinderkrankheiten. Chronische Erkrankungen müssen besonders bezüglich der Flugreisetauglichkeit und den Gegebenheiten am Ziel bewertet werden.

Der Impfstatus richtet sich einerseits grundsätzlich nach den Empfehlungen der STIKO, dazu kommen die empfohlenen und, je nach Ziel auch gesetzlich vorgeschriebenen Impfungen, z.B. Gelbfieber. Zusätzlich ist ebenfalls rechtzeitig mit einer Malariaprophylaxe zu beginnen. Eine gut ausgestatte Reiseapotheke und eine Auslandskrankenversicherung einschließlich einer Rückholversicherung sind selbstverständlich.

Die Anreise zum Startflughafen sollte am Tag vor der Abreise erfolgen um von den Annehmlichkeiten des Vorabend-Check-In zu profitieren. Seit 01.01.2003 ist zudem mit sorgfältigeren Sicherheitskontrollen zu rechnen - dies bedingt längere Wartezeiten und damit eine frühere Anfahrt. In das Flugzeug sollte nur ein kleines Handgepäck mitgenommen werden, dazu gehören auch Spiele und Bücher zum Zeitvertreib für die Kinder. Auch wenn seitens der Luftverkehrsgesellschaften für Ablenkung Sorge getragen wird ersetzt dies nicht das gewohnte Lieblingsspielzeug.
Am Urlaubsziel ist besonders auf folgende Dinge zu achten: Sonnen- und Lichtschutz, Mückenschutz, geeignete Bekleidung und sorgfältige Beachtung der Eß- und Trinkhygiene. Kleinere Verletzungen müssen unbedingt sofort versorgt werden, die Infektionsgefahr ist größer als in der Heimat. Ansonsten sollte im Zweifelsfall immer der Hotelarzt oder das nächstgelegene Krankenhaus konsultiert werden.

Nach der Rückkehr ist bei Auftreten auch harmloser Krankheitssymptome, z.B. grippeähnlich, an eine Tropenkrankheit zu denken und der behandelnde Arzt unbedingt auf Auslandsaufenthalte der letzten sechs bis acht Wochen hinzuweisen. Gegebenfalls sollte auf die Hilfe einer fachkundigen Institution wie die tropenmedizinischen Institute verschiedener Universitäten zurückgegriffen werden. Adressen sind in den verschieden reisemedizinische Informationsmedien zu finden.